Gymnastik ohne Übungsleiterin / Bürgermeister springt Vorstand bei

Knatsch beim DRK Betheln

Diana-Madelaine von der Brelie und ihre Vorstandskolleginnen sind sauer auf einige Mitglieder, die sich nicht DRK-konform verhalten. Foto: Mosig

BETHELN „Es war ein ruhiges Jahr. Alles spielt sich immer besser ein“, meinte Diana-Madelaine von der Brelie, die 2011 den Vorsitz des DRK Bethelns übernommen hatte, während der Jahreshauptversammlung, um sogleich in Unruhe zu verfallen. Denn die Seniorengymnastik wurde auf Eis gelegt, da die Übungsleiterin Veronika Koch gekündigt hatte.

„Sie wollte einfach nicht mehr“, so von der Brelie: „Wir haben versucht, vom Kreisverband eine Nachfolgerin zu bekommen. Doch eine Übungsleiterin muss eine dreijährige Ausbildung besitzen. Zurzeit gibt es keine.“ Die Vorsitzende wollte den Gymnastikdamen am Sonnabend eine neue Lösung präsentieren, doch die Frauen boykottierten die Jahreshauptversammlung. „Innerhalb des Vereins wird ein Verhalten an den Tag gelegt, das gegen die Grundsätze des DRK steht“, regte sich die Vorsitzende auf. Es seien Gerüchte gestreut worden, die nicht der Wahrheit entsprechen: „Wir können unsere Freizeit auch anders nutzen als im DRK-Ehrenamt“, sprach sie für sich und ihre Vorstandskolleginnen. Von der Ex-Übungsleiterin Koch lag ein schriftlicher Jahresbericht vor, in dem es hieß: „Es war eine stets vertrauensvolle Arbeit mit dem Vorstand, der stets ein offenes Ohr hatte und uns mit Gerätschaften versorgt hat.“ Die neue Lösung wäre laut von der Brelie, dass – um die Kosten gering zu halten – die Seniorengymnastik als Reha-Sport deklariert wird, den es auf Rezept gibt. Eine Übungsleiterin stehe bereit: „Richtet den Damen aus, wenn sie Interesse haben, können wir einen Termin machen.“ Bürgermeister Werner Achilles sprang ihr in seinem Grußwort bei: „Wer diesem Verein den Rücken kehrt, schlägt dem jungen Vorstand ins Gesicht, der den Verein jüngst erhalten und ihn zu einer tragenden Bethelner Säule ausgebaut hat. Wenn der Verein den Bach runtergeht, würde ein Stück Dorfkultur sterben.“ Denn der Verein hat auch 2013 wieder viel geleistet. Altkleider und Geld wurden gesammelt, Blutspenden durchgeführt, eine Ferienpass-Aktion initiiert und viel fürs gesellige Vereinsleben getan. Dabei wurde ein Überschuss erwirtschaftet, obwohl 75 Prozent der Mitgliedsbeiträge direkt an den Kreisverband gehen.

Doch im nächsten Jahr kommen Mehrkosten auf die Bethelner Vereine zu. Wie Achilles berichtete, werden die Gebühren für die Hallennutzung angehoben, und auch die Miete fürs Heinrich-Sievers-Haus steigt von fünf auf zehn Euro. Achilles merkte an, dass die Gemeindekasse leer sei, die Weichen für Fusionen gestellt sind, dass das dörfliche Leben in Betheln damit aber keinesfalls kaputtgehen werde. Dafür werde er sich mit allen Gemeinderatsmitgliedern einsetzen: „Niedrige Gebühren für unsere Einrichtungen sind für den Gemeinderat selbstverständlich, für die Verwaltung aber leider nicht immer. Ich sehe es als unerlässlich an, dass unser Vereinsleben lebendig bleibt.“ flo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare