Kollegium der Georg-Sauerwein-Realschule Gronau verabschiedet Jörg Kühne nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand

Kühne: „Schrittweise zurückgezogen“

Das nun ausschließlich weibliche Kollegium hat für die Verabschiedung von Jörg Kühne extra einen Text auf das Volkslied „Das Leben ist ein Würfelspiel“ gedichtet.

GRONAU Knapp 40 Jahre war Jörg Kühne im Schuldienst tätig, obwohl er sich eigentlich nie vorstellen konnte, Lehrer zu werden. Nun haben ihn seine Kolleginnen der Georg-Sauerwein-Realschule in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich habe mich durch die Altersteilzeit bereits schrittweise zurückgezogen und falle jetzt in kein dunkles Loch“, beruhigt Jörg Kühne seine Kolleginnen. Der heute 63-Jährige hat 1968 sein Abitur gemacht. „Eigentlich wollte ich Medizin studieren, aber meine Noten haben hierfür nicht ausgereicht“, berichtet er von seinem Werdegang. Der gebürtige Einumer wusste daraufhin nicht so recht, was er mit seinem Berufsleben anfangen möchte, und verpflichtete sich zunächst für zwei Jahre bei der Bundeswehr: „Es war eine anstrengende, entbehrungsreiche Zeit, aber auch eine glückliche.“ Von dieser Zeit sehr geprägt ist er auch heute noch: „Im Sportunterricht mussten die Jungen schon einmal Liegestütze auf den Fäusten machen“, erinnert sich Christiane Kunze. Die kommissarische Schulleiterin hat seit 1983 mit Jörg Kühne an der Realschule zusammengearbeitet.

Nach seinem Austritt aus der Bundeswehr war Jörg Kühne bei der Berufsberatung, die ihn in das Studium zum Hauptschullehrer „überredet“ hat, da er sich aufgrund seines Hintergrunds für die Pädagogik eignen würde. Nach seinem Dienstantritt an der Hauptschule in Gronau hat er sich in erster Linie um den Modellversuch „Zehnte Klasse“ gekümmert. 1983 wechselte er an die Realschule, an der er an vielen Schüleraustauschprogrammen, dem Betriebspraktikum sowie Planungen von Abschlussfahrten maßgeblich beteiligt war.

„Meine studierten Fächer waren Mathe und Erdkunde, mein Hauptfach Geschichte und dann habe ich noch Wirtschaft und Sport übernommen“, sagt Kühne. Allerdings hat er den Sportunterricht aufgegeben, als die Koedukation des Sportunterrichts eingeführt wurde: „Die Mädchen haben dann angefangen zu heulen, da hatte ich keine Lust zu.“ „Jörg Kühne hat sich laufend fortgebildet und immer neue Tätigkeiten neben seinen Aufgaben als Klassenlehrer der älteren Jahrgänge übernommen“, zählt Christiane Kunze nur einige Beispiele auf. Da der Gronauer im Stadtrat aktiv ist, die Abteilung Turnen leitet und auch sonst zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben übernimmt, ist er sich sicher, auch in Zukunft genügend zu tun zu haben. „Ich werde weiterhin früh aufstehen und mich in meinem Keller an den Sportgeräten schinden“, versichert Jörg Kühne, der nach eigenen Angaben eine „glückliche Zeit“ im Kollegium der Realschule verbracht hat. Die gute Zusamenarbeit betonen auch die anderen Lehrkräfte.

Um Jörg Kühne würdig verabschieden zu können, haben sie sich einiges einfallen lassen. Zunächst wird auf den festlich gedeckten Tisch im Lehrerzimmer ein Stuhl gestellt. Anschließend klettert Jörg Kühne auf seinen „Thron“ – das hat er von den Geburtstagskindern in seinen Klassen auch immer verlangt. Christiane Kunze begleitet das nun ausschließlich weibliche Kollegium am Keyboard bei einem selbstgedichteten Text zur Melodie des Volksliedes „Das Leben ist ein Würfelspiel“.

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