Neuer Feuerwehrbedarfsplan deckt Positives, aber auch Schwachstellen auf

„Leistungsfähigkeit ist gegeben“

GRONAU Mit Spannung wurde er erwartet, nun fehlen nur noch kleine redaktionelle Änderungen: Der Feuerwehrbedarfsplan, erstellt von einem externen Planungsbüro, wurde in der vergangenen Woche den Verantwortlichen der Feuerwehr und den Mitgliedern des Samtgemeinderats vorgestellt.

„Uns war es wichtig, dass der Plan von außen erstellt wird, damit er ergebnisoffen gestaltet ist“, so Gemeindebrandmeister Frank Kirchner. Ein dreiviertel Jahr wurde daran gearbeitet, und mit dem vorliegenden Ergebnis hätten die Beteiligten eine objektive Arbeitsgrundlage. Was wurde getan? Alle Wohnort- und Berufsortdaten des Personals wurden aufgenommen, ebenso wurden die Bestände der Gerätehäuser und der Gerätschaften ergründet. „Die Feuerwehren haben jede Menge Daten zu Einsätzen geliefert“, so Kirchner. Die Ergebnisse sind in vielen Punkten erfreulich. „Die Leistungsfähigkeit der Wehr, die vom Gesetz verlangt wird, ist gegeben“, sagt Verwaltungschef Rainer Mertens mit Blick auf Ausrückzeiten und Personal: „460 Aktive sind bei 13 800 Einwohnern eine außergewöhnlich hohe Quote.“ Das zeige, dass die Führungskräfte gerade in der Nachwuchsförderung eine gute Arbeit geleistet hätten. Der Plan wurde bei Verwaltung und Politik auch mit Spannung erwartet, da es eine derartige Bestandsaufnahme noch nie gegeben hatte und Gronau eine Vorreiterrolle einnimmt, die anfangs kritisch belächelt wurde, nun aber bereits weitere Kommunen folgen lässt (wie Nordstemmen). Denn die Analyse deckt auch Schwachstellen auf. „Gerade im Bereich der Löschwasserversorgung, was bisher aber mit Tanklöschfahrzeugen kompensiert werden kann“, so Kirchner. Unterschiedlichste Ergebnisse gab es auch in der Benotung der Feuerwehrhäuser. Von „sehr gut“ bis „nicht ausreichend“, hier sind die Einrichtungen in Brüggen und Eitzum im Fokus, war alles dabei. „Das war für uns keine Überraschung“, sagt Mertens.

Interessant ist, was die Samtgemeinde mit diesem Papier zukünftig anstellen wird, denn der Feuerwehrbedarfsplan zeigt auch alternative Strukturen auf. „In einigen Gebieten könnte es Umstrukturierungen geben. Dann müsste es aber auch neue Häuser- und Fahrzeugkonzepte geben“, erklärt Kirchner. Das sei aber Zukunftsmusik, da werde es noch viele Gespräche geben. Nun wird überlegt, dass Papier zeitnah, nach redaktionellen Änderungen, in den Fachausschuss und in die Arbeitsgruppe „Zukunft der Feuerwehr“ zu geben. Weitere Schritte seien abhängig von der Interessenlage in den politischen Gremien und von der Finanzsituation. Trotzdem sei ein Schritt zu einer weiterhin verlässlichen Versorgung getan, ist sich Mertens mit dem Gemeindebrandmeister einig. „Wir haben jetzt schwarz auf weiß, was gut ist, wo Schwachstellen sind und können auch konkret die Frage beantworten, was an Gerätschaften und Fahrzeugen benötigt wird“, so Kirchner abschließend.

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