In Gronau will niemand mehr Prunkbauten... Warum eigentlich nicht?

„Krieg den Palästen“

Volle Hütte: Dicht an dicht drängen sich Zuhörer und Ausschussmitglieder im Feuerwehrhaus Barfelde. Das muss in Zukunft nicht mehr sein. In einem Palast könnten alle auf Sänften liegen. Foto: Mosig

GRONAU Was ist nur in Gronau los? Während sich Schloss Herrenhausen, die Marienburg und der Palast des Maharadschas im Zoo Hannover großer Beliebtheit erfreuen, will das ÜWL keinen „Palazzo“, und auch die Politiker betonen, dass im Despetal kein „Feuerwehr-Palast“ gebaut werden soll.

„Friede den Hütten, Krieg den Palästen“, sagte der Schriftsteller Georg Büchner – und blickte dabei wohl aufs Despetal, wo sich drei Feuerwehren vereinen wollen und ein neues Gerätehaus brauchen. Laut Verwaltung könnte dies 800 000 Euro kosten. Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung wurde nun darüber diskutiert, und Werner Siemers (Grüne), der schon im Gemeinderat die „Palast-Revolte“ angezettelt hatte, bekräftigte mit Blick auf vergleichbare Häuser: „400 000 Euro müssen angesichts der verschuldeten Samtgemeinde ausreichen.“ Verwaltungsmitarbeiter Maik Götze mahnte zur Sachlichkeit, da noch nicht klar sei, wo und wie gebaut würde: „Ich wundere mich allerdings über die Vergleiche. Vom Bauplatz über Erschließung und Mobiliar bis zur Fertigstellung muss man mit knapp 800 000 Euro rechnen.“ Natürlich müsse das Haus zweckmäßig sein, und auch Andreas Zastrow, der in der Feuerwehr Barfelde aktiv ist, betonte: „Wir brauchen keinen Palast.“ Gemeindebrandmeister Frank Kirchner meinte, dass allein die vielen gesetzlichen Vorschriften berücksichtigt werden müssen: „Von Kommandoseite aus reicht uns ein Zweckbau.“ Und Ausschussvorsitzender Thomas Schwanitz merkte an: „Mit Blick auf die Häuser in Eime, Gronau und Betheln dürfen wir keine Abstriche im Despetal machen, aber in erster Linie muss das Haus zweckmäßig sein.“ So gaben die Ausschussmitglieder die Empfehlung, 800 000 Euro in die kommenden Haushalte einzustellen. Warum für diese Summe nicht etwas Prunkvolles gebaut wird, bleibt aber ein Geheimnis, zumal es die Verwaltung auch nicht ganz mit Büchners Aussage hält, wie Götze erklärte: „Für 400 000 Euro würden wir nur ´ne Hütte kriegen.“

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