Quo vadis, TSV Brüggen? / In nahezu allen Bereichen fehlt es an „Nachwuchs“

Nicht geschäftsfähig!

Otto Schaper (rechts) verabschiedet den Vorsitzenden Eckhardt Bunzel. Fotos: Fritzsche

BRÜGGEN Trotz eindringlicher Appelle an die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des TSV Brüggen schaffte es Otto Schaper nicht, eine Antwort auf seine Frage zu bekommen: „Erklärt sich jemand bereit, den Posten des Vorsitzenden beziehungsweise den des 3. Vorsitzenden und gleichzeitigen Schatzmeisters zu übernehmen?“

Keiner meldete sich, wobei allerdings auch nur 28 der 236 Mitglieder im „Deutschen Haus“ anwesend waren. Mit Ratlosigkeit und Fassungslosigkeit musste der zweite Vorsitzende feststellen, das sich niemand bereit erklärte, den Posten des Vorsitzenden, den Eckhardt Bunzel zuvor nach 13 Jahren zur Verfügung gestellt hatte, zu übernehmen. Auch die bereits seit einem Jahr vakante Stelle des 3. Vorsitzenden, der gleichzeitig als Schatzmeister fungiert, bleibt weiterhin unbesetzt, obwohl auch hier bereits im Vorfeld eine entsprechende Suche stattgefunden hatte. Nicht nur der scheidende Vorsitzende Bunzel hatte zu Beginn ernste und mahnende Worte gesprochen, auch Eduard Plachta als Mitglied des TSV-Ältestenrates und Bürgermeister hatte ebenso wie auch Schaper an die Mitglieder appelliert, Verantwortung zu übernehmen. Plachta hatte in seiner Ansprache seine Enttäuschung darüber kundgetan, das so wenig Mitglieder die Einladung zur Jahreshauptversammlung angenommen hatten und stellte die Frage, ob der TSV nach 107 Jahren jetzt durch fehlende Bereitschaft der Mitglieder, den Vorstand zu stellen, „den Bach runtergehen soll?“ Ohne Vorsitzenden und ohne 3. Vorsitzenden ist der TSV demnach ohne geschäftsfähigen Vorstand, da die besetzte Position durch Otto Schaper nicht ausreicht, um die laufenden Geschäfte des Vereins abzuwickeln. Aus diesem Grund werden die Mitglieder in den nächsten Tagen eine Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in den Briefkasten bekommen, damit dann erneut die Frage nach einer Neubesetzung der freien Posten gestellt werden kann. Bis dahin haben sich Bunzel und Wolfgang Reißler bereit erklärt, diese Funktionen noch übergangsweise auszuüben. „Wir werden nochmals Gespräche führen und werden, falls sich keiner findet, dann einen Antrag auf einen Notvorstand beim zuständigen Amtsgericht stellen müssen“, so Plachta.

„Traurig“

Die weiteren Wahlen des Vorstandes verliefen harmonischer, hier konnten bis auf den Posten des „Jugendobmannes Fußball“ alle Stellen besetzt werden. Frank Liedtke wurde als Schriftführer einstimmig bestätigt, und Anja Schwarze wurde als Sozialwartin wiedergewählt. Nachdem Bunzel als seine letzte Amtshandlung als Vorsitzender Hans Magerkurth als langjährigen Kassierer mit einem Präsent verabschiedet hatte, wurde mit Stefan Quensen hier ein Nachfolger gefunden. Ohne Gegenstimmen wurden die Spartenleiter Sven Garbe (Fußball), Brunhilde Gecius (Turnen), Maja Quensen (Tanzen), Berno Scheel (Tischtennis), Detlef Mundt (Wandern) und Mark Röbbel (Volleyball) bestätigt. Als Kassenprüfer fungieren Lothar Hahn und Ulla Büttner. „Traurig, aber trotzdem: Danke“, fasste Schaper das Ergebnis zusammen, der zuvor Bunzel mit anerkennenden Worten aus der Vorstandsriege verabschiedet hatte. Auf der weiteren Tagesordnung standen die Berichte der einzelnen Sparten. Den Anfang machte dabei Brunhilde Gecius, die von 28 Frauen in der Damengymnastikgruppe berichtete, die sich 2014 zu 34 Übungsabenden und verschiedenen anderen Unternehmungen getroffen haben. Über Nachwuchs freuen würden sich die sechs Frauen der Tanzgruppe Medley, die laut Maja Quensen im vergangenen Jahr zwei große Auftritte absolviert hat. Zulauf gebrauchen könnte auch die Sparte der Tischtennisspieler, in der aktuell elf aktive Spieler in der 3. Kreisklasse die Schläger schwingen. Sven Garbe gab einen Überblick auf die Geschehnisse des Fußballs. Wanderwart Detlef Mundt informierte über die vier stattgefundenen Wanderungen. „Es geht bergauf“, konnte die Volleyballabteilung feststellen, in der die zwölf aktiven Spieler 2014 erfolgreich an zwei Turnieren teilgenommen haben. 100 Kinder und Jugendliche aus Brüggen, Rheden, Eitzum, Betheln und Eddinghausen betätigen sich in der JSG Leinetal, und hier wurde die mangelnde Bereitschaft zur Übernahme einer Trainertätigkeit bemängelt.

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