SPD-Landtagskandidatin ist verärgert – angesichts ihres Listenplatzes zieht sie nicht in den Landtag ein

Friedemann: „Meine Arbeit wird nicht honoriert“

Waltraud Friedemann, die stets den Kontakt zu den Menschen in der Region gesucht hat – hier bei ihrer Hospitation im Gronauer Kindergarten „Villa Kunterbunt“ – ist „enttäuscht von der mangelnden Unterstützung“ aus den eigenen Reihen.

Für den Einzug in den Niedersächsischen Landtag hat es nicht gereicht: Waltraud Friedemann hatte Listenplatz 40, einen Sitz konnten allerdings nur die SPD-Kandidaten bis Listenplatz 23 erreichen. Im Gespräch mit der LDZ äußert sich Waltraud Friedemann einen Tag nach der Landtwagswahl somit kritisch: Zwar sei sie erfreut über den Regierungswechsel in Niedersachsen, über ihr persönliches Wahlergebnis und den Zuspruch aus den eigenen Reihen aber ist sie jedoch „deutlich verärgert“.

Einen Wahlabend mit knappen Ergebnissen habe sie durchaus erwartet, auch habe sie angesichts der Umfragenergebnisse im Vorfeld sowie der „Unterstützung“ durch Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit „Angst“ auf den möglichen Ausgang spekuliert. Dass es für sie aber am Ende nicht reichen würde, in den niedersächsischen Landtag einzuziehen, enttäuschte und überraschte sie gleichermaßen: „Meine Stimmung ist eher bescheiden. Es ist eine große Enttäuschung vorhanden“, räumt Friedemann ein. Sie bedauert, dass – obwohl die SPD die Regierung stellt – auf Landesebene kein Vertreter aus der Region beteiligt ist. „Die Tätigkeit von Klaus Krumfuß wird sich wohl auf die Opposition beschränken. Ich hätte die Region und ihre Interessen gern auf Landesebene in der Regierung vertreten“, sagt Friedemann. Vor allem hatte sie etwartet, mehr Erststimmen von Grünen-Wählern für sich gewinnen zu können. „Die Landesliste war eine letzte Hoffnung“, äußert sie sich zudem kritisch über ihre Platzierung auf der SPD-Liste. „Das ist eine politische Entscheidung in Hildesheim, mich so weit nach hinten zu setzen. Hier wird meine jahrelange Arbeit für und in der Region – aber auch in der Fraktion – nicht honoriert“, ist die Sozialdemokratin verärgert: „Zwar ist die Enttäuschung jetzt groß, aber das muss auch mal gesagt werden.“ Das Amt als stellvertretende Landrätin möchte sie weiterhin mit viel Engagement ausführen. Über politische Positionen innerhalb der Fraktion müsse sie aber „entscheiden, was zeitlich noch möglich sein wird“. Denn vor allem sei sie „enttäuscht von der mangelnden Unterstützung“ aus den eigenen Reihen. Auf Landesebene sieht sie Niedersachsen nach der Wahl, auch ohne ihre Beteiligung, jedoch „in guter Hand“.

Auch Maike Grages (FDP) ist angesichts ihrer Platzierung (Listenplatz 38) nicht in den Landtag eingezogen, ebenso wie Bärbel Gärtner (Bündnis 90/die Grünen), die nicht über die Landesliste ihrer Partei abgesichert wurde. cv

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