Patienten folgen vor allem dem guten Ruf des Gronauer Krankenhauses / „Standort muss erhalten bleiben“

Kooperation statt Konkurrenz?

Die Zukunft „ihres“ Krankenhauses beschäftigt die Bürger in Gronau seit Langem: Für einige stellt sich jedoch die Frage, ob Konkurrenz untereinander am Ende wirklich das Beste für den Patienten ist. Fotos: Vogelbein

GRONAU Wie in so vielen Lebenslagen geht es auch in Gesundheitsfragen stets um „das liebe Geld“. Das ist auch bei der Frage um die Zukunft des Johanniter-Krankenhauses in Gronau nicht anders. Heutzutage werden Krankenhäuser zumeist wie moderne Wirtschaftsunternehmen geführt. Sind die Zahlen am Monatsende rot, muss sich meist dringend etwas konzeptionelles ändern. Doch was ist eigentlich mit den Menschen auf der anderen Seite: Jene, die auf das Krankenhaus und seine Nähe angewiesen sind, weil sie in Not geraten oder unter Schmerzen leiden. Was sagen Bürger und Patienten?

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Krankenhaus und habe auch meine Gesundheit der Tatsache zu verdanken, dass der Standort kurze Wege ermöglicht“, meint Eduard Wangram aus Gronau, „es wäre ein Jammer, wenn das Krankenhaus in Gronau aufgegeben wird.“ Grund für die vermehrte Verunsicherung in der Bevölkerung sind Gespräche der Johanniter, ob der Standort in Gronau auch in Zukunft noch ausreichend wirtschaftlich sei (die LDZ berichtete). So sei man bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach neuen strategischen Partnern und könnte nun mit dem Schweizer Unternehmen Ameos einen eben solchen gefunden haben. Das Problem: In Hildesheim und Alfeld, also in direkter Nachbarschaft, ist das Unternehmen bereits Träger mehrerer Kliniken. Als kleinstes Haus könnte Gronau somit die Ausdünnung oder sogar Schließung drohen, um eine mögliche Konkurrenz zu verhindern. Patienten müssten dann auf die Häuser in Hildesheim und Alfeld ausweichen. Gerade in Notsituationen kommt es jedoch auf jede Minute und kurze Wege an. Ob es dazu aber überhaupt kommen müsse, sieht Peter Neumann aus Brüggen nicht zwingend. „Grundsätzlich ist das Thema sehr komplex, sodass es für uns normale Bürger schwierig ist, sich im Detail damit auseinanderzusetzen“, gibt er zu. Dennoch ist er der Meinung, dass statt Konkurrenz eine mögliche Kooperation der Häuser diese weiterbringe: „Nicht jedes Krankenhaus muss alles können“, hebt er hervor und schlägt vor, dass eine Spezialisierung eine Möglichkeit wäre, den Standort zu erhalten: „Die Erstversorgung muss gegeben sein, alles andere muss dann gemeinschaftlich ausgehandelt werdem.“ Das der Weg zur Spezialisierung der möglicherweise Richtige ist, glaubt auch Heinz-Gerhard Kuche und belegt dies mit Erfahrungen, die er erst jüngst am „eigenen Leib“ gemacht hat. Kuche stammt ursprünglich aus Peine und hat sich erst vor einer Woche eine neue Hüfte einsetzen lassen: „Ich hätte die Möglichkeit gehabt, Krankenhäuser in der direkten Umgebung von Hannover auszusuchen.“ Er habe sich aber explizit für das Gronauer Krankenhaus entschieden, weil er sich dort die für ihn beste Behandlung verspricht: „Auf der Gesundheitsmesse in Hildesheim habe ich einen Arzt aus dem Gronauer Krankenhaus kennengelernt, der mich von seinen Methoden überzeugt hat“, gibt er an, „so habe ich mich für das Krankenhaus in Gronau entscheiden und bin mit der Behandlung sehr zufrieden“, sagt er und legt seine Krücken beiseite: „Nach einer Woche kann ich mich bereits schmerzfrei bewegen.“ Dass sich die Krankenhäuser untereinander ergänzen könnten, statt eine Konkurrenz aufzubauen, sieht auch er als mögliches Mittel. „Konkurrenz ist manchmal nicht das Beste für den Patienten“, teilt er die Meinung von Neumann.

Wie es nun weitergeht, werden die Zukunft und die bereits stattfindenden Gespräche der Johanniter mit möglichen Partnern zeigen. Klar ist jedoch, dass den Gronauern ihr Krankenhaus nicht so einfach wegzunehmen ist. Das dieser Luxus aber auch seinen (finanziellen) Preis hat, führt dennoch dazu, dass das Krankenhaus in Gronau über seine medizinische Qualität hinaus ein Thema bleiben wird.

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