Im Fokus der Gemeinde steht der „Lindenhof“ – jetzt heißt es warten bis zum Förderbescheid

Kein Stillstand bis zur Fusion

Bantelns Bürgermeister Friedrich-Georg Block-Grupe: „Wir wollen das Maximale für unser Dorf herausholen.“

Banteln Was die Einwohner Bantelns wohl am meisten beschäftigt, ist der „Lindenhof“: „Das wird später einmal hofentlich unser Bürgerhaus“, sagt Bürgermeister Friedrich-Georg Block-Grupe im Rahmen eines offenen Gesprächs mit der LDZ-Redaktion. 900 000 Euro beträgt das Gesamtvolumen der Umgestaltung der ehemaligen Gaststätte. Läuft alles glatt, flattert im Mai, Juni der Förderbescheid ins Haus: Zwei Drittel sollen vom Bund und vom Land kommen. Das restliche Drittel hat die Gemeinde längst im Haushalt eingeplant.

„Ich freue mich darauf“, ist der Bürgermeister davon überzeugt, dass die „Lindenhof“-Umgestaltung den Ort einen entscheidenden Schritt nach vorne bringt: „Wir haben dann Möglichkeiten, die wir so noch nie hatten“, spricht er über ein noch nie dagewesenes Platzangebot für alle Aktionen des öffentlichen Lebens. Das Projekt stammt aus dem Interkommunalen Entwicklungs- und Handlungskonzept, das die Samtgemeinde im vergangenen Jahr verabschiedet hat. „Wir haben die Arbeiten jetzt so weit vorangebracht, wie wir konnten, ohne die Förderung zu gefährden“, teilt Friedrich-Georg Block-Grupe mit. Das Gebäude spiele eine wichtige Rolle für die Gemeinde: „Jeder, der in Banteln schon einmal ein Bier getrunken hat, kennt den im Stil der 60er Jahre erscheinenden Gastraum“, lächelt er: „Und dieser soll als Erinnerung auch so erhalten bleiben.“

Die Gemeinde Banteln kann es sich durchaus leisten, 300 000 Euro in das Gebäude zu investieren. Die finanzielle Situation sei positiv, wie der Bürgermeister verrät: „Keine anderen Projekte leiden darunter“, wie er betont. Immerhin hat der Rat erst kürzlich seinen Haushalt 2016 beschlossen, der einen Überschuss in Höhe von knapp 2 000 Euro aufweist. Zwar hat die Gemeinde Schulden in Höhe von 390 000 Euro, aber „wenn wir unsere Bauplätze dagegenrechnen, stehen wir wieder neutral da“, informiert der Bürgermeister über „eine solide Haushaltsführung“ – und er fügt hinzu: „Wir kommen also nicht als arme Tante in die neue Gemeinschaft“, spricht er die bevorstehende Fusion mit der Stadt Gronau an. Sicher falle es schwer, die eigene Selbstständigkeit aufzugeben: „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, räumt er ein: „Aber wir wollen diesen Schritt positiv mitgestalten und das Maximale für unser Dorf herausholen.“ Friedrich-Georg Block-Grupe wolle an Bord bleiben: Er kandidiert für den neuen Stadtrat. „Ich sehe es als eine gewisse Verpflichtung an, mich zur Wahl zu stellen“, sagt der Bürgermeister, der davon überzeugt ist, dass im neuen Rat ein gewisses Umdenken nötig sein wird: „Kirchturm-Politik ist dann fehl am Platz.“

Statt nur auf die Fusion mit der Stadt zu warten, soll in Banteln noch einiges bewegt werden: Beispielsweise soll die umfangreiche Gehwege-Sanierung des vergangenen Jahres fortgesetzt werden. Auch soll nach dem Abschluss des ersten und dritten Abschnitts der Sanierung der Kampstraße jetzt der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Und: „Wir werden unser Baugebiet erweitern“, freut sich Friedrich-Georg Block-Grupe über das große Interesse an Bauland in der Gemeinde. 2015 sind fünf Bauplätze verkauft worden. „Das ist eine tolle Überraschung gewesen“, kommentiert er die Zahlen. Daher sei die Erweiterung des Baugebietes um acht Grundstücke nicht genug, eine ähnliche Anzahl an Bauland soll in diesem Jahr geschaffen werden. Für den Bürgermeister auch ein Zeichen, dass der Ort attraktiv sei: „Wir haben eine super Anbindung mit dem Bahnhof“, zählt er einige Vorzüge auf: Auch die schnelle Internetversorgung, die Schule und der Kindergarten sowie das Vereinsangebot und die Freizeiteinrichtungen würden dazu zählen. „In Banteln kann man gut wohnen“, ist er überzeugt. Zur Attraktivität des Ortes trägt auch der „Grüne Daumen“ bei: „Seitdem diese Gruppe von Ehrenamtlichen aktiv ist, haben wir weit über 100 000 Euro gespart“, zollt er der Initiative großen Respekt: „Und im Dorf sieht es angemessen ordentlich aus.“ Das nächste Projekt des „Grünen Daumens“ in Zusammenarbeit mit der Altersabteilung wird die Splittung der Allee zwischen Banteln und dem Friedhof sein.

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