Elzes Polizeichef Ralf Büsselmann: „Einen Unfallschwerpunkt sehe ich dort nicht“

Die Nonnenkurve bleibt ein Rätsel

Die Nonnenkurve ist unscheinbar, aber berüchtigt: Früher verlief die Straßenführung über den heutigen Parkplatz. Anfang der 60er Jahre erhielt die Kurve ihre heutige Form. Foto: Mosig

GRONAU / BETHELN Zweimal innerhalb kürzester Zeit kommt es zum schweren Unfall in der Nonnenkurve, die einst als Unfallschwerpunkt galt. Dies aber liegt inzwischen Jahrzehnte zurück – so lange, dass weder die Polizei noch die Straßenbaubehörde in Hannover über Daten verfügt.

Die Nonnenkurve soll ihren Namen durch einen tragischen Zwischenfall erhalten haben: Einst sollen dort zwei Nonnen auf dem Weg zum Kloster verunglückt sein. Sowohl Bethelns Bürgermeister Werner Achilles als auch Ortsheimatpfleger Hans-Henning Maas schätzen diesen Ursprung für die Namensgebung der Kurve als eher unwahrscheinlich an. Immerhin wurde das Kloster im Jahr 1810 aufgelöst. Der Bereich, in dem die Kurve liegt, aber war eng mit dem damaligen Kloster verbunden. Zum einen trägt der Teil des dort verlaufenden Baches den Namen Nonnenbach, zum anderen lautet die Flurbezeichnung in diesem Bereich Nonnenkamp. Daher liegt die Bezeichnung Nonnenkurve nahe.

Sie ist berüchtigt, war einst gefährlich. Die damalige Straßenführung verlief über den heutigen Parkplatz. Auch glich der Straßenbelag keinesfalls dem heutigen – das Kopfsteinpflaster erhöhte die Gefahr. „Der höchste Punkt lag in der Mitte“, schildert Hans-Henning Maas. So konnte das Regenwasser gut abfließen. „Die Kurve konnte man nicht mal mit 80 fahren“, erinnert sich der Ortsheimatpfleger. Anfang der 60er Jahre wurde die Nonnenkurve schließlich entschärft. Zuletzt soll es LDZ-Informationen zufolge dort in den 70er, 80er Jahren zum schweren Verkehrsunfall gekommen sein.

Die beiden jüngsten Vorfälle aber würden nach der Einschätzung des Elzer Polizeichefs kaum etwas mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun haben: „Einen Unfallschwerpunkt sehe ich dort nicht“, sagt Ralf Büsselmann. Der Fahrbahnbelag sei ebenso in Ordnung wie die dort getroffenen Maßnahmen. Bei Nässe müssen Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer reduzieren. Des Weiteren besteht in der Nonnenkurve ein Überholverbot – die durchgezogene Linie unterstreicht dies. Die beiden schweren Verkehrsunfälle seien auf „individuelle Fehler der Fahrer“ zurückzuführen: Beim ersten Verkehrsunfall hat sich der Fahrer Zeugenaussagen zufolge in den Fahrzeugraum gebückt, beim zweiten Zusammenstoß zweier Fahrzeuge war die Verursacherin „deutlich alkoholisiert“, informiert der Polizeichef. Sie wurde am schwersten verletzt, Lebensgefahr aber besteht nicht mehr.

Für die Elzer Polizei bilden Verkehrskontrollen generell einen großen Schwerpunkt, wie Ralf Büsselmann mitteilt. Schwere Verkehrsunfälle würden sich meist außerhalb geschlossener Ortschaften ereignen. Demnach werde dort gezielt kontrolliert. „Da sind wir emsig bei der Sache“, betont er.

Das Rätsel um die Nonnenkurve bleibt also ungelöst. Einige Menschen vermuten, dort wirken besondere Fliehkräfte, andere wiederum halten die Nonnenkurve für gänzlich ungefährlich. Hans-Henning Maas aber mahnt den Bewuchs am Straßenrand an, der die Sicht der Verkehrsteilnehmer beeinträchtige. Schaden aber kann es in jedem Fall nicht, der Nonnenkurve mit Respekt zu begegnen.

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