Bert Schaaf und Hartmut Kloss zeigen Techniken des Speywerfens

„Gewisser Suchtcharakter“

Bert Schaaf (links) führt Klaus Vollendorff in die Techniken des Speywerfens ein: Der Hamburger zieht demnächst nach Nordstemmen und ist im Fliegenfischen geübt.

GRONAU „Lachsfischer sind eigentlich verrückt“, fasst Heiko Klawitter sein Hobby in Worte. Seit vielen Jahren reist er drei bis fünf Wochen im Jahr nach Norwegen, um Lachse zu fangen: „Wenn ich einen Fisch in der Woche fange, kann ich froh sein.“ Im Rahmen der Lachstage zeigen die Fliegenfischer aus dem Schwarzwald und aus Hessen ihren Gronauer Kollegen die Techniken des Speywerfens.

„Es kommt nicht auf Kraft, sondern auf die richtige Technik an“, erklärt Bert Schaaf. Seit 38 Jahren geht er seinem Hobby, dem Fliegenfischen nach. In England und Schottland hat er sich im Speywerfen ausbilden lassen: „Ich habe eine Prüfung abgelegt und darf jetzt Kurse geben.“ Diese seien sowohl für Neulinge als auch für erfahrene Fliegenfischer geeignet. „Das Fliegenfischen ist eine spezielle Art des Angelns, bei der die Köder – Fliegen – möglichst naturgetreu nachgebildet werden“, erklärt Bernd Schaaf. Zwar gebe es auch Fliegen zu kaufen, doch das Selberbinden würde mehr Spaß machen. Gerade beim Lachsfischen käme es darauf an. einen Reiz für die Lachse zu schaffen. „Im Süßwasser nehmen sie keine Nahrung mehr an, deshalb muss der Fischer den Schnappreiz anders auslösen“, fügt Hartmut Kloss hinzu. Auch er ist seit 1978 dem Fliegenfischen verfallen. Jährlich reist er mehrfach nach Island und Norwegen: „Es ist zeitaufwändig und teuer“, gibt er zu.

Im Rahmen der Lachstage des Fischereivereins ist es dem Vorsitzenden Günter Ohnesorge gelungen, die Instruktoren nach Gronau zu holen: „Wir sind eine sehr engagierte Fliegenfischergruppe, die gerne mal sehen möchte, wie Speywerfen funktioniert“, sagt Ohnesorge. Auch Klaus Vollendorff interessiert sich dafür. Von Bert Schaaf lässt er sich die ersten Schritte erklären: „Es kommt darauf an, die Rute langsam zu senken und dann erst einen Impuls zum Werfen zu geben. Die gleichmäßige Beschleunigung ist entscheidend.“ Das Speywerfen bietet sich insbesondere an dicht begrünten Gewässern an. „Man braucht nicht so viel Platz, um Schwung zu holen“, so Schaaf. Die Schnur an sich ist dicker als gewöhnlich und wiegt bei einer Männerrute zwischen 46 und 60 Gramm. „Das einzig schwierige am Fliegenfischen ist, dass es leicht ist“, meint Schaaf, der von einer gefühlvollen Wurftechnik spricht. Ihm mache es nichts aus, wenn er tagelang nicht einen Fisch fange, da ihm das Werfen bereits großen Spaß mache: „Fliegenfischen birgt einen gewissen Suchtcharakter.“ Und Heiko Klawitter ergänzt: „Es ist eine mit der Natur verbundene Lebenseinstellung.“

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