Patienten fühlen sich im Johanniter-Krankenhaus gut aufgehoben / Appell, kleine „Häuser“ zu erhalten

Hilfsbereit, aber überlastet?

Hilfsbereites Personal und gute Behandlung: Astrid Jakob (links) aus Schellerten und Margaretha Rössig aus Harsum sind auf Empfehlung im Johanniter-Krankenhaus in Gronau.

GRONAU Aus Braunschweig, Schellerten, Völksen, Osnabrück und Sarstedt kommen die Patienten ins Johanniter-Krankenhaus nach Gronau. Doch was zeichnet das kleine Krankenhaus in Gronau aus, dass Patienten eine weite Anfahrt, auch für ihre Angehörigen, in Kauf nehmen? Die LDZ hat sich einmal auf den Stationen zwei und drei umgehört.

„Ich komme aus Schellerten“, erzählt Astrid Jakob. Sie selbst liegt zum ersten Mal im Krankenhaus in der Leinestadt: „Mein Mann wurde hierher verlegt, nachdem er in Hildesheim überhaupt nicht zufrieden war. Hier bemühen sich die Ärzte, Schwestern und Pfleger sehr.“ Doch wie verhalten sich die Mitarbeiter, nachdem ihnen ab dem kommenden Monat ein „freiwilliger“ Gehaltsverzicht von zehn Prozent (die LDZ berichtete) bevorsteht? „Ich werde ganz normal behandelt, von Kürzungen merke ich nichts“, sagt Astrid Jakob. Das ganze Personal sei nett und hilfsbereit: „Ich würde jederzeit wieder hierher kommen.“ Zwar habe die Familie eine Dreiviertelstunde Anfahrtszeit, doch auch sie sei der Meinung, man solle dahin gehen, wo man sich wohlfühlt: „Hier ist alles sehr persönlich“, freut sie sich. Außerdem bekäme sie sozusagen einen Rundum-Service, da sich der Sozialdienst um ihren Rehaplatz gekümmert hat.

Auch ihre Bettnachbarin Margaretha Rössig ist „begeistert“ von ihrer Behandlung: „Ein ganz tolles Krankenhaus“, hat die 70-Jährige nur Positives zu berichten: „Hilfsbereite Ärzte, nette Schwestern, gutes Essen, was will man mehr?“ Auch ihr Mann und ihre Schwester sind Patienten des Johanniter-Krankenhauses. „Ich bin von den Fachärzten in Hildesheim gefragt worden: Sie gehen aber nach Gronau, oder?“, zeigt sie auf, welchen Ruf das Johanniter-Krankenhaus genießt – gerade bei Schilddrüsen-Erkrankungen. Zwar bestünden lange Wartezeiten, aber die würden die Patienten jederzeit wieder auf sich nehmen. „Mir ist noch keine Schwester schnippisch begegegnet, sie grüßen alle und klopfen an der Tür an, bevor sie hereinkommen“, berichtet Margaretha Rössig: „Es ist wie eine große Familie, ich bin rundum glücklich hier in Gronau.“ Sie wisse zwar, dass gespart werden müsse, aber es werde nicht „geknapst“.

Ein Patient aus Heisede ist durch mehrere Empfehlungen nach Gronau gekommen. Er hat vor seiner Operation das Krankenhaus besucht und sich mit dem Arzt unterhalten: „Er war mir sympathisch, da habe ich mich für Gronau entschieden – nicht wegen des Krankenhauses, sondern wegen des Arztes.“ Ihm käme es so vor, als wäre das Personal „überlastet, nicht überfordert“ – vor allem durch die viele Verwaltungsarbeit: „Die eigentlichen Aufgaben der Schwestern kommen dadurch zu kurz, aber ich habe keine Probleme, es geben sich alle Mühe.“ Seines Erachtens haben kleine Krankenhäuser eine echte Chance verdient, da sie ihm sympathischer sind als große Einrichtungen.

„Wir können froh sein, dass wir hier so ein wunderbares Krankenhaus haben“, setzt sich eine Patientin aus Deinsen für den Erhalt des Standortes ein. Sie sei empört gewesen, als sie in der Zeitung gelesen habe, dass das Johanniter-Krankenhaus eventuell geschlossen werden solle. „Es ist viel einfacher für die Patienten, aber auch für ihre Besucher, wenn das Krankenhaus in der direkten Nachbarschaft liegt“, findet die 79-Jährige. „Ich werde sehr gut behandelt, alle sind hilfsbereit. Aber das Essen könnte ein bisschen besser sein“, stellt sie kleine Veränderungen durch die Sparmaßnahmen fest. Ihr täte es leid, dass das Personal auf einen Teil seines Gehalts verzichte: „Ich kenne eine alleinerziehende Mutter, die hier arbeitet. Ihr wird die Kürzung wehtun.“ Doch seit 15 Jahren ist die Deinserin Mitglied im Förderverein des Krankenhauses und unterstützt die Arbeit so gut es geht: „Das Krankenhaus muss erhalten bleiben, sonst müssen wir demonstrieren gehen“, setzt sie sich ein.

Auch Gerlinde Gerber aus Völksen wurde das Johanniter-Krankenhaus wärmstens empfohlen. „Ich habe schon viele Operationen in mehreren Krankenhäusern hinter mir. Hier wird man besonders gut behandelt – auch als Person, nicht nur als Nummer und Krankenakte“, ist sie angenehm überrascht, wie viel Zeit sich auch der Oberarzt bei der Visite für ihre Fragen nimmt. Zwar merke sie ein bisschen, dass gespart werden muss, aber das Personal mache alles mit sich selbst aus und sei überaus nett und liebevoll: „Ich habe alles, was nötig ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare