Krankenhaus möchte Synergieeffekte nutzen, um wirtschaftlich zu arbeiten

Johanniter suchen strategischen Partner

Geschäftsführer Martin Windmann, Oberin Bärbel König und Kurator Cord von Goßler suchen einen Partner für das Johanniter-Krankenhaus in Gronau. Foto: Hüsing

GRONAU Bereits seit einigen Jahren schreibt das Johanniter-Krankenhaus in Gronau rote Zahlen. Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage hat zu Personalabbau und Maßnahmen innerhalb des medizinischen Leistungsprofils geführt. „Das hat geholfen, aber nicht ausgereicht“, informiert Cord von Goßler.

Deshalb hat sich der Kurator des Johanniter-Ordens mit dem Geschäftsführer Martin Windmann, Oberin Bärbel König und den anderen Kuratoriumsmitgliedern überlegt, wie man das Krankenhaus halten kann: „Wir suchen nach einem strategischen Partner, mit dem Synergieeffekte möglich sind“, berichtet der Kurator. Die Verbesserung der wirtschaflichen Lage sei intern im Johanniter-Orden nicht möglich, da es kein zweites Haus in der unmittelbaren Umgebung gibt. „Das Haus in Stendal hat zwar die Hauptanteile übernommen, doch durch die Entfernung sind Synergieeffekte kaum zu erzielen“, führt Martin Windmann aus. Heute haben die drei gemeinsam die Mitarbeiter informiert. „Das Haus bleibt voll leistungsfähig“, betont Cord von Goßler. Es würde keine weiteren Personaleinsparungen geben, und auch die gewohnten medizinischen Leistungen blieben erhalten: „Es gibt keinen Anlass zur Sorge.“ Für die Belegschaft und die Patienten würde sich nichts ändern. „Wir führen Gespräche mit den Ärzten sowie dem Förderverein und beziehen sie in die Planungen mit ein“, so Cord von Goßler. „Wir möchten das Haus gerne zu einem frühen Zeitpunkt solide aufstellen und nicht aus einer Passivität heraus agieren“, erklärt Martin Windmann die derzeitigen Schritte. Im Februar hat er dem Johanniter-Orden zusammen mit Oberin Bärbel König von der Lage in Gronau berichtet. Basierend auf wirtschaftlichen Analysen ist dann im März der Plan gereift, sich einen Partner aus der Region zu suchen: „Wir haben noch niemanden konkret ins Auge gefasst und auch noch keine Gespräche geführt“, so der Geschäftsführer. Hierbei steht den Johannitern ein professioneller Berater zur Seite: „Wir möchten Gerüchten vorbeugen und lieber rechtzeitig informieren.“

Gesucht wird jemand, der die „Zukunft des Hauses darstellt“, fügt Oberin Bärbel König hinzu. Sie selbst ist seit 18 Jahren im Krankenhaus Gronau: „Mir ist der Entschluss nicht leichtgefallen, aber ich sehe die Zusammenarbeit mit einem Partner als große Chance für unser Haus. Wichtig ist, dass die Bevölkerung zu uns steht und das Krankenhaus nutzt. Wir stehen das jetzt gemeinsam durch und ich bleibe meinen Mitarbeitern erhalten.“

Auch das Kuratorium hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: „Wir schätzen dieses kleine Krankenhaus in besonders hohem Maße und es hat einige Zeit gedauert, diese Einsicht zu bekommen.“ Mit 117 Betten gehört das Johanniter-Krankenhaus zu den kleineren Häusern, die es mit Tarifsteigerungen und der immer größer werdenden Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben schwer haben, wirtschaftlich zu arbeiten. Dennoch sei das Haus auf dem neuesten Stand: „Wir haben ebenso in die Bausubstanz investiert wie in medizinische Ausstattung, die auf dem neuesten Stand der Technik ist“, betont Oberin Bärbel König. Das Gronauer Krankenhaus sei „sehr gut ausgelastet“ – 2012 wurden 4 900 stationäre Fälle behandelt – und fände eine hohe Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung, „Wir freuen uns, wenn die Gronauer und Patienten aus der Umgebung uns nach wie vor ihr Vertrauen aussprechen“, so Cord von Goßler.

In den folgenden Wochen werden die Gespräche mit potenziellen Interessenten laufen, sodass es in etwa acht Wochen einen Zwischenstand geben sollte. „Wir müssen bewusst, klar, entschlossen und schnell handeln, damit keine Phase der Verunsicherung aufkommt“, meint Martin Windmann. Schließlich wolle man entwaigen Schaden vom Krankenhaus abwenden, da der Träger sich auch der Verantwortung gegenüber des Ortes bewusst sei.

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