Online-Podiumsdiskussion beleuchtet Schule als Ort des Lernens und Lebens

„Mehr Hilfsanfragen als jemals zuvor“

Im Rahmen einer Online-Podiumsdiskussion, zu der Zeichen gegen Mobbing aufgerufen hat, tauschen sich die Akteure untereinander aus und präsentieren ihre Sicht auf die derzeitige Lage der Schüler und Lehrer.
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Im Rahmen einer Online-Podiumsdiskussion, zu der Zeichen gegen Mobbing aufgerufen hat, tauschen sich die Akteure untereinander aus und präsentieren ihre Sicht auf die derzeitige Lage der Schüler und Lehrer.

Gronau – Seit rund einem Jahr befinden sich alle in einer Ausnahmesituation. Besonders schwer ist das für Schüler. Die Schließung der Schulen und die Kontaktbeschränkungen sorgen für ein Gefühl der Isolation. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Vereins Zeichen gegen Mobbing wurde der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die Maßnahmen auf das soziale Verhalten und die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben.

Wichtig war es, alle Perspektiven zu Wort kommen zu lassen. Beteiligt waren Vorstands- und Gründungsmitglied Marek Fink von Zeichen gegen Mobbing, Anja Schönfeld als didaktische Schulleitung der KGS Gronau, Regina Büttner vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und der 15-jährige Konstantin Kram, der die Seite der Schüler vertrat. Berlind Falck führte als Moderatorin durch die Diskussion.

„Ganz viel Kommunikation fällt weg, Schüler verstummen.“

Konstantin Kram, 15-jähriger Schüler

Für den Verein Zeichen gegen Mobbing hat sich seit der Pandemie Vieles verändert. Präventionsarbeit in den Schulen kann nicht mehr wie gewohnt vor Ort durchgeführt werden, was dazu führt, dass der Verein bei vielen Schülern nicht bekannt ist. „Wir setzen es so gut es geht online um, bieten Webinare an und schalten uns in die Klassenräume. Auf diese Weise ist es noch schwieriger, eine Vertrauensebene aufzubauen. Doch wir bekommen derzeit mehr Hilfsanfragen als jemals zuvor“, erklärte Marek Fink.

Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind groß. Die Hemmschwelle der Schüler, sich an Lehrer zu wenden, ist gestiegen. „Normalerweise gehen Schüler mit ihren Problemen zum Lehrer. Das geht jetzt nicht mehr. Man fängt an, abzuwägen, ob man eine Nachricht schreibt oder einen Termin vereinbart. Ganz viel Kommunikation fällt weg, und Schüler verstummen. Ich habe es an mir selbst beobachtet“, erzählt Konstantin Kram. – stw

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