Gründet sich eine Bürgerinitiative gegen geplantes Gärsubstratlager?

Massiver Widerstand formiert sich in Eime

„Eime stinkt"s!“ – mit einem Flyer ruft Bernd Abbetmeier zur Bürgerversammlung am morgigen Sonntagabend auf. Foto: Klein

EIME „Eime stinkt"s!“ – unter diesem Motto formiert sich nun massiver Widerstand gegen die Pläne vom Nordstemmer Landwirt Jens Pape, der am Bekumer Weg – mit einem Abstand von zwischen 350 und 380 Metern zur Wohnbebauung – ein Gärsubstratlager errichten will. Bernd Abbetmeier ruft nun als unmittelbar betroffener Anwohner eine Bürgerversammlung ins Leben.

„Alle Nachbarn haben wir persönlich informiert“, sagt der Anwohner, der fleißig die Werbetrommel für diese Bürgerversammlung gerührt hat. Diese ist morgen um 19 Uhr im „Landgasthof Knoche“ vorgesehen. Derzeitigen Erkenntnissen zufolge rechnet Bernd Abbetmeier mit mehr als 20 Teilnehmern – weitere Interessierte sind willkommen. Was soll an diesem Abend passieren? Zunächst will er Aufklärungsarbeit leisten: „Es geht mir um den Ort und die Auswirkungen auf die Anwohner“, ärgert sich der Eimer Bürger. Rund 380 Meter entfernt von der Wohnbebauung soll ein Gärsubstratlager mit einem Fassungsvermögen von 10 000 Kubikmetern entstehen. Er erläutert seine Befürchtungen mit einem Vergleich: „Das sind zehn Millionen Liter Gülle, die an- und abgefahren werden müssen. Ein großer Tanklaster fasst etwa 30 000 Liter.“ Demnach würden die Belastungen für Anwohner durch das erhöhte Verkaufsaufkommen sowie eine erwartete Geruchszunahme steigen. Die Folge: „Mein Haus wird dann niemand mehr kaufen wollen“, sieht Bernd Abbetmeier seine Daseinsvorsorge in Gefahr. Deshalb will er nun die Bevölkerung mobil machen – mit einem Flyer, in dem er den Sachverhalt in aller Kürze darstellt und darin auch von Beeinträchtigungen der Gesundheit spricht. „Güllelager sind nicht nur ästhetische Katastrophen, sondern vor allem auch Begasungsanlagen“, heißt es in dem Flyer: „Sie gasen 365 Tage im Jahr über jeweils 24 Stunden aus.“ Manche Gase könne man riechen, die meisten aber nicht. Methan, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und halogenierte Kohlenstoffe seien die häufigsten Inhaltsstoffe. „Alle sind Atemgifte, Schwefelwasserstoff darüber hinaus ein schweres Nervengift“, warnt er in dem Flyer.

Gefallen lassen wolle sich die Bevölkerung dies nicht: Somit wird Bernd Abbetmeier anregen, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen – eben um sich bei der Genehmigungsbehörde Gehör verschaffen zu können. Verärgert ist der Einwohner Eimes zudem darüber, dass hier versucht worden sei, ohne Transparenz das Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Wir hätten es wahrscheinlich erst gemerkt, wenn die Bagger angerollt wären“, schildert er. Dabei sei die Bevölkerung durchaus zum Gespräch bereit: „Ein Abstand von 1 000 Metern zur Wohnbebauung wäre eine Größe, über die man sehr gut reden könnte.“ Denn Bernd Abbetmeier könne die Schwierigkeiten der Landwirte angesichts der Gesetzgebung durchaus verstehen, hier Lagerkapazitäten schaffen zu müssen.

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