Empfehlungen vom Ministerium für Krankenhäuser im Landkreis / Johanniter haben eigenes Konzept

„Größere Verantwortung“

Immer wieder kommen Menschen am Stand des Johanniter-Krankenhauses nahe des Marktplatzes vorbei und zeigen sich mit ihrer Unterschrift solidarisch im Kampf um bessere Bedingungen für die Krankenhäuser in Niedersachsen. Fotos: Klein

GRONAU Der Zuspruch ist enorm: Immer wieder kommen Menschen am Stand des Johanniter-Krankenhauses vorbei, unterschreiben Karten und versichern ihre Unterstützung. 250 Karten hat die Gronauer Einrichtung für die Aktionswoche im Rahmen der Kampagne „2/DRITTEL – Niedersachsens Krankenhäusern droht das Aus“ erhalten. „Doch diese werden wohl nicht ausreichen“, gibt der Klinische Kodierer Nils Derlin von der Gronauer Einrichtung einen ersten Eindruck von der Resonanz.

Auch der kaufmännische Leiter Jens Siedentop sowie Oberin Bärbel König freuen sich über das Interesse aus der Bevölkerung, die ebenso für kommenden Mittwoch, 23. Juli, zur Aktion „Es ist 5 vor 12“ am Haupteingang des Gronauer Johanniter-Krankenhauses eingeladen ist. Gemeinsam soll ein Zeichen für alle Krankenhäuser in Niedersachsen gesetzt werden, um eine faire Finanzierung der Krankenhäuser, eine flächendeckende Patientenversorgung und um sichere und zumutbare Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter zu erreichen. Kräftig unterstützt wird das Gronauer Krankenhaus wie gewohnt von seinem Förderverein.

„Die Stimmung ist gut“, richtet Oberin Bärbel König den Blick ins eigene Haus. Wie sie informiert, haben die Johanniter vor rund zehn Tagen ein Konzept für alle Krankenhäuser im Landkreis Hildesheim beim Ministerium eingereicht. „Die Johanniter sind bereit, eine gößere Verantwortung zu übernehmen“, betont die Oberin. Das Konzept soll demnach zum einen eine wohnortnahe Versorgung sicherstellen, zum anderen Arbeitsplätze erhalten. Einzelheiten aber wolle sie noch nicht nennen, zunächst soll es Gespräche mit allen Beteiligten geben. Diese sind für den 12. September vorgesehen.

Das Land investiert 120 Millionen Euro in Niedersachsens Krankenhäuser. Der Standort in der Leinestadt aber geht leer aus. Für Bärbel König aber ist dies keine Überraschung. Immerhin hat das Johanniter-Krankenhaus auch keinen Antrag gestellt. „Unser Haus ist gut saniert“, teilt sie mit, dass keine Projekte anstehen, für die die Einrichtung Gelder bekommen könnte. Trotzdem bekommt das Krankenhaus Empfehlungen an die Hand – angesichts der „Überkapazitäten bei der Krankenhausversorgung“ im Landkreis. Beispielsweise sollen die Leistungen der Lungenklinik in Diekholzen an den Gronauer Standort verlagert werden. Der Standort Diekholzen soll demnach geschlossen werden. Weiterhin soll das Johanniter-Krankenhaus zum pneumologisch-altersmedizinischen Zentrum ohne operative stationäre Fachabteilungen weiterentwickelt werden und die Chirurgie sowie Teile der Inneren Medizin sollen ins Alfelder Krankenhaus wandern. Wie der Planungsausschuss des Ministeriums festgestellt hat, ist „ohne eine strukturelle Neuausrichtung der Krankenhausversorgung im Landkreis Hildesheim eine leistungsfähige und wirtschaftliche stationäre Versorgung dauerhaft nicht sicherzustellen“. Die strukturellen Neuausrichtungen aber würden unter dem Vorbehalt einer Einigung im Rahmen des zweiten Regionalgesprächs am 12. September stehen. Deshalb kritisiert Bärbel König: „Das ist unfair, wenn es noch keine konkreten Absprachen gibt“, verweist sie vor diesem Hintergrund vor allem auf die Mitarbeiter, die angesichts solcher Nachrichten doch betroffen reagieren würden.

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