Eindrücke aus dem Wahllokal / SPD siegt knapp in Gronau

Kopf-an-Kopf-Rennen

Kein Billiard am Wahlsonntag, das sechsköpfige Wahlhelfer-Team im Gronauer JUZ zählt die Stimmen unter der Leitung von „Geburtstagskind“ Annegret Schubert (2.v.l.) aus. Foto: Klein

GRONAU „Die Stimmung ist gut“ – so beschreibt das sechsköpfige Wahlhelfer-Team die Atmosphäre, die im zum Wahllokal umgewandelten Jugendzentrum den ganzen Tag über herrscht. Und das Besondere: „Es sind heute wirklich auffällig viele junge Menschen zum Wählen gekommen“, freut sich Annegret Schubert, die nicht nur ihren 61. Geburtstag im Wahllokal verbringt, sondern auch die Teamleitung hat.

Für die Gronauerin sei dies aber kein Problem, erst mittags hat sie ihren Dienst im Wahllokal angetreten. Und gefeiert werden soll dann am kommenden Wochenende. „Es geht ganz locker zu“, beschreibt Wahlhelfer Hans-Peter Klose die Stimmung. Fast alle Wähler, die am Wahlsonntag ihr Kreuzchen im Gronauer JUZ setzen, kennt das Team. „Natürlich wechselt man da auch schon einmal ein privates Wort“, sagt Hans-Peter Klose. Das mache eben die Stimmung aus: „Das ist der Vorteil einer Kleinstadt – man kennt sich.“

Währenddessen, so kurz vor Ende der Wahl, wird die Uhr genau im Blick behalten: Noch drei Minuten, noch zwei und dann läuft die letzte Minute... 18 Uhr – das Wahllokal wird geschlossen. Nun wird die Wahlurne geöffnet und auf dem Billiardtisch werden die Zettel sortiert.

Nach einer knappen halben Stunde ist das erste Wahllokal ausgezählt – in Nienstedt. Auffällig ist dort die Anzahl an NPD-Wählern, immerhin bekommt die Partei 4,1 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zur Wählerzahl von 75 relativiert sich die Zahl dann aber wieder. Mit 14 Stimmen ist das Wahllokal Altenbegegnungsstätte in Gronau hier trauriger Spitzenreiter. Dort sind nicht nur die meisten NPD-Wähler zu finden, sondern mit 14 auch die höchste Anzahl an ungültigen Stimmen. Insgesamt sind beim Auszählen in den Wahllokalen 98 Stimmzettel als ungültig erklärt worden.

Die beiden großen Parteien liefern sich derweil ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Hat zunächst die CDU-Kandidatin Ute Bertram geführt, setzt sich kurze Zeit später dann SPD-Kandidat Bernd Westphal an die Spitze. Es war bereits abzusehen, dass es ein knappes Duell wird. Um 18.35 Uhr, nach sieben von 19 Wahllokalen, liegen beide Spitzenkandidaten nahezu gleichauf. Auch Lars Leopold (Die Linke) und Brigitte Pothmer (Bündnis 90/ Die Grünen) liefern sich in der Samtgemeinde ein knappes Rennen. Dr. Bernd Fell von der FDP muss sich vorerst mit 1,4 Prozent begnügen. Das letzte Wahllokal ist Dunsen, aus dem kurz vor 20 Uhr die Ergebnisse einlaufen. Laut Martin Paggel von der Verwaltung liegt die Samtgemeinde Gronau damit noch immer in seiner prognostizierten Auszählungszeit. „Es ist alles gut gelaufen“, spricht er von einem routinierten Auszählungsablauf. Damit liegt Bernd Westphal mit 44,5 Prozent der Stimmen knapp vor Ute Bertram mit 41,9 Prozent. Brigitte Pothmer sichert sich 5,8 Prozent, Lars Leopold 5 Prozent. Dr. Bernd Fell bleibt bei 1,4 Prozent und erhält damit die gleiche Stimmenzahl wie die FDP. Auch bei den Zweitstimmen liegt die SPD mit 40,4 Prozent vorn, die CDU folgt mit 38 Prozent. Die FDP erhält 3,4, Die Grünen 6,8 und Die Linke 4,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt mit 76,06 Prozent über dem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2009; insgesamt haben 8 542 Wähler ihre Stimme abgegeben. Darunter haben allein 1 444 Personen von ihrem Briefwahlrecht Gebrauch gemacht.

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