KGS-Schüler ärgern sich über Niedersächsische Corona-Verordnung

„Es ist arschkalt hier“

„Jetzt heißt es frieren und akzeptieren“: Die Schüler der 10H1 sind bedient. Ab sofort sitzen sie wieder dicht an dicht im Klassenzimmer – in Jacken, da ständig gelüftet werden soll, und mit Mund-Nasen-Schutz.
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„Jetzt heißt es frieren und akzeptieren“: Die Schüler der 10H1 sind bedient. Ab sofort sitzen sie wieder dicht an dicht im Klassenzimmer – in Jacken, da ständig gelüftet werden soll, und mit Mund-Nasen-Schutz.

Gronau – Es gibt keinen Corona-Fall mehr an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Gronau. Was nach einer guten Nachricht klingt, ist für die Schüler der 10H1 allerding ernüchternd. Denn seit gestern sind wieder alle Schüler gleichzeitg im Präsenzunterricht (Szenario A) in der Schule. Die Fenster und Türen stehen groß auf. Die Mädchen und Jungen sitzen in ihren Jacken mit dickem Schal um den Hals dicht nebeneinander auf ihren Plätzen. „Jetzt heißt es frieren und akzeptieren“ sagt Klassensprecher Alexander Herfort. Ob dies im Sinne des Gesundheitsschutzes ist, wagt er jedoch zu bezweifeln.

Durch zwei Corona-Infizierte an der KGS waren die Schüler die vergangenen vier Wochen in Szenario B, das heißt, nur die Hälfte der Klasse war vor Ort, während die andere parallel zu Hause die Aufgaben erledigt hat. „Klassenarbeiten wurden an zwei Tagen hintereinander geschrieben“, sei auch das möglich. „Es lief gut, auch der Rücklauf der Aufgaben hat funktioniert. Es leuchtet mir nicht ein, warum wir das in der Art nicht bis Weihnachten durchziehen“, so Sybille Damerau. Doch die Regierung habe verfügt, dass Schulen nur auf Anweisung des Gesundheitsamtes oder ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 in Szenario B wechseln können. „Überall werden die Kontaktbeschränkungen verschärft. In der Schule gibt es Lockerungen“, schütteln Alexander Herfort und seine Klassenkameraden darüber den Kopf.

Platz, um die Tische auseinander zu rücken, gibt es nicht. Deshalb müssen alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen, auch im Unterricht. „Wie wir uns so konzentrieren sollen, während wir frieren, ist mir nicht klar“, sagt Fabian Behrens. Auch die Lage in den Bussen hat sich durch die Rückkehr zum Präsenzunterricht wieder verschärft. 

Alle 20 Minuten werden die Fenster groß aufgezogen: „Das wird an unseren Fensterplätzen arschkalt“, wird Alexander Herfort deutlich. Auch die Heizungen kämen da nicht hinterher. Zwar wünschen die Jugendlichen niemandem eine Erkrankung, doch hoffen sie, beim nächsten Corona-Fall an der Schule wieder in das sicherere Szenario B wechseln zu dürfen. – kim

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