„Maryland Jazzband of Cologne“ bringt Nordlichter in den Lichtspielen zum Mitsingen

Ein Hauch von Mississippi

Die sieben Vollblutmusiker von der „Maryland Jazzband of Cologne“ begeistern in den Gronauer Lichtspielen ihr Publikum mit New-Orleans-Jazz. Fotos: Oelkers

GRONAU Ihre Combo ist drei Jahre älter als die „Rolling Stones“, und wie die Rock-Opas lassen es auch die reifen Herren von der 1959 als Schülerband gegründeten „Maryland Jazzband of Cologne“ auf der Bühne noch immer richtig krachen. Mehr als zwei Stunden lang gaben die sieben Vollblutmusiker rund um Bandleader Gerhard Hund Vollgas und begeisterten ihr Publikum in den nahezu ausverkauften Gronauer Lichtspielen in der Reihe „Freitag live“ mit New-Orleans-Jazz vom Feinsten.

Die Band, deren Mitglieder New Orleans, die Wiege des Jazz, oft besucht haben und 1994 zu Ehrenbürgern der Stadt am Mississippi ernannt worden sind, hatte zahlreiche Klassiker des Genres in ihrem musikalischen Reisegepäck. Die ersten Bravo-Rufe aus dem von Beginn an im Takt mitwippenden Publikum gab es für das energiegeladen und mit nimmermüder Spielfreude interpretierte „Margie“ – einem Song „aus der Zeit als Chris Barber noch berühmt war“, wie Bandleader und Posaunist Hund in charmantem rheinischen „Südstaatenakzent“ augenzwinkernd ankündigte. Die großartigen Soli von Joris de Cock (Trompete, Gesang), John Defferary (Klarinette), Georg „Schroeder“ Derks (Klavier), Hans-Martin „Büli“ Schöning (Banjo, Gitarre), Markus „Benny“ Daniels (Bass), Reinhard Küpper (Schlagzeug) und Gerhard „Doggy“ Hund (Posaune) honorierten die Zuhörer wiederholt mit großem Zwischenapplaus.

Der Funke aus lebensbejahender Lebendigkeit und Lebensfreude, von der die temperamentvolle Musik selbst dann noch erfüllt ist, wenn sie von den traurigen Seiten des Lebens erzählt, übertrug sich auf die Jazzfans aus dem Norden. „Ich weiß, wir sind hier nicht im Rheinland“, forderte Hund sein Publikum dennoch zum Mitsingen auf – und hatte Erfolg.

Die Nordlichter zeigten sich alles andere als unterkühlt und stimmten kräftig mit ein: „Hey, what’s the matter now“. Auch bei dem durch die „Mamas and Papas“ bekannt gewordenen Liebeslied „Dream a little dream“ unterstützten die Musikfreunde Sänger Joris de Cock nach Kräften. Zum Abschied durfte eine Hommage an Louis Armstrong nicht fehlen. Mit dem Evergreen „What a wonderful world“ und einer Zugabe endete ein wunderbarer Konzertabend, an dem die national und international erfolgreiche „Maryland Jazzband of Cologne“ dank ihrer mitreißenden musikalischen Virtuosität und Improvisationskunst jede Menge lebensfroher Südstaatenatmosphäre vom Mississippi-Delta an die Leine gebracht hat.

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