Baudezernent Eckhard Speer und Architekten zeigen Besonderheiten im KGS-Fachklassentrakt auf / Umzug im Dezember

Helligkeit und Transparenz im Fokus

Transparenz und Lichtdurchlässigkeit sind Schulleiter Christian Schwarze im neuen Fachklassentrakt wichtig: Aus dem Treppenhaus hat man einen tollen Blick auf das alte Gebäude sowie den St. Matthäi-Kirchturm.

GRONAU Die Steckdosen hängen von der Decke, die Energieanschlüsse sind hochgeklappt und die Lüftung sorgt für gutes Raumklima: Nur noch wenige Restarbeiten fehlen im neuen Fachklassentrakt der Kooperativen Gesamtschule (KGS) bis zur Fertigstellung. Baudezernent Eckhard Speer vom Landkreis besichtigt die Fortschritte gemeinsam mit Schulleiter Christian Schwarze, Bauleiter Uve Völkner sowie den Architekten Carsten Große und Volker Gross.

Mitte Dezember können die Lehrer und Schüler der KGS die neuen Räume beziehen. „Es wird bestimmt einige Zeit dauern, bis wir uns zurechtfinden und sich alle Lehrer mit der neuen Technik anfreunden können“, meint Christian Schwarze und spielt dabei unter anderem auf die digitalen Tafeln an, die in allen Räumen des Fachklassentraktes installiert werden.

In jedem der 16 Fachunterrichtsräume sind Arbeiter im Gange: Während im Flur noch der Bodenbelag verlegt wird, schrauben die Handwerker Schränke zusammen, schließen Kabel an und nehmen Malerarbeiten vor. „Wir verzichten auf feste Energiesäulen, um die Räume für besonders viele Möglichkeiten der Nutzung offen zu halten“, erklärt Landkreis-Dezernent Eckhard Speer. Statt der üblichen, oft gefliesten Säulen sind Schienen an der Decke festgeschraubt, an denen die Steckdosen an Ketten hängen und so überall hingezogen werden können, wo sie gebraucht werden. Im Rahmen der Inklusion war es den Planern zudem wichtig, einen barrierefreien Zugang sowie einen Aufzug einzubauen. „Der Fachklassentrakt ist im Passivhaus-Standard gebaut worden, das heißt, dass wir die Wände und auch das Dach sehr dick, zum Großteil mit über 30 Zentimetern, gedämmt, Drei-Scheiben-Verglasung sowie eine Lüftungsanlage eingebaut haben“, erklärt Carsten Grobe die Vorteile dieser Bauweise. Oft sei der Luftwechsel in alten Gebäuden zu schlecht, so dass auch Schüler nach kürzester Zeit über fehlenden Sauerstoff klagen und sich nicht mehr konzentrieren können. Spezielle CO2-Sensoren sind auf feste Werte eingestellt und sorgen für eine „sehr gute Luftqualität“, erläutert der Fachmann. So würde einerseits der Umweltgedanke auch bei den Schülern gefördert, andererseits Allergikern Sorge getragen, da im Gegensatz zu einer herkömmlichen Klimaanlage kein Lüftungsrohr kalt wird und kein Wasser ausfällt. „Ich finde, man merkt die Verbesserungen im Vergleich zum alten Bau jetzt schon, obwohl noch keine Schüler im Gebäude sind“, freut sich Christian Schwarze über die verbesserte Luft- und somit Lernqualität: „Wir hatten den Wunsch nach natürlicher Helligkeit und Transparenz, das heißt, dass die Räume durch Glasfronten auch von den Fluren einzusehen sind.“ Außerdem gebe es keine Sichtachse, von der die ganzen 86 Meter des langen Gebäudes zu überblicken sind.

„Die Bilanz ist ganz gut, wir bleiben im finanziellen Rahmen und die Bauzeit war auch nicht viel länger als angesetzt, trotz der zweiten Ausschreibungsrunde, die wir aus rechtlichen Gründen vornehmen mussten“, ist auch Eckhard Speer mit dem Verlauf zufrieden.

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