Internationaler Tag des Kusses

Heute schon geküsst?

Auch wer schon 46 Jahre verheiratet ist, kann auf den Kuss nicht verzichten. Dies belegen Gudrun und Uwe Schleitzer aus Rheden.

GRONAU „Guten Freunden gibt man ein Küsschen...“ – dieser allseits bekannte Werbeslogan trifft heute den Nagel auf den Kopf. Denn am 6. Juli wird Jahr für Jahr der Internationale Tag des Kusses gefeiert. Die Entwicklung dieser Form der Zuneigung lässt sich laut Biopsychologen auf die Nahrungsweitergabe der Eltern an ihre Kinder zurückführen. Doch heute ist der Kuss doch viel mehr: Ein Zeichen von Zuneigung und Liebe, das sich durch alle Generationen zieht. Und niemand vergisst ihn, den ersten Kuss.

Vor dem Gronauer Stadtmuseum sind Menschen versammelt. Dort heiratet ein Pärchen, das sich mit großer Sicherheit heute schon geküsst hat. „Der Kuss ist ein Liebesbekenntnis“, betont der 31-jährige Dennis Wessel. Auch für seine Frau, Ragnhild Wessel, hat das Küssen eine große Bedeutung. Ob zur Begrüßung oder zum Abschied – der Kuss dürfe nicht fehlen, ist sich das frisch vermählte Pärchen aus Deinsen sicher. Und sein erster Kuss? Der liegt Erzählungen des Brautpaares zufolge sechs Jahre zurück, als es seine erste Verabredung hatte: „Wir standen etwa eine halbe Stunde vor der Haustür“, erinnert sich die 25-jährige Braut.

Ja, der Kuss ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Er drückt Gefühle aus, vermittelt Zuneigung und Liebe. Auch Tanja Laabs aus Gronau könnte sich ein Leben, ohne zu küssen, kaum vorstellen: „Meine Kinder kriegen schon mal einen Kuss mehr aufgedrückt“, schmunzelt die zweifache Mutter: „Er ist doch ein Zeichen der Liebe.“ Und die 32-Jährige kann sich auch noch allzu gut an ihren ersten Kuss erinnern: „Er liegt lange zurück, aber man vergisst ihn nicht.“ Die Gronauerin war damals wohl im Alter von 15, 16 Jahren. Und sie weiß noch genau, wirklich gut war der erste Kuss nicht, aber „im Laufe der Zeit wurde er besser“, lächelt sie – und drückt ihrem einjährigen Sohn Damian-Joel einen Schmatzer auf die Wange.

Knapp 40 Gesichtsmuskeln werden beim leidenschaftlichen Küssen beansprucht – eine ungeahnte Bandbreite von Hormonen und Nerven erwacht zudem zum Leben. Der Pulsschlag erhöht sich von 60 bis 80 auf 110 pro Minute oder mehr. Zudem setzt die Nebenniere Adrenalin frei, der Körper hat positiven Stress. Durch chemische Substanzen, die den Körper durchströmen, stellt sich ein Glücksgefühl ein. Und noch dazu stärkt das Küssen das Immunsystem, denn so genannte Killerzellen werden aktiviert und verhindern die Vermehrung von Bakterien.

Und wer will schon auf’s Küssen verzichten? Gudrun und Uwe Schleitzer aus Rheden sind seit 46 Jahren verheiratet – und der Kuss gehört nach wie vor dazu, „auch wenn man schon länger verheiratet ist“, sagt Gudrun Schleitzer, die sich noch ganz genau an den ersten Kuss mit ihrem Mann erinnern kann. „So etwas vergisst man doch nicht“, betont die 66-Jährige und schildert die erste Verabredung der beiden, die im selben Ort aufgewachsen sind und sich seit jeher kennen. Allerdings war das erste Treffen von Gudrun und Uwe Schleitzer damals mit „einem Schreck in der Abendstunde“ verbunden: „Jemand ist gegen eine Straßenlaterne gefahren“, schildert die Rhedenerin kurz und nennt dann aber den Kuss als „krönenden Abschluss“ der ersten Verabredung. „Und wir küssen auch heute noch“, fügt sie hinzu – und erhält prompt einen liebevollen Kuss von ihrem Mann.

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