Kabarettistin Heidi Friedrich zu Gast in der Aula der KGS / Publikum begeistert vom Humor der Rheinländerin

„Jeder Mensch lügt 200-mal am Tag“

„Die Stunde der Wahrheit“ lautet der Untertitel des Programms von Heidi Friedrich, mit dem sie ihr Publikum unterhält.

GRONAU Zwei Stunden komödiantischen Spaß mit viel Ernst dahinter, kabarettistischen Schlagabtausch mit bissigen Kommentaren und die Garantie für herzhaftes Lachen und verständnisvolles Kopfnicken erlebten die Gäste der Kabarettveranstaltung „Schwindelfrei“, zu der Gronaus Kulturkreis in die Aula der KGS eingeladen hatte.

„Die Stunde der Wahrheit“ lautete der Untertitel des Programms von Heidi Friedrich, wobei dies ja schon eine Lüge sei, wie die Kabarettistin selbst feststellte. „Die Vorstellung dauert ja schließlich viel länger.“

Dass jeder Mensch am Tag rund 200-mal lügt, das sei nach Aussage der rheinischen Frohnatur bewiesen und sie machte in ihrem Programm deutlich, wer es wie und wann mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Die Politik, die Banken, selbst die beste Freundin wurden dabei herrlich komisch unter die Lupe genommen, aktuelle Themen wurden aufgegriffen und komödiantisch dargestellt.

Der geplante Bau des Berliner Flughafens, der letzte Sieg von Borussia Dortmund – alles Themen, über die auch an jedem Stammtisch gesprochen werden. Nur das sie bei Heidi Friedrich mit bissigen Kommentaren, feiner Ironie und leichtem Spott hinterlegt werden und dadurch einfach nur zum Lachen herausfordern. „Peer Steinbrück behauptet, Politiker verdienen zu wenig. Da hat er Recht. Deshalb macht den Job an der Spitze ja auch eine Frau“, stellte die Kölnerin fest und erntete dafür den großen Applaus des Publikums.

„Ja, genau so ist es“, war einer der meistgemurmelten Sätze unter den Gästen, die sich in vielen Alltagssituationen die von Heidi Friedrich angesprochen wurden, wiedererkannten. Mit ihrem leichten unverkennbaren Akzent des Rheinlandes packte die Kabarettistin Themen an, die nach ihrer Meinung „weh tun“ und stellte immer wieder fest: „Dat jibbet doch gar nich.“ Was es aber doch alles gibt und in welchem Zusammenhang die doch so normalen Situationen eigentlich stehen, machte Heidi Friedrich auf temperamentvolle Art, gerne auch mal tänzerisch und singend ummalt, deutlich. Ihr gelang der Sprung vom Tattoo zu Handys, vom Wetter zu Kolumbus mühelos und bereitete den Gästen der Veranstaltung damit einen vergnügten, amüsanten und unterhaltsamen Abend, an dem sie viele ernsthafte Themen einfach auch mal von der humorvollen Seite kennengelernt haben. fri

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