Der ganze Stolz der „Trecker-Familie“

Herzblut in jedem Modell

Große Trecker-Ausfahrt durch Eime: Unzählige Schaulustige finden sich an den Straßen ein, um den stolzen Fahrern zuzujubeln.

EIME ...und wieder haben die Eimer sie unter Beweis gestellt: Eine besondere, heimelige Atmosphäre zeichnet das erste Oldtimer-Traktoren-Treffen auf dem Schützenplatz aus. „Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft“, kommentiert Bürgermeister Hartmut Fischer die Vielzahl an Trecker-Freunden, die sich nach und nach in Eime einfinden. Allein etwa 15 historische Gefährte stellt der Heimat- und Kulturverein als Veranstalter des Treffens aus, die restlichen über 50 landwirtschaftlichen Maschinen stammen aus der Region, etwa aus Springe, Eldagsen und Langenholzen. Und schnell wird klar, was diese Gemeinschaft an den historischen Fahrzeugen besonders reizt.

„Die urige Laufcharakteristik und das Arbeitsgeräusch“, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Und die überschaubare Technik.“ Dieter und Christian Klink aus Langenholzen besitzen zehn Oldtimer-Traktoren – und in jedem Exemplar steckt Herzblut. „Wenn man zwei Jahre an einem Fahrzeug arbeitet und bis zu 1 400 Arbeitsstunden investiert hängt automatisch ein Stück Herz daran“, betont der 78-jährige Dieter Klink, der gemeinsam mit seinem Bruder sowie einem Nachbarn mit drei Lanz-Bulldogs angereist ist. Mit dabei sind zwei landwirtschaftliche Maschinen, Baujahr: 1950 und 1951, sowie eine Straßenzugmaschine aus dem Jahr 1939. Begonnen mit dieser Sammel-Leidenschaft haben die beiden Brüder Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Zum Teil bekamen sie die Gefährte vom Schrottplatz oder auch direkt von landwirtschaftlichen Höfen. Inzwischen haben Dieter und Christian Klink „einen guten Ruf als Restauratoren“.

Wie Hartmut Fischer informiert, ist es dem Heimat- und Kulturverein um seinen Vorsitzenden Hermann Weißleder ein großes Anliegen, Bezug zur Landwirtschaft herzustellen. Nicht nur dass der innerhalb von vier Jahren auf 185 Mitglieder gewachsene Verein stets gemeinsam mit den Schulkindern zu Pflanz- und Ernte-Aktionen einlädt, er pflegt eben auch Kontakte zu Freunden historischer Landwirtschaftsmaschinen. Deshalb kommen an diesem Tag auch über 70 Fahrzeuge, ja mehr als erwartet, zusammen. Darunter ist auch Dennis Drzewiecki mit Ehefrau Tanja Bangel-Drzewiecki und ihrem zehnjährigen Sohn Leon Kenneth aus Emmerke – mitgebracht haben sie den ganzen Stolz der Familie, einen Deutz, Baujahr: 1956. „Alte Maschinen faszinieren uns“, sagt der 34-jährige Dennis Drzewiecki, der im 72 Mitglieder zählenden Verein „Emmerker & Himmelsthürer Treckerfreunden“ organisiert ist. Es sei eben ein Hobby, das die gesamte Familie mit ihm teilt: „Mein Sohn ist auch verrückt nach Treckern.“ Noch in diesem Jahr soll ein weiteres Modell her: ein Güldner-Fahrzeug.

In Eime ist die Familie aus Emmerke genau richtig, schließlich kann hier nach Herzenslust gefachsimpelt werden. Treckerfreunde tauschen sich aus, teilen ihre gemeinsame Leidenschaft. Währenddessen aber hat die dreiköpfige Jury um Bernd Weigt, André Schwarze und Thomas Schwanitz alle Hände voll zu tun. Sie müssen schließlich das schönste Gefährt auswählen, dessen Besitzer einen gläsernen Pokal erhalten soll. „Einfach wird das nicht“, sagt Bernd Weigt, KfZ-Meister und „Spezialist im Restaurieren von Oldtimern“, wie Hartmut Fischer verrät. Insgesamt sei der Zustand des Fahrzeugs „entscheidend“, aber auch andere Kriterien spielen eine Rolle: Technik, Originalität, Seltenheitswert... Sieger wird schließlich Marco Vogt, zweiter Vorsitzender der Treckerfreunde aus Esperde, mit seinem 16-PS-Eichler-Schlepper aus dem Jahr 1952.

Nach Eime kommt nicht nur Fachpuplikum, sondern auch Schaulustige – eben so ist es auch gedacht, als Veranstaltung für die ganze Familie. Und diese wird durch die musikalische Unterhaltung des Eimer Spielmannszuges und dem Auftritt der „Despe Valley Dancers“ noch bereichert – bis der Höhepunkt naht: die rund fünf Kilometer lange Ausfahrt mit über 20 Traktoren durch Eime, die vom THW Elze begleitet wird.

Hartmut Fischer ist zufrieden: „Die Veranstaltung ist ein voller Erfolg.“ Mit einem solchen Besucheransturm habe man nicht gerechnet. Zwar ist der Verein auf rund 500 Besucher eingestellt gewesen, doch schon früh sind die angebotenen Leckereien ausverkauft, so dass für Nachschub gesorgt werden muss. Wenn das mal nicht nach einer Wiederholung schreit....

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