Bernhard Brinkmann auf Abschieds-Sommertour mit SPD-Spitzenkandidat Bernd Westphal / „Verbundenheit zur Region“

Klare Bekenntnisse zum Standort Gronau

Einblicke in den Tampondruck: TSP-Geschäftsführerin Doris Peiler führt die Sozialdemokraten durch den knapp 40 Jahre alten Betrieb.

GRONAU Bernhard Brinkmann ist zum letzten Mal als Bundestagsabgeordneter auf Sommertour, mit dabei ist sein Nachfolger Bernd Westphal – sofern er bei der Bundestagswahl am 22. September die Gunst des Wählers für sich gewinnen kann. Drei Unternehmen – vom weltweit agierenden Betrieb „Funke“ über die kleine Vier-Mann-Firma TSP Tampon-Siebdruck-Peiler bis hin zum europaweiten Ersatzteilspezialisten ASWO – besuchen die Sozialdemokraten im Beisein der örtlichen Funktionsträger. Eines aber beeindruckt sowohl Brinkmann als auch Westphal besonders: die Verbindung der Betriebe zu ihren Standorten, also „die Verbundenheit zur Region“.

„Alle drei Unternehmen sind bestens aufgestellt“, freut sich Bernhard Brinkmann nach der Tour durch die Samtgemeinde Gronau. Das erste Beispiel bildet das Unternehmen „Funke Wärmetauscher Apparatebau“ mit Sitz in der Leinestadt. Nach einem „sehr ruhigen Start“ in dieses Jahr, sind die Verantwortlichen nun „sehr zufrieden“: „Im Juli haben wir das höchste Auftragsvolumen seit Menschen gedenken“, verkündet Geschäftsführer Michael Stauch. In diesem Monat erhielt das Unternehmen den größten Einzelauftrag in seiner bisherigen Firmengeschichte und baut demnach ganz neue Sicherheitswärmetauscher im Doppelrohr-Prinzip für ein Solarprojekt in Indien. Somit sei die Auslastung für das kommende Jahr „schon relativ gut“, berichtet Michael Stauch: „Wenngleich der deutsche Markt etwas schwächelt.“ Doch mit 13 Tochterunternehmen sei der Traditionsbetrieb „weltweit gut unterwegs“.

Und was Verwaltungschef Rainer Mertens besonders gern hört, ist zudem das klare Bekenntnis von „Funke“ zum Standort Gronau: Wie der Geschäftsführer nämlich ankündigt, will das Unternehmen, das derzeit 290 Mitarbeiter beschäftigt, zwei Millionen Euro investieren – eben in technisches Equipment für den Hauptsitz in der Leinestadt. Für Michael Stauch stehe es aber ohnehin außer Frage, Gronau den Rücken zu kehren: „Unser Herz schlägt für Gronau. Hier sind unsere Wurzeln.“ Und wie im Rahmen des Gesprächs deutlich wird, scheint auch die geplante „Funke“-Erweiterung voranzuschreiten, die aus Unternehmenssicht nur Sinn hat, wenn zum rund 30 000 Quadratmeter zugekauften Grundstück in Richtung Barfelde auch eine Zubringerspur realisiert werden kann.

Viel konkreter ist die geplante Expansion allerdings bei ASWO mit Sitz in Eime: Dort stehen die Verantwortlichen kurz davor, einen Bauantrag für eine weitere Halle mit einer Grundfläche von 7 000 Quadratmetern zu stellen. Wie Geschäftsführer Horst Rudolf verdeutlicht, ist das europaweit agierende Unternehmen mit allein 450 Mitarbeitern in Eime schneller gewachsen als ursprünglich geplant. Derzeit nehme man Lagermöglichkeiten außerhalb des Unternehmenssitzes in Anspruch. „Wir müssen jetzt aber den nächsten Schritt gehen“, betont Horst Rudolf, der die Erweiterung über den Winter realisieren möchte. „Wir haben uns in eine Nische gebohrt“, informiert Gründer und Geschäftsführer Karl-Börries Aschitsch über die Anfänge der Geschäftsidee, Ersatzteile, insbesondere auch schwer zu bekommene, an Händler zu liefern. Doch der Service gehe längst über „ein Ersatzteillager“ hinaus. Ermöglicht werde dies dank eines ausgeklügelten technischen Systems, das permanent weiterentwickelt werde. Der Markt habe sich allerdings verändert, nun müssten ganz andere Anforderungen an die Logistik gestellt werden, auf die der europaweit führende Ersatzteilspezialist reagieren müsse. Einen Fernseher beispielsweise lasse heutzutage niemand mehr reparieren, verdeutlicht er. Doch angesichts moderner Technologien würden sich immer neue Märkte auftun.

Der kleinste Betrieb in dieser Runde ist TSP Tampon-Siebdruck-Peiler, der im Gewerbegebiet „Zur Deßel“ in Gronau sitzt. Vier Mitarbeiter sind dort beschäftigt, je nach Auftragslage helfen Springer aus. „Ich bin erfreut, dass Sie auch kleine Firmen besuchen“, dankt Geschäftsführerin Doris Peiler, die die Delegation der Sozialdemokraten durch den kleinen, aber feinen Betrieb führt. So erfährt sie, wie etwa der Sieb- und Tampondruck eigentlich funktioniert. Zum Stamm des Gronauer Betriebs gehören 63 Kunden, darunter etwa acht mit Daueraufträgen. Mitgenommen hat die Delegation hier, dass sich die Betriebe im Gewerbegebiet näher kennenlernen müssten, damit Aufträge vielleicht künftig dann auch im Ort, vielleicht sogar in direkter Nachbarschaft, vergeben werden.

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