Eimer gründen Bürgerinitiative „Eime stinkt´s – Für eine friedliche Koexistenz mit der Landwirtschaft“

Knapp 50 spontane Mitglieder

Rund 70 Bürger, von denen sich knapp 50 zur Gründung einer Bürgerinitiative „Eime stinkt´s – Für eine friedliche Koexistenz mit der Landwirtschaft“ entscheiden, versammeln sich in Eime. Fotos: Fritzsche

EIME Von knapp 20 Teilnehmern an der Bürgerversammlung zur Gründung der Bürgerinitiative „Eime stinkt´s – Für eine friedliche Koexistenz mit der Landwirtschaft“ war Initiator Bernd Abbetmeier ausgegangen. Dass es dann aber doch über 70 Bürger waren, die sich im „Landgasthaus Knoche“ einfanden, war für Abbetmeier „einfach überwältigend“, wie er es selbst formulierte.

Trotz der großen Menge interessierter und betroffener Eimer konnte Abbetmeier durch eine ruhige und sachliche Bürgerversammlung führen, zu deren Abschluss sich knapp 50 Teilnehmer auch gleich spontan der neuen Bürgerinitiative anschlossen.

Der engagierte Anwohner erläuterte zunächst noch einmal den konkreten Grund, weshalb diese Bürgerversammlung überhaupt stattfand, und stellte das Vorhaben des Nordstemmer Landwirtes Jens Pape noch einmal vor. Dieser plant am Bekumer Weg ein Gärsubstratlager zu errichten, das sich nach den vorliegenden Plänen rund 380 Meter von der Eimer Wohnbebauung befinden und ein Fassungsvermögen von zehn Millionen Liter Gülle aufweisen soll.

„Rund 335 Fahrten“

Neben einer immens starken Geruchsbelästigung befürchtet der Eimer auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, speziell in der Gronauer Straße, Am Lehder Tor und dem Bekumer Weg: „Das sind rund 335 Fahrten durch schwere große LKW allein für die Anlieferung, und noch weitaus mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge, die mit einem viel kleineren Fassungsvermögen die Unmengen von Gülle komprimiert in den Sommermonaten dort wieder abholen,um sie auf die Felder zu bringen.“ Eins stellte Abbetmeier während seiner Ausführungen immer wieder heraus, nämlich, dass ihm durchaus bewusst sei, in einer ländlichen Gegend zu wohnen, in der man mit entsprechenden Einschränkungen leben müsse. „Aber das eben nur bis zu einem gewissen Punkt“, verdeutlichte er: „Mir ist sehr an einem friedlichen Miteinander mit der Landwirtschaft gelegen. Bisher ist das auch immer gelungen, weil wir ein ausgeglichenes Verhältnis gelebt haben. Aber wenn eine der beiden Parteien plötzlich das Übergewicht bekommt, dann ist es schwierig, das gute Miteinander weiter auszuüben.“

Abbetmeier kritisierte dabei das fehlende Gespräch im Vorfeld der geplanten Baumaßnahme, von der er als Mitglied des Realverbandes auf einer Versammlung mehr oder weniger zufällig erfahren hatte: „Irgendwann ist ein Punkt gekommen, da muss man auch mal ausrufen: Hallo, hier sind wir Bürger und wir lassen uns nicht alles gefallen.“

Standort-Zweifel

Keiner der Versammlungsteilnehmer äußerte seine Zweifel daran, dass der Bau des Gärsubstratlagers für Landwirt Pape eine unabdingbare Maßnahme sei. Lediglich der Standort wurde allgemein in Frage gestellt. „380 Meter Abstand zu den Häusern ist definitiv zu wenig. Selbst bei 1 000 Metern können wir nicht sicher sein, dass sich die Geruchsbelästigung in akzeptablen Grenzen hält“, lautete der Tenor der Bürger.

Die von Jens Pape angesprochene Erklärung für den von ihm vorgesehenen Standort in Eime ließen die betroffenen Anwohner nicht gelten. Als entscheidende Voraussetzung für den Bau des Lagers hatte der Landwirt angegeben, das nicht jede Fläche für ihn akzeptabel sei, da er einen Stromanschluss benötige. „Bei der großen Investitionssumme für den Bau des Lagers sollte es wahrlich nicht mehr darauf ankommen, wenn für eine längere Stromzuführung erhöhte Kosten anfallen“, so die Meinung der Versammlungsteilnehmer.

Auch Eimes Ortsbürgermeister Hartmut Fischer ergriff das Wort und erklärte, dass im Fall des geplanten Bauvorhabens der Landkreis Hildesheim als Genehmigungsbehörde fungiere und die Samtgemeinde Gronau im Rahmen ihrer Möglichkeit zur Abgabe einer Stellungnahme darauf hingewiesen habe, dass ein genereller Abstand von 1 000 Metern zu Wohngebieten nötig sei. „Der Landkreis wird außerdem zu prüfen haben, ob die Nordstemmer Biogasanlage mit dem geplanten Außenlager in Eime nicht eventuell als gewerbliche Anlage einzustufen ist. Für gewerbliche Betriebe bestehen ganz andere Vorschriften als für rein landwirtschaftliche“, verdeutlichte Hartmut Fischer. Landwirt Jens Pape selbst war bei der Bürgerversammlung nicht anwesend. „Ich habe ihn auch nicht speziell persönlich eingeladen“, so Abbetmeier: „Schließlich konnte er ja diesen Termin heute aus der Zeitung entnehmen.“

Großer Zuspruch

Abschließend stellte er die Anfrage an die Versammlung, ob die Gründung der Bürgerinitiative „Eime stinkt´s – Für eine friedliche Koexistenz mit der Landwirtschaft“ im Sinne der anwesenden Teilnehmer sei, und erklärte sich nach deren Zustimmung bereit, gemeinsam mit Frank Bläsing als „Gesicht der Bürgerinitiative“ zu agieren.

„Der große Zuspruch der Versammlung bestärkt mich darin, hier etwas zu tun“, schloss Abbetmeier die Veranstaltung. fri

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