Vorsitzender Ewald Hoffmann spricht über Auflösung der Chorgemeinschaft

„Natürlich ist man traurig“

Immer mehr Chöre sind nicht mehr singfähig: Als nächstes müssen wohl die Mitglieder der Chorgemeinschaft Betheln Abschied nehmen. Derzeit hat sie 24 Mitglieder. Foto: Klein

BETHELN Eine traurige Nachricht für die Mitglieder der Chorgemeinschaft Betheln: Im Rahmen der Jahreshauptversammlung am kommenden Sonnabend, 11. Januar, soll über die Auflösung des Chores gesprochen werden. „Die Auflösung steht so gut wie fest“, bedauert Vorsitzender Ewald Hoffmann die Entwicklung, von der immer mehr Chöre in der Region betroffen sind: „Wir sind einfach nicht mehr singfähig.“

Der Grund für die Auflösung ist überall gleich: Die Sänger werden immer älter. Derzeit zählt die Bethelner Chorgemeinschaft 24 Mitglieder. Acht aktive Sänger gehören zum Chor. Der Vorsitzende ist 69 Jahre alt, er ist der zweitjüngste Sänger. „Wir haben seit etwa 20 Jahren keinen Auftritt mehr“, sagt Ewald Hoffmann, der die Chorgemeinschaft seit 26 Jahren als Vorsitzender anführt.

Die Sänger haben sich damals in der Chorgemeinschaft Marienberg mit Chören aus Wülfingen und Groß Escherde zu einer Aktionsgruppe zusammengeschlossen. Diese aber hat nun Ende vergangenen Jahres ihr letztes Konzert gegeben. Die Konsequenz: „Die einzelnen Chöre werden aufgelöst.“ Die Sänger werden immer älter, der Nachwuchs fehlt. „Wer nicht mehr richtig hören kann, ist auch nicht mehr in der Lage, zu singen“, teilt Ewald Hoffmann mit. Er bedauert diese Entwicklung, aber seinen Angaben zufolge war dieser Schritt bereits in den vergangenen zwei Jahren abzusehen. „Junge Menschen wirken lieber bei einem Projektchor mit“, nennt er einen Trend. Dort nämlich verpflichten sie sich nur über einen gewissen Zeitraum. Hinzu kommen berufliche Wechsel, die den einen oder anderen dann schon mal zum Wegzug zwingen. „Natürlich ist man traurig“, räumt der Vorsitzende ein: „Aber da ist kaum noch etwas zu machen.“

Er hat jedes Mitglied der Chorgemeinschaft angeschrieben, um für die Jahreshauptversammlung einzuladen – und um über die Aussprache zur Auflösung des Chores zu informieren. Das Ende der Chorgemeinschaft, die im kommenden Jahr übrigens 250-jähriges Bestehen feiern würde, muss allerdings laut Satzung im Rahmen einer eigens hierfür einberufenen Versammlung festgelegt werden. „Wir stellen es den Sängern frei, zu anderen Chören zu fahren“, informiert er. Die Geselligkeit aber soll weiter gepflegt werden: Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zum Kegeln im „Eichsfelder Hof“. „Dies wollen wir beibehalten, solange wir gesundheitlich dazu in der Lage sind“, betont Ewald Hoffmann.

Die Jahreshauptversammlung ist für Sonnabend, 11. Januar, um 19 Uhr im Heinrich-Sievers-Haus in Betheln vorgesehen. In diesem Rahmen sollen zudem treue und engagierte Mitglieder geehrt werden.

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