Kulturkreis Gronau muss digitalen Projektor anschaffen / Sponsoren gesucht

Lichtspiele: „Pixeln“ für die Zukunft

Kulturkreis-Vorsitzende Ute Kroschel und ihr Stellvertreter Karsten Mentzendorff starten eine Pixel-Werbekampagne für den Erhalt des Gronauer Kinos. Foto: Hüsing

GRONAU Fortbestand und Investitionen oder Ende des Kinos: Vor dieser Entscheidung stehen derzeit die Mitglieder des Kulturkreises. Die Vorführtechnik in den Gronauer Lichtspielen ist nicht mehr zeitgemäß, ein digialer Projektor aber teuer. Deshalb starten die Verantwortlichen jetzt eine Werbekampagne, um auch weiterhin aktuelle Filme zeigen zu können.

Im Vorführraum des Kinos stehen zwei Projektoren von 1959, echte Raritäten, über die 35-Millimeter-Rollen abgespuhlt werden. Doch seit einigen Jahren werden die aktuellen Filme auf den Zelluloidstreifen nur noch selten hergestellt – und jetzt gar nicht mehr. „Wir können bald keine aktuellen Filme mehr zeigen. Wenn sich an der Technik nichts ändert, ist das das Ende des Kinos“, betont Ute Kroschel. Als Vorsitzende des Kulturkreises hat sie sich mit ihrem Team schon viele Gedanken gemacht, wie man den Erhalt der Lichtspiele sichern könnte. „Wir haben uns verschiedene digitale Vorführgeräte angesehen. Aber vor einigen Jahren lagen diese noch bei 120 000 Euro. Eine solche Summe können wir nicht aufbringen“, sagt Kroschel.

Beholfen habe man sich in der Zwischenzeit mit einem gewöhnlichen Bluray- oder DVD-Player, um auch moderne Filme zeigen zu können. „Das bedeutet aber, dass wir die Filme auch erst dann zeigen können, wenn sich jeder Interessierte eine eigene DVD für Zuhause anschaffen kann. Dann können wir dem Wettbewerb nicht standhalten“, erzählt Ute Kroschel. Insbesondere bei den Kinderfilmen haben die Verantwortlichen daher schon sinkende Besucherzahlen registriert. „Bei den Erwachsenen können wir das noch durch besondere Events aufhalten“, fügt Karsten Mentzendorff hinzu.

Es führt also kein Weg mehr drumherum – die Gronauer Lichtspiele müssen mit einem digitalen Projektor ausgestattet werden. „Die Preise sind enorm gesunken, so dass wir jetzt einen Projektor für 40 000 Euro ausgesucht haben“, so Kroschel. Doch auch für diesen müsse das Geld zunächst da sein, bevor er angeschafft werden kann.

Deshalb liegen dem Kulturausschuss, der heute tagt, zwei Anträge des Kulturkreises vor. Der eine bittet um eine Verlängerung der Pachtübernahme, die bisher die Stadt Gronau gesichert hat, der andere um einen Zuschuss in Höhe von 2 000 Euro für die Digitalisierung. „Für 25 000 Euro der Kosten habe ich bereits mündliche Zusagen auf Zuschüsse“, hofft das Kulturkreis-Team auf weitere Spenden. Mit Hilfe einer Werbekampagne wollen die Verantwortlichen diese gewinnen. „Die Vorführtechnik basiert auf Pixeln. Deshalb werden wir Pixel an Firmen und Privatpersonen verkaufen“, erläutert Karsten Mentzendorff. Die Leinwand im Kino wurde in Pixel (20x20 Zentimeter) aufgeteilt. Gehen keine Spenden ein, bleibt die Leinwand schwarz. Und mit jedem Sponsor entstehen Lichtpunkte. „Ein Pixel

kann für 20 Euro erworben werden. Individuell werden der Name oder bei größeren Spenden auch die Logos der Firmen in das Bild eingearbeitet“, sagt Mentzendorff. Die Idee sei, die Pixelwand in den Vorspann vor jedem Kinofilm einzubauen, um stets den Stand der benötigten Summe aufzuzeigen.

Die Unterstützer erhalten ein echtes Lichtpixel auf Metallfolie und auf Wunsch auch eine Spendenbescheinigung. Der Kulturkreis hat für die Aktion ein Spendenkonto bei der Sparkasse eingerichtet: 34736269, BLZ 25950130 (oder BIC: NOLADE21HIK). Als Verwendungszweck kann bei Beteiligung am Pixeln dieses Stichwort genutzt werden. Im Falle einer anderen Spende sollte als Stichwort „Kino“ angegeben werden.

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