Girl´s Day in Gronauer Unternehmen: Jungen und Mädchen lernen hierbei mögliche Berufsfelder kennen

Ein Tag auf Papas oder Mamas Spuren

Ein Blick in die Maschinen und in die Produktionshallen bei „Landré“: Betriebsratsvorsitzender Hartmut Majchrzak (rechts) erklärt den Schülern das Unternehmen.

GRONAU Sieben Kinderhälse recken sich neugierig über eine große Papierrolle. Sie sind im Rahmen des Girl´s Day bei „Landré“ in Gronau zu Gast. Auch „Haupt Pharma“ und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) haben, genau wie viele andere Unternehmen in der Region, Jungen und Mädchen zu Besuch, die sich über die jeweiligen Berufe informieren möchten.

„Es ist richtig cool und macht riesigen Spaß“, strahlt Lina Kambach. Gemeinsam mit ihren Mitschülern Thorben Heemsoth und Leah Döring erkundet sie am Zukunftstag den Konzern „Haupt Pharma“. Bis jetzt hat Inge Just-Landau eigentlich immer eine Werksführung sowie zahlreiche theoretische Erklärungen vorbereitet: „Aber ich stelle mir vor, wie langweilig ich das fände. Deshalb probieren wir jetzt Gruppenarbeiten an mehreren Stationen aus“, sagt die Ausbilderin der Pharmakanten. Gemeinsam mit vier Auszubildenden und Ortrud Jessen vom Betriebsrat hat sie den Jugendlichen zunächst das Unternehmen und mögliche Ausbildungsberufe vorgestellt, bevor es in Gruppen zum praktischen Teil übergeht.

Luca Hanekop, Zoe Reineke, Nikola Korasinska und Johannes Radevic gehen zunächst in die pharmazeutische Entwicklung. Hier dürfen die Schüler selber Tabletten pressen. Mühevoll dreht die zehnjährige Zoe an dem Rad der Exzenterpresse. Ein Stempel senkt sich und presst aus dem zuvor von den Auszubildenden hergestellten und eingefüllten Pulver eine Tablette: Traubenzucker mit Zitronengeschmack. 30 Stück darf jeder herstellen und in eine Tüte füllen, die er zuvor mit einem Aufkleber versieht. Auch im Lehrlabor geht es praktisch zu: Die Schüler bestimmen mit Hilfe einer Titration und einem Indikator den Essigsäuregehalt von gewöhnlichem Haushaltsessig. Ist der mit Wasser verdünnte Essig durch Natronlauge neutralisiert, leuchtet die Flüssigkeit dank des Indikators pink auf.

Bei einer Führung durch die Produktionshallen des Papierprodukteherstellers Landré sehen die Jungen und Mädchen, wie aus einer Rolle Papier mit Hilfe zahlreicher Arbeitsschritte einer Maschine ein Notizblock entsteht. Antonia hat zahlreiche Nachfragen und möchte ganz genau wissen, wofür die einzelnen Teilschritte notwendig sind. Geduldig geht Betriebsratsvorsitzender Hartmut Majchrzak mit den Sieben durch die Produktion, warnt vor Gabelstaplern und zeigt einzelne Arbeitsschritte sowie Endprodukte. Zuvor hat Ingeborg Stender, die den Girl´s Day im Unternehmen in Gronau organisiert, ihnen die einzelnen Bereiche und Abteilungen vorgestellt. Nach dem Rundgang dürfen die Schüler noch in einzelne Abteilungen hineinschnuppern. Während es den einen bei den Druckmaschinen am besten gefällt, sehnt sich manch andere Teilnehmerin nach einem ruhigeren Ort.

Besuch hat am Girl´s Day auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in der Rettungswache in Gronau bekommen: Vier Jugendliche von Mitarbeitern des ASB besichtigen die Wache, schauen sich die Fahrzeuge aus der Nähe an und lernen die stabile Seitenlage. Meik Hüpper freut sich, die Jugendlichen bei sich zu haben, doch wie in den anderen Unternehmen erfordert die Durchführung einige Zeit für die Organisation sowie Umstrukturierungen. Zudem sind Gäste aus Hildesheim nach Gronau gekommen, um sich hier die Rettungsfahrzeuge erklären zu lassen. Meik Hüppers Tochter Celine hat ihren Vater schon häufiger bei der Arbeit besucht. Doch am Girl´s Day nimmt die Elfjährige zum ersten Mal teil: „Es macht Spaß und ist mal etwas anderes als Schule.“

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