Erstes Lesecafé im Brunotteschen Hof / Mitnehmen oder abgeben, behalten oder tauschen – alles ist möglich

Von Mark Twain bis zum Liebesroman

Otto Almstadt steht mit Rat und Tat zur Seite und hilft Barbara Brom gern bei der Bücherauswahl. Fotos: Hoffmann

WALLENSTEDT „Das Haus soll mit Leben gefüllt werden“, das wünscht sich Vorsitzender Detlev Kroschel für den Brunotteschen Hof in Wallenstedt. Nachdem bereits der Handarbeitsabend in dem 1594 erbauten Gebäude so gut anlief, findet nun auch ein Lesecafé im Brunotteschen Hof statt. An diesen Tagen ist die gute Stube eingeheizt, und Lesefreudige können am warmen Ofen ganz in die Welt der Bücher eintauchen.

Besucher sind stets eingeladen, Bücher mitzubringen, mit nach Hause zu nehmen und natürlich auch über Literatur zu reden. Die beiden Verantwortlichen Margarethe Wendeborn und Otto Almstadt hielten gegen eine kleine Spende Kaffee und selbstgebackenen Kuchen bereit und kümmerten sich um Interessierte. Das Lesecafé öffnete erstmals im Dezember zum Weihnachtsbaumverkauf seine Türen und soll nun an jedem ersten Donnerstag im Monat stattfinden. „Nicht nur Bewohner aus Wallenstedt haben unser Café besucht. Die Leute kamen auch aus der Umgebung und aus Hildesheim, brachten Bücher und unterhielten sich darüber“, erzählte Margarethe Wendeborn.

Das Prinzip des Lesecafés ist einfach: Jeder kann Bücher mitnehmen oder abgeben, behalten oder tauschen. Es gibt dabei keine Registrierung und kein Rückgabedatum, wie in Büchereien. „Es ist uns sehr recht, wenn die Bücher behalten und nicht zurückgebracht werden. Dann haben wir mehr Platz für Neues. Es ist schön, wenn die Leute ihre eigenen gelesenen Bücher weitergeben“, so Otto Almstadt. Die Idee für das Lesecafé kam Wendeborn und Almstadt zusammen mit Detlev Kroschel, der sich mehr Leben im Brunotteschen Hof wünschte. „Wir haben ohnehin so viele Bücher zu Hause. Nun kann ich einige Exemplare weitergeben. Der neu eingerichtete Bücherschrank war ursprünglich mal ein Jagdschrank. Jetzt warten darin viele verschiedene Bücher auf neue Leser“, teilte er mit: „Die Leute spenden ganz unterschiedlichen Lesestoff. Man findet klassische Werke, Liebesromane, Krimis oder sogar Kochbücher. Ich selbst habe mir zuletzt Huckleberry Finn ausgeliehen. Mark Twains Werke kann man immer mal wieder lesen. Jetzt möchte ich mir noch Tom Sawyer vornehmen. Ich hoffe, dass jemand auch mal dieses Buch ins Lesecafé bringt“, erzählte Otto Almstadt. Ein gewisses Niveau der Bücher ist den Verantwortlichen wichtig, so wurden auch einige Bücher aussortiert.

In gemütlicher Atmosphäre tauschen sich die Besucher aber nicht nur über Bücher aus, sondern erzählen sich Geschichten aus der Kindheit oder Legenden über die Gegend, wie beispielsweise die Sage um den Isabella-Stein zwischen Eberholzen und Eitzum. Jeder Lesefreudige hat seine ganz eigenen Büchervorlieben. „Ich habe früher gern Edgar Wallace gelesen“, berichtete Margarethe Wendeborn: „Einmal habe ich sogar mit meinem Bruder gewettet, dass ich 50 Titel und ihren Inhalt aufzählen könne.“

Der Bücherschrank im Brunotteschen Hof soll für jeden etwas bieten. Otto Almstadt und Margarethe Wendeborn freuten sich über den großen Andrang in der guten Stube und hoffen, auch beim nächsten Mal viele lesefreudige Gäste begrüßen zu können.

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