Feuerwehr übt mit Atemschutzgeräteträgern in der Grundschule

„Im Gebäude werden 15 Personen vermisst“

Harm Christofzik (rechts) behält als Atemschutzbeauftragter der Samtgemeinde die Trupps im Auge, die im „verrauchten“ Gebäude nach Vermissten suchen. Foto: Hüsing

GRONAU Im Minutentakt fuhren an der Verkehrsanlage vor dem Schulzentrum in Gronau die roten Fahrzeuge auf. Was wie ein riesiges, kontrolliertes Chaos wirkte, war eine Feuerwehrübung aus der Bereitstellung der Wehren aus der Samtgemeinde. Zum ersten Mal ging es für die Einsatzkräfte in das Gebäude der Grundschule am Wildfang hinein.

Der Zug der Ortsfeuerwehr Gronau war als erster vor Ort, Jens Köllemann übernahm die Einsatzleitung. In geübten Abfolgen machte er sich ein Bild über die Einsatzstelle, bevor die Wehren der anderen Züge der Samtgemeinde-Feuerwehr alarmiert und eingeteilt wurden. „Dass eine Übung der Bereitstellung erfolgt, war allen bekannt, allerdings weder die Abfolge, noch um welches Objekt es sich handelt“, erklärte Frank Kirchner am Rande. Der Samtgemeindebrandmeister hatte die Übung mit seinem Team im Vorfeld ausgearbeitet und konnte sich währenddessen entspannt zurücklehnen und die Abläufe mit Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens aus der Ferne beobachten. Nach und nach setzten die Ortsfeuerwehren ihre Atemschutzgeräteträger ab, die in dem Gebäude nach 15 Vermissten suchen sollten: „Sie können auf jeder Etage sein, abgeschlossene Türen bleiben aber zu“, informierte Jens Köllemann die 22 Trupps über das Funkgerät.

„Bei dieser Übung kommt es vor allem auf die Zusammenarbeit der Züge an“, erläuterte Pressesprecher Heinrich Heuer. Zu zweit oder zu dritt steuerten die Atemschutzgeräteträger auf den Eingang der Grundschule zu. Um ein vom Rauch vernebeltes Gebäude zu simulieren, stülpte ihnen Harm Christofzik übereinander gelegte Stoffhauben über die Gesichtsmasken. „Wir können das Gebäude nicht vernebeln, deshalb schaffen wir so einen realistischeren Anreiz für die Kameraden“, sagte der Atemschutzbeauftragte der Samtgemeinde. Er begleitete die Trupps durch das Gebäude. Nachdem auf der ebenerdigen Etage die Toiletten und Gänge überprüft waren, ging es für einige in den Keller. Mit Seilen kennzeichneten die Feuerwehrmänner- und frauen ihren Weg, um im Notfall gefunden zu werden, beziehungsweise sich an der Schnur ins Freie hangeln zu können, sollte die Sicht zu schlecht werden. „Ich schaue auf die Kleinigkeiten, wo noch Schulungsbedarf ist“, erläuterte Harm Christofzki während er sich Notizen machte. Im Heizungskeller fanden die Einsatzkräfte schließlich eine verletzte Person, von einem Jugendlichen der Jugendfeuerwehr gespielt. Mit vereinten Kräften transportierten die Atemschutzgeräteträger ihn nach draußen, wo der „Verletzte“ von weiteren Kameraden in Empfang genommen wurde. Andere Feuerwehren waren hingegen für die Wasserversorgung zuständig, und auch die Drehleiter wurde ausgefahren, um einen möglichen Brand von oben bekämpfen zu können. 176 Einsatzkräfte waren in der Übung involviert.

„Das ist heute eine spielerische Übung, um das Gebäude zu erkunden“, sagte Frank Kirchner. Auf Basis der Begehungen und der Erkenntnisse aus der Übung werde dann in den kommenden Monaten ein Alarmplan erstellt, wie er auch von anderen Großprojekten, wie Firmen oder dem Krankenhaus, vorliegt.

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