Baugebiet an Dötzumer Straße entsteht

„Gewisse Vielfalt ist erlaubt“

An der Dötzumer Straße sind die Bauarbeiten in vollem Gang: Sieben Bauherren sind bereits dabei, ihre zum Teil zweigeschossigen Wohnhäuser mit Sattel- oder Flachdach zu errichten. Fotos: Hüsing

GRONAU Eingeschossig oder zweigeschossig, Satteldach oder Flachdach...: Bauherren haben oft ihre eigenen Vorstellungen, wie ihr Grundstück und neu zu bauendes Haus gestaltet werden sollen. Im Baugebiet an der Dötzumer Straße entstehen derzeit sieben neue Häuser – zur Aufregung einiger Anwohner anders als von ihnen gedacht. Und doch im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, wie Bauamtsleiter Hans Kirsch im LDZ-Gespräch erläutert.

„Es ist politischer Wille, den Bauherren so wenig Restriktionen aufzuerlegen, wie möglich“, sagt Hans Kirsch. Damit wolle man für potenzielle Käufer attraktiv bleiben, da die meisten Bauherren ihre eigenen Vorstellungen umsetzen und nicht vorgegebene Schindelfarbe verwenden möchten. Für sämtliche Baugebiete werden allerdings Bebauungspläne erstellt, die gesetzlichen Vorgaben unterliegen.

So ist für das Baugebiet an der Dötzumer Straße geregelt, dass dort bis zu zweigeschossig gebaut werden und die Fürsthöhe neun Meter nicht überschreiten darf. „Wenn wir den Bebauungsplan der östlichen Erweiterung an der Dötzumer Straße mit zwei anderen vergleichen, zeigt sich ein ähnliches Bild“, weist Hans Kirsch auf der einen Seite auf die alten Baugebiete „Dötzumer Straße“ und „Saure Maat“ hin. Bei beiden Gebieten handelt es sich um vollständig erschlossene und bebaute Flächen. „Hieran ist zu sehen, wie auch die östliche Erweiterung an der Dötzumer Straße einmal aussehen könnte“, sagt Kirsch.

Für sieben von 23 Bauplätzen liegen bereits Baugenehmigungen vor – auf diesen Baustellen tut sich derzeit auch schon etwas. „Ich habe nicht den Eindruck, dass dort irgendetwas an den Planungen vorbeigeht“, so Kirsch. Allerdings könne die Verwaltung diesbezügliche Hinweise auch nur weiterleiten, da der Landkreis die Bauaufsicht inne hat. Die Mitarbeiter dort überprüfen, ob das beantragte oder durchgeführte Vorhaben mit dem Baurecht zu vereinbaren ist.

„Es gibt technische Vorgaben, gestalterisch kommen wir den Käufern aber gerne entgegen“, erläutert Hans Kirsch. So seien im Bebauungsplan auch zwei Vollgeschosse erlaubt. „Dann muss nicht zwingend ein Satteldach aufgesetzt werden, sondern man hat zwei Etagen mit geraden Wänden, bevor dann ein Flachdach den Abschluss bildet“, erklärt der Bauamtsleiter die Unterschiede in der Optik. Diese Art der Vorgaben seien sowohl in der Planung als auch in den politischen Gremien völlig unstrittig gewesen. „Wir haben hier mit der Ausweisung des Baugebiets kein Neuland betreten, sondern die Pläne so ausgearbeitet, wie sie in den vorangegangenen Baugebieten auch akzeptiert wurden“, ergänzt Verwaltungschef Rainer Mertens: „Wir erlauben eine gewisse Vielfalt.“

Der Natur- und Landschaftsschutz seien bei den Planungen ebenso berücksichtigt worden. Im Umweltbericht wird detailliert auf das vorhandene Landschaftsbild eingegangen. So handelte es sich bei dem jetzigen Baugebiet „Dötzumer Straße – östliche Erweiterung“ vor dem Kauf durch die Stadt Gronau um eine landwirtschaftliche Fläche in Ortsrandslage. „Auf einen unverbauten Blick hat kein Anlieger ein Anrecht“, so Kirsch. Man könne sich nie sicher sein, ob nicht doch noch eine Erweiterung geplant würde. Die Bauherren haben sich zudem vertraglich verpflichtet, Bäume und Grün auf ihrem Grundstück anzupflanzen. Auch eine Ortsrandeingrünung wird an dem derzeitigen Erscheinungsbild noch einiges verändern. Dieser Grüngürtel wird durch die Stadt angelegt. „Mit der Ortsrandgrünung beginnen wir 2015“, verspricht Kirsch.

Nach dem städtebaulichen Rahmenplan soll bei diesem Baugebiet, bestehend aus drei Abschnitten, zum vorerst letzten Mal im Randbereich gebaut werden. In Zukunft ist vorgesehen, Lücken im Kernbereich zu schließen, alte Gebäude zu sanieren und das dort vorhandene Potenzial zu nutzen. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, welche Möglichkeiten der Gestaltung auch im Kernbereich denkbar sind“, weist Hans Kirsch auf die zukünftigen Planungen hin.

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