2015: 185 Einsätze für die Feuerwehren in der Samtgemeinde Gronau / „Tag der Feuerwehr“ als ein Höhepunkt

„Höchstzahlen der Statistik erreicht“

Gemeindebrandmeister Frank Kirchner und sein Stellvertreter Ulrich Gohl lassen das Jahr 2015 Revue passieren. Foto: Klein

Gronau Ein ruhiges Jahr 2015 für die Feuerwehren in der Samtgemeinde Gronau? Dies scheint nur ein gefühlter Eindruck gewesen zu sein: Zwar hat es keine großen Brände gegeben, wohl aber sind die Zahlen ein weiteres Mal gestiegen – auf 185 Einsätze im zurückliegenden Jahr.

„Wir haben die Höchstzahlen unserer Statistik erreicht“, blickt Ulrich Gohl als stellvertretender Gemeindebrandmeister auf das Zahlenwerk. Zum Vergleich: 2014 waren es 156, ein Jahr zuvor noch 141 Einsätze. Schwere Brände aber blieben aus, wie sich Gemeindebrandmeister Frank Kirchner erleichtert zeigt. Er erinnert sich allerdings an den Blitzeinschlag, der einen Dachstuhlbrand in der Domäne in Haus Escherde entfachte: „Wir hatten wirklich tierisch Glück“, sagt er: „Wenn der Wind von der anderen Seite gekommen wäre, hätten wir ein riesiges Problem gehabt.“ Das Gebäude war grundsätzlich zu hoch für die Drehleiter.

Insgesamt sind die Anzahl der Brände in etwa gleichbleibend, wie Ulrich Gohl informiert. Auf eines möchte der Gemeindebrandmeister Kirchner aber hinweisen: Kellerbrände seien immer ein Thema, oft ausgelöst von Waschmaschinen. „Ich kann nur raten, Waschmaschinen nur dann zu betreiben, wenn man auch zu Hause ist“, versucht Frank Kirchner, die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Die Anzahl an Verkehrsunfällen mit eingeklemmter Person ist leicht gestiegen. Besonders kurios: Im vergangenen Jahr mussten die Feuerwehren an einem Tag gleich dreimal ausrücken. Erst hatte sich ein Verkehrsunfall in Gronau ereignet, später folgte ein weiterer in Betheln, und zum Schluss ereignete sich ein dritter Unfall in Brüggen. „So etwas habe ich auch noch nie erlebt“, sagt Frank Kirchner.

Es gab Sturmschäden, Tierrettungen, Ölspuren... – die Einsätze waren breit gefächert. Das meiste aber war für die Einsatzkräfte Routine. Deutlich zugenommen hat allerdings die Unterstützung des Rettungsdienstes: Mit 14 Einsätzen hat sich die Zahl nahezu verdreifacht. Unterstützung benötigt der Rettungsdienst, wenn beispielsweise Personen mit einem Gewicht von über 200 Kilogramm aus dem Haus geholt werden müssen. Bei einem Einsatz musste sogar die Drehleiter aus Alfeld angefordert werden, weil das Gronauer Fahrzeug nicht so viel Gewicht tragen konnte. Auch verlangte ein Einsatz auf der obersten Kuppe des Külfs den Einsatzkräften viel ab: Sie mussten ihre Ausrüstung rund 1 000 Meter hoch und wieder hinunter schleppen, um einem Mann zu helfen, der einen vermeintlichen Herzinfarkt erlitten hatte. Letztlich war es ein Schwächefall.

Es war aber nicht nur das alltägliche Einsatzgeschehen, was die Feuerwehr beschäftigt hat: So haben die Einsatzkräfte einen Massenanfall an Verletzten im ehemaligen Realschulgebäude geprobt – es gibt landkreisweit jedes Jahr eine solche Alarmübung. Ende Oktober rückte der zweite Samtgemeinde-Zug erneut zur ehemaligen Schule aus, um das Gebäude für die Flüchtlinge herzurichten. „Wir sind gern bereit, dort zu helfen, wo Not am Mann ist“, sagt Frank Kirchner: „Aber überstrapazieren darf man es nicht.“

Einen Höhepunkt bildete der „Tag der Feuerwehr“ im Juni 2015, in dessen Rahmen sich alle Wehren aus der Samtgemeinde zu einer Einheit zusammengeschlossen haben, um sich auf dem Marktplatz zu präsentieren. „Die Resonanz war super“, freut sich Frank Kirchner: „Wir hatten schon Anfragen, ob wir die Veranstaltung jetzt jedes Jahr anbieten.“ Es soll eine Wiederholung geben, aber nicht jährlich. Dank einer Vielzahl von Sponsoren konnte die Feuerwehr nicht nur diese Veranstaltung organisieren, sondern auch einen Feuerwehrball mit großer Tombola und zwei Wettbewerben für Kinder ins Leben rufen. Mit dem etwas älteren Nachwuchs verbrachte die Feuerwehr einen Tag auf dem Flughafen in Langenhagen. Vor diesem Hintergrund will Frank Kirchner Samtgemeindefeuerwehrwartin Melanie Koch ein großes Lob aussprechen: „Wir sind wirklich sehr stolz, dass wir so eine gute Jugendfeuerwehr haben.“ Auch die Kinderfeuerwehren seien gut aufgestellt: In Eime und im Despetal haben sich im vergangenen Jahr zwei neue Nachwuchs-Gruppen gegründet.

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