LDZ-Umfrage: Gros der Befragten hat entweder kein Interesse an Veränderung kommunaler Strukturen oder zu wenig Wissen

„Man hat ja genug mit sich selbst zu tun“

Günter Ahrens aus Nienstedt: „Ich finde es schon gut, dass sich das Despetal Gronau anschließen will.“

GRONAU Politisch ist schon viel über die Veränderung kommunaler Strukturen innerhalb der Samtgemeinde Gronau diskutiert worden. Doch wie sieht es die Bevölkerung? Fühlt sie sich in den Prozess eingebunden? Erhält sie genug Informationen über diesen Themenkreis? Oder haben sich die Menschen schon lange aus dieser Diskussion, die ja bereits vor etwa zwei Jahren begonnen hat, verabschiedet?

Für gewöhnlich sind die Gronauer auskunftsfreudig, zu jedem Themengebiet nehmen sie Stellung, haben keinerlei Scheu, ihre Meinung zu vertreten. Doch die Frage: „Was halten Sie von Veränderungen kommunaler Strukturen innerhalb der Samtgemeinde Gronau?“ hat offenbar viele Menschen verunsichert. So mancher gestand ganz offen, sich nicht für das Thema zu interessieren. Denn „die machen sowieso, was sie wollen“, hieß es von einem Bürger, der auf das Rathaus deutete. Andere Befragte hatten durchaus schon davon gehört, dass die Samtgemeinde anstrebt, ihre Strukturen zu verändern. Doch was dies eigentlich bedeutet und welche Folgen es hat, wenn sich das Gebilde der Samtgemeinde zur Einheitsgemeinde verändern würde, war ihnen kaum bewusst. Vielen würden Informationen fehlen und sich sich nicht genug aufgeklärt fühlen.

„Ich finde es schon gut, dass sich das Despetal der Stadt Gronau anschließen will“, sagt Günter Ahrens aus Nienstedt: „Wir gehören ja sowieso schon zur Samtgemeinde.“ Für den 76-Jährigen wäre es vielleicht sogar eine Chance, dass kleine Gemeinden, die am Rand liegen, nicht mehr „zuletzt an der Reihe sind“. Der Nienstedter befürwortet den Weg zur Einheitsgemende, vor allem, um Verwaltungsaufwand einsparen zu können.

Doch gibt es auch eine Kehrseite der Medaille? Für Edith Kauertz stellt sich die Frage, was es bedeutet, den Verwaltungsaufwand zu minimieren und ob damit nicht gar Arbeitsplätze in Gefahr seien. Sie verfolgt das Thema schon, mehr Aufklärung aber würde sich die 79-Jährige aus Gronau dennoch wünschen. Aber sie weiß: „Viele Menschen haben einfach kein Interesse daran“, vor allem die jüngere Generation. Dazu passt die Aussage einer Passantin, die sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat: „Man hat ja irgendwie genug mit sich selbst zu tun.“

Doch es gibt sie auch, die gut informtieren Bürger, die sich klar für den eingeschlagenen Weg zur Einheitsgemeinde aussprechen: „Wie wollen die kleinen Gemeinden es sonst künftig wuppen? Wie wollen sie existenzfähig bleiben?“ So mancher verfolgt die Diskussion eben aufmerksam, weiß längst, dass Betheln und das Despetal als erste beiden Gemeinden noch vor der Kommunalwahl 2011 ihre Absicht erklärt haben, mit der Stadt fusionieren zu wollen. Die weitere „Ost-Schiene“ hat inzwischen nachgezogen. Nur für Banteln und Eime ist der Weg zur Einheitsgemeinde vom Tisch. „So wie sie sich verhalten, ist es nicht das Beste für sie“ – so ein Kommentar eines befragten Bürgers. Christine Meyer aus Betheln aber kann das Verhalten durchaus nachvollziehen: „Ich mag kleinere Strukturen lieber, die überschaubar und besser nachzuvollziehen sind“, sagt die 63-Jährige, die aber ganz klar einräumt, dass auch sie sich der Folgen der Veränderungen kommunaler Strukturen kaum bewusst ist.

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