Eddinghäuserin arbeitet bei „Brot für die Welt“ / Referatsleiter heute beim Männerabend in Barfelde

„Nachhaltigkeit gewährleisten“

Uwe Becker und Frauke Jacobs werfen zur Vorbereitung auf den heutigen Abend einen Blick in die Projektplanung der Organisation „Brot für die Welt“. Foto: Mosig

EDDINGHAUSEN / BARFELDE Heute um 19.30 Uhr ist Uwe Becker, Leiter des Referates „Brot für die Welt“ im Diakonischen Werk der evangelischen Landeskirche Hannover, zu Gast beim Männerabend in Barfelde, um über die Arbeit der Organisation zu informieren. LDZ-Redaktionsleiter Florian Mosig traf sich mit ihm und der Eddinghäuserin Frauke Jacobs, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, zum Gespräch.

Denn die Aufgaben, die „Brot für die Welt“ seit Jahrzehnten übernimmt, sind vielfältig. „Uns geht es zum einen darum, die Verhältnisse in den Ländern zu verbessern, die früher als Dritte Welt bezeichnet wurden, und zum anderen darum, die Menschen in Niedersachsen aufzuklären, wie wir so leben können, dass Nachhaltigkeit gewährleistet ist“, sagt Becker. Es gehe nicht darum, die Welt von einen Tag auf den anderen schlagartig zu verändern. „In einer globalisierten Welt hängt alles miteinander zusammen“, ergänzt Jacobs, die Kulturwissenschaften studiert hat: „Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass wir durch unseren Konsum die Märkte beeinflussen.“ Das gehe bereits im Supermarkt los. Wenn wir Hühnerfleisch kaufen, sei es so, dass die nicht verwerteten Innereien nach Afrika verkauft werden, was dort die Preise beeinflusst. „Ich plädiere dafür, Produkte mit Biosiegel zu kaufen, im Winter auf Sommerfrüchte zu verzichten oder auf regionale Anbieter zu setzen“, sagt die Eddinghäuserin, die zuhause beigebracht bekommen hat, auf Gemüse aus dem eigenen Garten zurückzugreifen.

Nachhaltigkeit

„Eine Umstellung auf einfache Lebensmittel ist durchaus ein Genuss für die eigene Zunge“, lautet Beckers Motto, der seit über 30 Jahren bei „Brot für die Welt“ ist. Ob der Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit ein Kampf gegen Windmühlen ist? „Wenn mein Job überflüssig wäre, wäre das ein großer Erfolg“, sagt der Referatsleiter, der sich allerdings keine Illusionen macht. Zu groß sind die Unterschiede zwischen Deutschland und armen Ländern. Frust schiebe er nicht, da er sich zum einen als Sprachrohr der Weltbürger in unserem Land versteht und zum anderen in 30 Jahren gelernt hat, dass ein dankendes Lächeln ein Erfolg ist, der weiter antreibt.

Soja und E 10

Becker kann über interessante Zusammenhänge zwischen dem Sojaanbau in Südamerika und dem Kraftstoff E 10 referieren, und er weiß, dass viele Menschen gerne sofort in Krisengebiete reisen oder spenden wollen, dass Hilfe aber nicht gleich Hilfe ist: „Es gibt überfinanzierte Projekte, und wir müssen einfach Hilfestellung zur Selbsthilfe bieten, anstatt Freiwillige zum Steineschleppen in die Welt zu schicken. Das können die Menschen vor Ort auch selbst.“ Deshalb geht es bei „Brot für die Welt“ darum, die richtigen Projekte mit Partnern zu entwickeln und kräftig Werbung zu betreiben, um an Spenden zu kommen. „Es gibt knapp 250 000 gemeinnützige Organisationen in Deutschland, und wir zählen zu den Top Ten und haben aufgrund unserer langjährigen Erfahrung als Unterorganisation des Diakonischen Werks in den vergangenen Jahren keine großen Spendeneinbrüche zu beklagen“, so Becker. Drei Millionen Mitglieder zählt die Landeskirche Hannover, das Spendenaufkommen liegt bei etwa einem Euro pro Kirchenmitglied. Das liege mit Sicherheit auch daran, dass „Brot für die Welt“ nicht nur christliche Projekte unterstützt und deswegen auch Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, weiter spenden. Dazu, sagt Jacobs, müsse man auch neue Ideen weiter verfolgen. Zur Weihnachtszeit etwa gibt es die Aktion „Spenden statt schenken“, wo man sein Geld in einem Projektfeld seiner Wahl einsetzen kann und ein Dankesschreiben erhält, dass man unter den Weihnachtsbaum legen kann. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.brot-fuer-die-welt.de/hannovers oder heute ab 19.30 Uhr beim Männerabend der Kirchengemeinde im Barfelder „Kronprinzen“.

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