Bauvorhaben Strohkraftwerk scheitert an der Wirtschaftlichkeit

Leinestadt „momentan nicht in der Prüfung“

Laut Umweltdezernent Helfried Basse ist in Gronau derzeit kein Strohkraftwerk geplant.

GRONAU Lange war es still um das in der Leinestadt geplante Strohkraftwerk. Nun aber scheint das Projekt gänzlich vom Tisch zu sein – zumindest für Gronau. Die Planungs-Gesellschaft, die vor etwa sechs Jahren gegründet wurde und in deren Rahmen das Überlandwerk und örtliche Landwirte das Bauvorhaben bis zur Projektreife geplant haben, wird aufgelöst. Laut Umweltdezernent Helfried Basse werden im Landkreis Hildesheim jedoch weiterhin Möglichkeiten für die Realisierung eines Strohkraftwerks geprüft. Nur die Leinestadt sei „momentan nicht in der Prüfung“, teilt er auf Nachfrage der LDZ mit.

Doch weshalb ist Gronau als möglicher Standort nicht länger gefragt? Das Bauvorhaben war umstritten, Widerstand kam von einer Bürgerinitiative. Die Politik aber hatte keine Entscheidung in Sachen Strohkraftwerk getroffen – so weit ist es letztlich nicht gekommen. Das Bauvorhaben ist laut des Überlandwerks an der Wirtschaftlichkeit gescheitert: Es gebe kein Unternehmen, das Wärme in dieser Größenordnung gebrauchen könnte. „Wir brauchen Strom- und Wärmeabnehmer, die regelmäßig mindestens fünf Megawatt beziehen“, informiert auch Helfried Basse über wirtschaftliche Voraussetzungen, die offenbar in der Leinestadt derzeit nicht gegeben sind. Dass sich die Planungs-Gesellschaft nun auflöst, soll aber keineswegs bedeuten, dass gänzlich von der Realisierung eines Strohkraftwerks abgerückt wird. „Wir brauchen die Planungs-Gesellschaft einfach nicht mehr“, schildert Helfried Basse den aktuellen Stand. Wohl aber sei man weiterhin „mittendrin“ – wissenschaftliche und technische Gutachten liegen vor. Nun müsse die Frage nach der Wirtschaftlichkeit geklärt werden. Eine gebildete Arbeitsgruppe mit Vertretern des Landkreises und verschiedener Unternehmen bleibt demnach bestehen. Externe Experten prüfen derzeit „verschiedene Stellen im Landkreis“, informiert der Umweltdezernent über mehrere Möglichkeiten. Im Raum steht auch Alfeld. Helfried Basse hierzu: „Sicher ist eine größere Abnahme hier eher möglich. Alfeld ist eine große Stadt.“ Allerdings will man sich angesichts laufender Prüfungen derzeit nicht festlegen: Ob im Süden, Osten oder Norden, es gebe eben mehrere Möglichkeiten.

Auch die Leinestadt wolle Helfried Basse nicht gänzlich ausschließen. Zwar sei sie derzeit nicht in der Prüfung, bei weiteren Entwicklungen Gronaus aber könnte ein solches Bauvorhaben schließlich wieder in Betracht kommen.

Ob das Überlandwerk bei einem neuen Standort allerdings wieder im Boot wäre, ist ungewiss. Immerhin hat das Gronauer Unternehmen eigenen Angaben zufolge derzeit einige große Baustellen, beispielsweise seinen millionenschweren Neubau.

Die Bürgerinitiative „IG Saubere Luft“ äußert sich in einer Presseerklärung ebenfalls zum Thema Strohkraftwerk: „Soweit es Gronau angeht sind wir dankbar für die Unterstützung und Ermutigung über Jahre hinweg durch fast 1 000 Unterstützer. Sollten neue Versuche unternommen werden, dieses Projekt in Gronau wiederzubeleben, werden wir erneut mit guten Gründen sachlich eingreifen. Wir sind sicher, dann wieder auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger zählen zu können. Wir danken jenen Politikern, die sich öffentlich gegen das SKW im Westen von Gronau ausgesprochen haben, auch gegen parteiinterne Widerstände.“

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