Leiter Uwe Wessendorf verlässt das DRK-Alten- und Pflegeheim / Stelle bereits ausgeschrieben

„Ich habe hier gern gearbeitet“

Heimleiter Uwe Wessendorf sucht gern Kontakt zu den Bewohnern: Nach knapp vier Jahren verlässt er die Gronauer DRK-Einrichtung. Den persönlichen Abschied lässt er sich nicht nehmen. Foto: Klein

GRONAU Uwe Wessendorf hat sich die Entscheidung keineswegs leicht gemacht: Doch aus gesundheitlichen Gründen wird er die Leitung des DRK-Alten- und Pflegeheims in der Leinestadt abgeben. Im Rahmen der traditionellen Weihnachtsfeier der Einrichtung wird er sich am Sonnabend von Bewohnern, deren Angehörigen und den Mitarbeitern verabschieden.

„Als ich im Jahr 1990 begonnen habe, war der Heimleiter noch der Heimvater“, erinnert er sich an die Anfänge seiner beruflichen Karriere: Damals übernahm er die Leitung eines Pflegeheims in Osterode, die er schließlich mehr als 18 Jahre innehatte. Er habe damals einen beruflichen Wechsel gebraucht. Dieser führte ihn zunächst zur Altenpflegeeinrichtung der Johanniter nach Hannover, dann zur Gronauer Einrichtung unter der Regie des DRK. Sein erster Eindruck vor knapp vier Jahren: „Die besondere Atmosphäre war sofort zu spüren“, beschreibt er. Diese „menschliche, freundliche Seite“ sei dem 56-jährigen Hannoveraner besonders wichtig. „Und ich meine, ich konnte diese Atmosphäre hier weiter prägen“, sagt Uwe Wessendorf, der im Rahmen seiner Tätigkeit in der Leinestadt dafür gesorgt habe, dass „der gute Ruf des Hauses“ weiter gestärkt werden konnte. „Wir sind eben ein Dienstleister“, ist er überzeugt: „Dies habe ich immer versucht, den Mitarbeitern zu vermitteln.“

Im DRK-Alten- und Pflegeheim werden derzeit etwa 94 Bewohner betreut. Rund 80 Mitarbeiter zählt die Einrichtung, die innerhalb der vergangenen Jahre Schritt für Schritt saniert und renoviert wurde. Auch Konzepte sind weiterentwickelt worden, spricht der Heimleiter etwa die so genannte Sonneninsel an. Dabei handelt es sich um ein Betreuungskonzept für an Demenz erkrankte Bewohner. Sie machen einen großen Anteil der Menschen im DRK-Heim aus: Mindestens ein Drittel, wenn nicht gar die Hälfte, zeigt Anzeichen von Demenz. Die demenziell erkrankten Bewohner waren zuvor im Altbau untergebracht, sind aber mit den Sanierungsplänen umgezogen. Derzeit reicht das Platzangebot aus, um bis zu zehn Bewohner im Rahmen des Sonneninsel-Konzeptes zu betreuen. „Wir binden sie in die Tagesstruktur ein“, informiert Uwe Wessendorf: „Natürlich hängt dies auch von der Tagesform der Bewohner ab.“ Weitere Möglichkeiten erhofft man sich schließlich mit dem großen Umbau der Einrichtung.

Im Gronauer Alten- und Pflegeheim herrsche ein familiäres Miteinander – auch zur Stadt hin. „Das Haus gehört einfach zur Stadt dazu“, freut sich Uwe Wessendorf. Die Einrichtung sei fest ins soziale Leben Gronaus eingebunden. „Es fällt mir wirklich schwer, wegzugehen. Ich habe hier gern gearbeitet“, gesteht der Heimleiter und weist vor diesem Hintergrund auf „ein tolles Team“ hin. Dieses besteht aus „einem festen Mitarbeiterstamm, der schon viele Jahre hier ist“, teilt er mit. Der Zusammenhalt und die große Verlässlichkeit motiviere ebenso wie die Resonanz von den Bewohnern. Dies sei auch nötig, denn „die allgemeine Situation in der Pflege hat sich verschärft“, sagt der Heimleiter und hofft, dass sich die Rahmenbedingungen auf Bundesebene irgenwann einmal verbessern: „Es wird immer mehr Qualität erwartet, die aber immer weniger kosten darf“, kritisiert Uwe Wessendorf: „Dieser Spagat ist kaum noch zu leisten.“

Für die Gronauer Einrichtung aber blickt er positiv in die Zukunft: „Ich denke, die Einrichtung ist gut aufgestellt, vor allem nach der baulichen Umstruktierung.“ Seinen Platz im Alten- und Pflegeheim werden im Rahmen der Vakanzzeit Pflegedienstleiterin Claudia Hübener und sein Stellvertreter Harry Neitzel übernehmen. Aus der Welt aber ist Uwe Wessendorf nicht: „Wenn ich eine Einladung zum Sommerfest erhalte, komme ich natürlich gern.“

Laut Reinhard Hein, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Alfeld, steckt man inzwischen mitten im Bewerbungsverfahren. Die Stelle des Heimleiters in Gronau ist bundesweit ausgeschrieben worden. „Bewerbungen von qualifizierten Personen sind bereits eingegangen“, informiert Reinhard Hein über potenzielle Kandidaten aus dem gesamten Bundesgebiet. In Kürze werden die Bewerbungsgespräche beginnen.

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