Verwaltung hat außergewöhnliche Idee

Mertens: „Ein echter Kracher“

Das JUZ-Team und sein Förderverein steht hinter den Jugendgruppenleitern und ihr neues Projekt: Am kommenden Freitag, 24. Mai, werden 16 Jugendliche die Minigolf-Anlage feierlich eröffnen. Foto: Klein

GRONAU In diesen Tagen wird die Minigolf-Anlage in der Leinestadt auf Vordermann gebracht. Das ist zunächst erst einmal nichts Besonderes, immerhin öffnet die Einrichtung jeden Frühling. Doch künftig wird sie nicht mehr von Familie Adler geführt, sondern unter der Schirmherrschaft der Jugendbegegnungsstätte: 16 Jugendliche opfern ihre Freizeit, um der interessierten Bevölkerung das Freizeitangebot weiter vorhalten zu können.

Aus gesundheitlichen Gründen musste sich Familie Adler, die die Minigolf-Anlage nahezu 30 Jahre geführt hat, „schweren Herzens“ von der Einrichtung trennen, informiert Fachbereichsleiterin Stephanie Klages. Die Folge: „Die Pacht war zunächst vakant“, schildert sie, wie die Idee, hier Jugendlichen die Chance zu geben, sich einzubringen, in der Verwaltung gewachsen ist. Denn: „Die Jugendlichen brennen regelrecht darauf, ehrenamtlich tätig zu sein“, freut sich Stephanie Klages über den Einsatz der jungen Menschen, denen ja oftmals zu Unrecht fehlendes Engagement nachgesagt wird. Nun sollen sie von der Verwaltung eine Chance erhalten, sich zu beweisen und Verantwortung übernehmen: 16 Jugendliche, die zu Jugendgruppenleitern ausgebildet wurden, werden den Betrieb der Minigolf-Anlage künftig führen. Zum Team gehören Kimberly Angel, Time Aue, Vanessa Claus, Melissa Dietz, Miriam Gohl, Lena Grünhagen, Lennart Jost, Leon Keminer, Christina Köhler, Henrike Lambrecht, Ayleen Rothe, Timo und Leonie Sadek, Sven Schrickel, Jonas Wiening und Sven Ische.

„Jede Menge zu tun“

„Bis zur Eröffnung ist noch jede Menge zu tun“, sagt der 16-jährige Jonas Wiening. Doch die Jugendlichen sind motiviert, scheuen sich nicht, die Ärmel hochzukrempeln. „Wir hatten anfangs schon Zweifel, aber die Begeisterung der Jugendlichen ist so groß“, informiert Regjina Palokaj vom Jugendzentrum, die dieses Projekt als Erweiterung des JUZ-Angebotes in den Sommermonaten sieht. Kollegin Kerstin Köhler pflichtet bei: „Wir haben so tolle Jugendgruppenleiter, die sich ein solches Projekt auch zutrauen.“ Immerhin sind sie künftig für den Betrieb mitsamt des Kiosks verantwortlich. Doch auf Unterstützung können sie bauen – sowohl vom JUZ-Team als auch von seinem Förderverein. „Dieser zählt auf uns und wir zählen auf ihn“, freut sich der 19-jährige Lennart Jost über das in die Jugendgruppenleiter gesetzte Vertrauen. Laut Carsten Lotz, dem Fördervereinsvorsitzenden, wird der Verein sowohl ideell als finanziell zur Seite stehen. Allerdings „wird sich erst zeigen, wie sie sich das Projekt entwickelt“. Man wolle sich gegenseitig helfen – und genau diese Idee sei für Regjina Palokaj bedeutsam: „Es ist wichtig, auch die Stärken der Jugendlichen zu erkennen.“

Behandelt werden die Jugendlichen von der Verwaltung wie erwachsene Pächter, den erwirtschafteten Überschuss können sie in Projekte rund ums JUZ investieren. „Es ist ein Testballon für diese Saison“, sagt Stephanie Klages, die von diesem Projekt begeistert ist: „Wir haben so schöne Plätze in der Samtgemeinde. Diese sollen auch Jugendlichen zeigen, dass es sich lohnt, ihre Zeit hier zu verbringen.“ Jedem dürfte klar sein, dass es auf dem Minigolf-Platz ab sofort mindestens eine Veränderung geben wird: Da Jugendliche die Anlage betreiben, wird künftig kein Alkohol ausgeschenkt. Die Spieler dürfte dies kaum stören, geht es doch auf den Bahnen eher darum, mit möglichst wenig Schlägen den Ball ins Loch zu befördern.

„Das ist ein echter Kracher“, freut sich Verwaltungschef Rainer Mertens über das Projekt: „Wir können nur den Hut vor diesen Jugendlichen ziehen, dass sie sich für die Stadt Gronau engagieren wollen – zumal die Minigolf-Anlage ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Samtgemeinde darstellt“, lobt Rainer Mertens die Jugendlichen, die die Minigolf-Anlage in Gronau am kommenden Freitag, 24. Mai, um 15 Uhr feierlich eröffnen werden. Dann können Interessierte täglich von 15 bis 20 Uhr sowie am Wochenende und in den Ferien von 10 bis 20 Uhr das Freizeitangebot nutzen.

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