Vorentscheid für Häkelmeisterschaft am 14. Januar in Gronau / Studenten setzen Trend und rufen zum Wettkampf auf

Auf die Häkelnadel, fertig, los...

Flinke Hände gefragt: Wer kann binnen kürzester Zeit, ein Knäuel „myboshi“-Wolle zu einer Mütze verarbeiten? Susanne Heinemeyer (l.) und Heike Mausch hoffen auf viele Teilnehmer für den Vorentscheid zur Häkel-Weltmeisterschaft. Anmeldungen hierfür nehmen die Inhaberinnen vom Fachgeschäft „Lass Dich umgarnen“ bis 13. Januar entgegen. Fotos: Klein

GRONAU Wer geschickt mit der Häkelnadel umgehen, also binnen kürzester Zeit ein Wollknäuel in eine Mütze verwandeln kann, sollte sich im Gronauer Fachgeschäft „Lass Dich umgarnen“ für die „myboshi“-Häkel-Weltmeisterschaft anmelden. Vorentscheide hierfür werden in diesen Wochen in ganz Deutschland ausgetragen, auch im Gronauer Geschäft.

„Das ist eine tolle Geschichte“, hoffen die Inhaberinnen Heike Mausch und Susanne Heinemeyer auf möglichst viele Teilnehmer für den Vorentscheid am Dienstag, 14. Januar. Um 15 Uhr fällt der Startschuss für die Maschenknüpfer im Gronauer Geschäft: Mitbringen müssen diese lediglich die eigene Häkelnadel, die „Boshi No. 1“-Wolle wird vom Fachgeschäft „Lass Dich umgarnen“ gesponsert.

Doch was müssen die Teilnehmer können? Ganz einfach, oder eben auch nicht: Sie müssen möglichst schnell ein Knäuel zu einer Mütze verabeiten. Der Sieger des Gronauer Vorentscheids vertritt die Leinestadt schließlich bei der „myboshi“-Häkel-Weltmeisterschaft, die am 8. Februar in Zirndorf ausgetragen wird. „Das Muster ist völlig egal“, sagt Susanne Heinemeyer. Es komme lediglich auf Schnelligkeit an. Laut Anleitung werden für das Häkeln einer Mütze zwei Wollknäuel gebraucht – rund zwei Stunden werden als benötigte Zeit angegeben. Die Weltmeisterin des ersten Wettkampfes aber verarbeitete ein Knäuel in sage und schreibe acht Minuten und 25 Sekunden. Die Zweitplatzierte benötigte lediglich vier Minuten mehr. „Wer überhaupt auf so eine Idee kommt?“, schmunzelt Susanne Heinemeyer.

Ausgelöst wurde der derzeitige Häkeltrend von zwei Studenten: Thomas Jaenisch und Felix Rohland aus Hof verschlug es im Rahmen eines Austauschprogramms unter Skilehrern in einen rund 9 000 Kilometer entfernten japanischen Ski-Resort. Um sich die Langeweile zu vertreiben, ließen sich die Studenten von einer spanischen Ski-Kollegin die Technik des Häkelns erklären. Der Virus hatte sie letztlich gepackt, so dass sie bunte und witzige Modelle kreierten. Die Mützen stießen auf Begeisterung, wurden von Touristen entdeckt – es entwickelte sich ein Kult. Die Studenten entschieden sich dafür, die Häkelei professionell zu betreiben – unter dem Namen „myboshi“. Denn „boshi“ ist der japanische Ausdruck für Mütze.

Ihr Unternehmen wuchs und wuchs. Inzwischen bietet es die gesamte Häkelpalette an. „Die beiden Studenten haben die Häkelmützen wieder modern werden lassen“, sagt Heike Mausch. Zuvor sei diese Handarbeitsform eher weniger gefragt gewesen, teilt die Inhaberin des Gronauer Geschäfts mit. Nun aber werden Mützen, Armstulpen und Schals gehäkelt. „Im vergangenen Jahr kam dies so langsam an“, erinnert sich Susanne Heinemeyer, wie der von den beiden jungen Studenten ins Leben gerufene Trend wuchs: „Nun sind wir mittendrin.“

Wer nun Lust bekommen hat, wieder zur Häkelnadel zu greifen und vielleicht sogar an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, sollte sich an das Duo von „Lass Dich umgarnen“, Steintor 8, unter der Telefonnummer 05182/9743317 wenden. Anmeldeschluss ist der 13. Januar. Die Teilnahme lohnt sich: „Dabei sein ist alles“, sagt Susanne Heinemeyer – zudem gibt es attraktive Preise zu gewinnen: Der Sieger kann sich über ein Wochenend-Skiurlaub mit 250 Euro Taschengeld und Skipass freuen. Der Zweitplatzierte erhält eine Wollflatrate, begrenzt auf 1 200 Knäuel. Der dritte Sieger gewinnt ein Apple-Tablet. Und wie die Inhaberinnen verraten, erhalten die zehn Teilnehmer, die sich zuerst anmelden, gleich ein entsprechendes T-Shirt, das auf die urige Meisterschaft einstimmt. Und sie versprechen: „Wer Rat braucht, kommt einfach vorbei.“

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