Abrissarbeiten haben begonnen

ÜWL liegt in Schutt und Asche

Der Bagger rückt an: Am Dach wird begonnen, mit dem Greifer die Gebäudeteile nach und nach abzutragen. Damit nicht so viel Staub aufgewirbelt wird, muss das abgerissene Material stets feucht gehalten werden.

GRONAU Das Überlandwerk Leinetal liegt nahezu in Schutt und Asche, wie es im Volksmund heißt. Doch keine Sorge: Es ist gewollt, dass in diesen Tagen schwere Baufahrzeuge den alten, teilweise 110 Jahre alten Gebäudekomplex abreißen. Schließlich soll dieser einem modernen Neubau weichen.

Seit zwei Wochen ist das beauftragte Unternehmen aus Bülkau, dem Nordosten des Landkreises Cuxhaven, im Einsatz. Zehn Mitarbeiter sind mit zwei flexibel aufstockbaren Baggern angereist, um innerhalb von rund sechs Wochen die in die Jahre gekommenen ÜWL-Gebäude abzureißen. Während das ehemalige Wasserlager – in dem vor nicht einmal zwei Wochen noch alle ÜWL-Mitarbeiter zur Betriebsversammlung zusammenkamen, um den neuen technischen Geschäftsführer, Markus Königshofen, willkommen zu heißen – sowie die Aufenthaltsräume auf dem ÜWL-Gelände bereits verschwunden sind, haben gestern die Abrissarbeiten am Gebäude der Zählerabteilung begonnen. „Man hat schon gemischte Gefühle“, räumte Michael Schwalm ein, der die Koordination zwischen Überlandwerk, Abrissunternehmer und dem beauftragten Ingenieurbüro koordiniert. Knapp 20 Jahre ist er beim Überlandwerk beschäftigt, so dass er in den verschiedenen Abteilungen, die in den zum Abriss freigegebenen Gebäuden untergebracht waren, viel erlebt hat. Somit sei er zum einen durchaus „ein bisschen wehmütig“, zum anderen aber „freuen wir uns natürlich alle auf das neue Gebäude“. Der rund 6,5-Millionen-Neubau ermögliche dann nämlich mehr Flexibilität für viele Arbeitsvorgänge. Immerhin stammen die alten Gebäude teilweise aus dem ÜWL-Gründungsjahr 1903, waren zum Teil zu früheren Zeiten noch Wohnungen, die im Laufe der Jahre schließlich zu Büroräumen umgebaut wurden.

Sechs Wochen sind derzeitigen Planungen zufolge für den Abriss vorgesehen. Sollte alles planmäßig verlaufen, sollen sich die Arbeiten für den Neubau nahtlos anschließen.

Wie aufwändig der Abriss aber ist, wird schnell deutlich: Bevor der Bagger anrücken konnte, mussten die Gebäude entkernt werden. Dann erst konnte der eigentliche Abriss beginnen. Nach und nach trägt der Bagger jetzt mit seinem Greifer das Gebäude vom Dach bis zum unteren Mauerwerk ab. „Das ist ein altes Haus mit viel Holz und Lehm“, erklärte der Leiter der Abbrucharbeiten vor Ort. Der Abriss sei somit aufwändiger, weil alle Materialien für die Entsorgung entsprechend getrennt werden müssen. Zwar ist der Greifer des Baggers in der Lage, vorsichtig zufassen zu können, um das Material grob zu sortieren. Trotzdem müssen die Mitarbeiter per Hand die heruntergerissenen Gebäudeteile untersuchen, um den Müll zu trennen. Zum Wochenende soll das wohl älteste ÜWL-Gebäude dann verschwunden sein.

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