Günther Glowienka plant, Wohnraum für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen

„Menschen integrieren“

Günther Glowienka zeigt eine rund 100 Quadratmeter große Wohnung, die er für Asylbewerber zur Verfügung stellen möchte. Foto: Siedlaczek

DÖTZUM Er möchte helfen und Probleme lösen: Günther Glowienka, Landwirt aus Dötzum, hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Er möchte Menschen unterstützen, die aufgrund von Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat fliehen müssen. Konkret denkt er dabei an Asylbewerber aus Syrien, die er in Wohnungen auf seinem weitläufigen Hof unterbringen möchte.

„Ich habe in Dötzum vier Wohnungen, die 50, 60 oder 100 Quadratmeter groß sind“, sagt Glowienka. Was sich gut anhört und eigentlich auch die zuständigen Fachbereiche des Landkreises Hildesheim erfreuen müsste, scheitert aus Glowienkas Sicht derzeit an der bürokratischen Vorgehensweise: „Ich habe zunächst an Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens, dann an Landrat Reiner Wegner eine E-Mail geschrieben und mein Anliegen mitgeteilt“, sagt der Landwirt aus Dötzum. So kam aus den Reihen der Gronau Verwaltung eine, aus Glowienkas Sicht, ausweichende Antwort. Darin heißt es: „Allerdings liegen derzeit gegenüber der Samtgemeinde Gronau (Leine) noch keine aktuellen Zuweisungen vor.“ Für den engagierten Landwirt ist klar, was sich hinter dieser Aussage versteckt: „Ich glaube, dass die Samtgemeinde hier keine Asylbewerber haben möchte.“ Das sei allerdings nicht der Fall, wie Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens betont: „Ich sehe alle Menschen dazu verpflicht, denen zu helfen, die zum Beispiel aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen müssen“, sagt Mertens. Hinzu komme auch die rechtliche Komponente, denn auch die Samtgemeinde müsse Asylbewerber bei Bedarf aufnehmen. Die Tatsache, dass Glowienka die Reaktion der Verwaltung in die Richtung einer Ablehnung gedeutet habe, weiß er zu erklären: „Sobald wir als Vermittler auftreten, könnte nach außen hin der Eindruck entstehen, dass wir auch für die Betreuung der Asylbewerber zuständig sind.“ Das sei allerdings nicht der Fall und könnte personell auch nicht geleistet werden.

Glowienka selbst hat mit der Unterbringung von Flüchtlingen schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht: „Vor etwa 20 Jahren hatte ich Familien aus Russland, dem Libanon und Rumänien hier.“ Es sei ein gutes Miteinander gewesen, für das Glowienka sogar eine Urkunde vom Land Niedersachsen erhielt. „Es ist mir damals gelungen, die Menschen nicht nur unterzubringen, sondern sogar zu integrieren“, erinnert sich der Landwirt.

Und von dieser positiven Erfahrung sollen nun auch Asylbewerber aus Syrien profitieren.

Offene Fragen

Nachdem Glowienka sein Angebot auch an Landrat Reiner Wegner weiterleitete, stehen nun noch einige Fragen im Raum. So müsse der zuständige Fachdienst des Landkreises zunächst weitere Informationen zur Anzahl und Größe der Zimmer erhalten. Auch wurde darauf hingewiesen, dass es nicht immer möglich sei, im Vorfeld zu wissen, aus welchem Land die Asylbewerber stammen. Konkret heißt es im Schreiben des Landkreises: Es sei nicht möglich „vorab mit Bestimmtheit zu sagen, welcher Nationalität die zugewiesenen Asylbewerber sind, da die Zuweisungen von der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen erfolgen und der Landkreis Hildesheim dann lediglich die Verteilung vor Ort vornimmt.“ Deutlich wird allerdings: Von Seiten des Kreises besteht Interesse am Angebot des Landwirts. Dennoch gelte es immer zu berücksichtigen, dass sich die Anzahl der unterzubringenden Asylbewerber nach der Einwohnerzahl der Städte und Gemeinde richtet.

„Ich möchte einfach helfen und hoffe, dass man mir nicht Steine in den Weg legt“, hofft Glowienka. Die Menschen in Syrien hätten die sprichwörtliche Hölle erlebt, und er wolle ihnen wieder eine Heimat geben. Zugleich könne man vielleicht sogar auf lange Sicht voneinander profitieren: „Wir brauchen vor allem in der Landwirtschaft Fachkräfte“, sagt Glowienka, und vielleicht findet sich in den Reihen der Asylbewerber ja ein Experte, der in Deutschland fehlt.

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