Gronaus Brandschützer ziehen Bilanz

Feuerwehrhaus soll Anbau bekommen

Adolf Sandvoß (r.) gehört der Gronauer Wehr seit 60 Jahren an, Wilhelm Schwartz (3.v.r.) sogar seit 70 Jahren.
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Ganz besondere Ehrungen: Adolf Sandvoß (r.) gehört der Gronauer Wehr seit 60 Jahren an, Wilhelm Schwartz (3.v.r.) sogar seit 70 Jahren.

Gronau – Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gronau im Sommer, das hat es bislang noch nicht gegeben. In der Fahrzeughalle des Gerätehauses trafen sich jetzt die Brandschützer der Leinestadt, um Bilanz zu ziehen und einige von ihnen zu befördern beziehungsweise zu ehren. 

Ortsbrandmeister Markus Hüffner erläuterte, dass das vergangene Jahr noch in bis dahin gewohnter Weise begann: Es gab die Hauptversammlung Ende Januar, die Veranstaltungen der Sporting-Fire-Fighters und den Hallenstaffelwettbewerb der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Und dann kam der März, die Übungsdienste mussten ausgesetzt werden. „Die Einsatzbereitschaft wurde selbstverständlich auch unter Corona- Bedingungen aufrechterhalten“, sagte Hüffner. So wurden Fahrzeuge und Geräte alle zwei Wochen von unterschiedlichen Einsatzkräften zu versetzten Zeiten Probe laufen gelassen. Besprechungen fanden online statt. Die Übungsdienste der Einsatzabteilung konnten ab Juli wieder unter den entsprechenden Hygienebedingungen und aufgeteilt in zwei Züge mit je maximal 15 Personen aufgenommen werden. Kurz konnten auch Jugendfeuerwehr und Musikzug wieder ihren Übungsdienst durchführen. 
Im Oktober kam die zweite Corona-Welle, und wieder musste der Dienst ausgesetzt werden. „Mittlerweile haben wir auch diese Zeit überstanden, jetzt können wieder alle fünf Abteilungen ihren Dienstbetrieb durchführen“, erklärte Hüffner und berichtete von 101 Einsätzen im Jahr 2020: 19 Brandeinsätze, vier Verkehrsunfälle, 52 technische Hilfeleistungen, vier Brandsicherheitswachen, zehn Unterstützungen des Rettungsdienstes mit der Drehleiter und elf ausgelöste Brandmeldeanlagen oder Wachwarnmelder. 
Auch der neue Drehleiterwagen war ein wichtiger Punkt im vergangenen Jahr. „Die Abholung mit Einweisung im Herstellerwerk ist Ende Juli eingeplant, so dass wir am 30. Juli das Fahrzeug nach Gronau überführen können“, kündigte der Ortsbrandmeister an: „Die Fahrzeugübergabe erfolgt dann am 13. August.“
Aufgrund des größeren Fahrzeugs werden die Platzverhältnisse im Gronauer Feuerwehrhaus eng. Daher soll ein Anbau her, Vorbereitungen dafür wurden bereits getroffen. „Jetzt ist es wichtig, dass der Bauantrag eingereicht wird. Voraussetzung ist vorab der politische Wille. Die Ortsfeuerwehr erklärt sich bereit, die Arbeiten hierzu überwiegend in Eigenleistung durchzuführen“, so Hüffner, der auch ankündigte, dass der Einsatzleitwagen technisch neu ausgestattet werden wird. 
Hüffner berichtete weiterhin, dass der Förderverein der Wehr für den Großteil der Einsatzkräfte Bundhosen beschaffte, die restlichen sollen in diesem Jahr beschafft werden. Zudem wurde vom Förderverein ein zweiter CO-Warner und eine zweite Wärme- bildkamera an die Ortswehr übergeben. Die aktuelle Mitgliederzahl aller fünf Abteilungen (Kinder- und Jugendfeuerwehr, Einsatz- und Altersabteilung sowie Musikzug) beträgt 144, die fördernden Mitglieder sind nicht eingerechnet.  
„Der Lehrgangsbetrieb läuft schleppend wieder an“, erklärte der stellvertretende Ortsbrandmeister Benjamin Leske: „Auch im ersten Halbjahr diesen Jahres wurden viele Lehrgänge abgesagt.“ Da die Übungsstrecke der Atemschutzgeräteträger in Groß Düngen geschlossen war, wurde die Alternativstrecke in der Bantelner Mühle genutzt. Derzeit verfügt die Wehr über 30 einsatzfähige Atemschutzgeräteträger. 45 Männer und zehn Frauen gehören zur Einsatzabteilung. Da es auch keine Alarmübungen gab, konnte die Zusammenarbeit mit anderen Wehren nicht geübt werden. „Viele Handgriffe sitzen dadurch nicht mehr“, so Leske. „Es wird über zehn Jahre dauern, um den Ausbildungsstand wieder aufzuholen, den es vor Corona gab“, erklärte Gemeindebrandmeister Frank Kirchner und bezog sich dabei auf die Zusammenarbeit zwischen den Wehren. Er habe über 100 Lehrgänge für Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde beantragt. „In anderen Kommunen ist das nicht anders. Es wird dauern, bis allein in Celle die Lehrgänge abgearbeitet sind“, so Kirchner: „Ein Riesenberg muss erklommen werden. Aber ich denke, dass die ganz schwere Zeit hinter uns liegt.“
„Es war für alle eine schwierige Zeit“, betonte Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens: „Es gilt nun aufzuarbeiten, was es aufzuarbeiten gibt.“ Er lobte und würdigte die hohe Motivation und Kreativität von Führungskräften und Feuerwehrleuten, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Gronau aufrechtzuerhalten.   gre

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