Niels Derlin mit Innovationspreis der Johanniter GmbH ausgezeichnet

„Grundsätzlich positives Signal aus Berlin“

Der Vorsitzende des Gesellschafterausschusses der Johanniter GmbH, Alexander Baron von Korff (l.), überreicht Niels Derlin die Urkunde des Innovationspreises. Aufnahme: Andreas Schoelzel

GRONAU Eine zukunftsweisende Entscheidung? Die Johanniter-Stiftung zeichnete Niels Derlin vom Johanniter-Krankenhaus in Gronau im Rahmen der Innovationstage in Berlin mit einem Preis für sein Konzept zum „betrieblichen Eingliederungsmanagement“ aus.

„Für mich ist es grundsätzlich ein positives Signal“, freut sich Niels Derlin über die Anerkennung. Gerade in Zeiten der Unsicherheit, Lohneinbußen und Sparmaßnahmen findet er es wichtig, dass der Johanniter-Orden mit der Veleihung an ein Projekt aus Gronau zeigt, dass er zum Krankenhaus in der Leinestadt steht.

Niels Derlin ist gelernter Krankenpfleger, war bis 2005 Leiter der Intensivstation und ist jetzt klinischer Kodierer. Nebenberuflich studiert er seit einiger Zeit Pflegemanagement an der Fernuniversität und sollte hier eine Pojektarbeit verfassen. „Die Mitarbeitervertretung in unserem Haus hat den Bedarf eines Eingliederungsmanagements aufgezeigt. Da ich sowieso eine Arbeit verfassen musste, ließen sich die Ideen verbinden“, erzählt Niels Derlin. Gemeinsam mit einem Team bestehend aus der Mitarbeitervertretung, Stationsleitern, Mitgliedern der physikalischen Therapie und Oberin König entwickelte Niels Derlin ein Konzept, um Mitarbeitern, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen krankheitsbedingt ausgefallen sind, Angebote zur Förderung anzubieten. „Hierzu gibt es eine gesetzliche Regelung, allerdings keine Sanktionen, sollte diese nicht eingehalten werden“, weiß Derlin. Die Erarbeitung des Konzeptes und auch die Umsetzung seien recht mühsam, dennoch erachtet er ein „betriebliches Eingliederungsmanagement“ für sinnvoll: „Durch die Formalisierung erhalten diese Maßnahmen einen anderen Wert“, so Derlin. Schließlich handele es sich hierbei um ein sensibles Thema, da Mitarbeiter vor ausgesuchten Personen über ihr Privatleben und ihre gesundheitlichen Befindlichkeiten sprechen können. „Die Maßnahme greift auf rein freiwilliger Basis“, betont der Preisträger. Dadurch, dass die Mitarbeitervertretung und die Betriebsärztin von Anfang an involviert waren, wird Konflikten oder Neid-Situationen aus dem Weg gegangen: „Wir haben gemeinsam überlegt, in welchen Bereichen eine erkrankte Kollegin eingesetzt werden kann“, erzählt Niels Derlin. Einer zweiten „Probantin“ wurde ein neues Tätigkeitsfeld angeboten. „Das Konzept muss sich bewähren und auf individuelle Fälle eingehen können“, kennt Derlin die Schwachstellen. „Wichtig ist, die Maßnahme richtig zu verkaufen“, weist er auf Infoveranstaltungen für alle Mitarbeiter hin, um Ängsten und negativen Assoziationen zu begegnen. Um Vertrauen aufbauen zu können, habe er sich für eine Begleitung durch Paten entschieden, die die betroffenen Mitarbeiter selbst aussuchen und bestimmen dürfen: „Das betont die Mitarbeiterorientierung.“

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