Gut 80 Einsatzkräfte aus Gronau erhalten in einem feierlichen Rahmen Hochwasser-Medaille

„Man möchte einfach helfen!“

Gut 80 Einsatzkräfte aus der Samtgemeinde Gronau werden von Bereitschaftsführer Heiko Bartels, Gemeindebrandmeister Frank Kirchner und Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens ausgezeichnet. Zum Dank für ihre Unterstützung im Rahmen der Hochwasserereignisse an der Elbe sowie in der Gemeinde Holle erhalten sie eine Medaille.

GRONAU Für ihren Einsatz im Rahmen der großen Hochwasserereignisse wurden jetzt gut 80 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus der Samtgemeinde Gronau ausgezeichnet – mit einer Medaille. Doch ist diese Ehrung nötig? War es denn ein außergewöhnlicher Einsatz? Diesen Fragen ging Bereitschaftsführer Heiko Bartels in seiner Ansprache nach.

„Für die Kameraden war es nichts Besonderes“, sagte der Bereitschaftsführer: Sie hatten Vorlaufzeit, mussten eben nicht wie gewöhnlich Gewehr bei Fuß stehen, wenn die Sirenen heulen. Sie haben Sandsäcke gefüllt, diese verteilt und Deiche erhöht oder gar aufgebaut. „Das Schadensgebiet war uns völlig unbekannt. Uns war nicht klar, welcher Einsatzleitung wir unterstellt waren“, ließ Heiko Bartels die Ereignisse im Sommer dieses Jahres Revue passieren. Untergebracht waren die Einsatzkräfte in Behelfsunterkünften, die sanitären Anlagen teilten sie sich mit rund 100 anderen Kameraden. „Tragt die Medaille mit Stolz. Ihr habt sie verdient“, richtete er sich an die Einsatzkräfte aus der Samtgemeinde Gronau. Nur so nämlich könne die Bevölkerung erfahren, dass die Freiwilligen Feuerwehren zur Stelle sind – auch über die Grenzen ihres eigenes Ortes hinaus. Und vielleicht gerät so der eine oder andere gar ins Nachdenken: „Was bekommt die Feuerwehr eigentlich für ihre alltägliche Arbeit?“, warf Heiko Bartels diese Frage in den Raum.

„Offene Ohren“

Gronaus Gemeindebrandmeister Frank Kirchner knüpfte daran an: Er erinnerte an den Einsatz an der Elbe, rief ein von Kindern gemaltes Schild in Erinnerung. „Danke an die Helden des Alltags“ – so die Aufschrift des Plakats. „Es ist nicht selbstverständlich“, betonte Frank Kirchner. Und diese ehrenamtliche Unterstützung in solchen Fällen sei eben nur möglich, wenn es genügend Freiwillige Feuerwehren gibt. Er war froh, bei Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens auf „offene Ohren“ gestoßen zu sein, diesen Einsatz der Kameraden mit dieser Veranstaltung im Bethelner Feuerwehrhaus zu würdigen. „Es ist nicht mehr als recht und billig, dass nicht nur einige Kameraden, sondern alle diese Auszeichnung erfahren“, sagte Rainer Mertens, der zudem das Engagement der Einsatzkräfte hervorhob, die neben der alltäglichen Bereitschaft und den Übungsdiensten auch noch über die Ortsgrenzen hinaus Menschen helfen. Dank hierfür richtete er auch von der Bürgermeisterin aus Amt Neuhaus sowie vom Bürgermeister aus Holle an die Kameraden.

Die Samtgemeinde Gronau war „in voller Stärke“ angetreten, lobte Heiko Bartels: Gut 80 Einsatzkräfte waren zum Elbe-Hochwasser ausgerückt und unterstützten in der Gemeinde Holle. Die Motivation der Feuerwehrmänner und -frauen liegt auf der Hand: „Es ist das Pflichtbewusstsein. Man möchte einfach helfen“, sagte der 20-jährige Pascal Herzke aus Heinum. Sein Gronauer Feuerwehrkamerad Marco Friedrich pflichtete bei, äußerte allerdings auch Kritik: „Es war schon ein bisschen unkoordiniert vor Ort“, sagte der 21-Jährige. Es sei eben ein ganz anderer Einsatz gewesen, schilderte der 61-jährige Friedhelm Rose aus Brüggen, einer der ältesten Kameraden. „Eigentlich wollte man vor Ort noch mehr helfen, aber das war nicht möglich“, sprach auch er Koordinationsprobleme vor Ort an. Dennoch sind die Einsatzkräfte bereit, im Notfall wieder auszurücken: „Ich würde wieder helfen“, versprach Günther Basse aus Deinsen: „Es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können“, begründete der 65-Jährige seine Motivation.

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