Vorsitzender der IG Metall-Vertrauensleute kommentiert Arbeitgeber-Angebot

Olav Döring: „Das ist eine Lachnummer“

Die Tarifforderungen zielen auf eine spürbare Entgelterhöhung und auf die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer. Da es bisher keine Einigung gegeben hat, ruft die IG Metall in den kommenden Wochen zu weiteren Warnstreiks auf.

GRONAU „Die Kollegen sind richtig sauer“, beschreibt Olav Döring nach der geplatzten zweiten Tarifrunde die Stimmung beim Gronauer Unternehmen Wabco. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot komme bei der Belegschaft gar nicht gut an, schildert der Vorsitzende der IG-Metall-Vertrauensleute bei Wabco in Gronau. Daher war die Gronauer Belegschaft mit 42 Teilnehmern beim Mitternachtsstreik stark vertreten: „Viele hatten eigentlich schon Feierabend, hatten sich aber freiwillig angeschlossen“, verdeutlicht er die Kampfbereitschaft der Mitarbeiter.

„Das ist eine Lachnummer“, kommentiert Olav Döring das vorgelegte Angebot der Arbeitgeber: „Das ist überhaupt nicht akzeptabel.“ So fordert die IG Metall für die Beschäftigten in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie ab 1. Januar eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie tarifvertragliche Regelungen für eine Alters- und Bildungsteilzeit. Vorgelegt aber haben die Arbeitgeber 2,2 Prozent mehr Lohn, jedoch erst ab März. „Das ist ein Witz“, ärgert sich Olav Döring.

Auch die Positionen von Niedersachsen-Metall und der Gewerkschaft zur Altersteilzeit gehen weit auseinander: So wollen die Arbeitgeber die Altersteilzeitquote auf zwei Prozent reduzieren und damit halbieren. Zudem soll der Kreis der Anspruchsberechtigten drastisch verkleinert werden, heißt es von der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim. Besonders diese Halbierung der Altersteilzeitquote stößt bei Olav Döring sauer auf: „Sie wollen nur die Mitarbeiter nach Hause schicken, die sich bereits kaputt gearbeitet haben.“

Auch Uwe Mebs, erster Bevollmächtigter der hiesigen IG Metall, kritisiert dieses Angebot im Rahmen einer Pressemitteilung scharf: Die Verhandlungsposition von Niedersachsen-Metall in Bezug auf die Altersteilzeit spiegele ihre Haltung zur Rente mit 67. „Arbeit ohne Ende, ist die Haltung der Arbeitgeber“, mahnt Uwe Mebs: „Wer nicht mehr kann, soll gnädigerweise in Altersteilzeit gehen können.“ Die rückwärtsgewandte Haltung von Niedersachsen-Metall werde mit ihrer Ablehnung von tarifvertraglichen Regelungen zur Bildungsteilzeit abgerundet.

Daher liegt für die IG Metall die Konsequenz auf der Hand: „Es geht wohl nicht ohne Warnstreiks“, sagt der zweite Bevollmächtigte, Mathias Neumann in einer Pressemitteilung. Eine ganze Reihe von Aktionen und Warnstreiks sind daher in den kommenden Wochen vorgesehen. Unter anderem soll bei Aventics und Wabco in Gronau gestreikt werden, ebenso bei den Elzer Unternehmen Waggonbau Graaff, Pleissner und Froude Hoffmann. jk

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