Ressourcen mit Zusammenschlüssen bündeln

Feuerwehr: Zu viele Standorte?

Im Notfall sind die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren stets zur Stelle, wie hier beim Brand in Rheden. Mit dem in Auftrag gegebenen Feuerwehrbedarfsplans sollen Ressourcen gebündelt werden. Foto: Mosig

GRONAU Mit Spannung wurde der Feuerwehrbedarfsplan erwartet. Nachdem er im Sommer vorgestellt wurde, kehrte dann aber schnell Stille ein. Nun wird es erneut spannend: Das umfangreiche Papier „wandert“ auf den politischen Tisch. Der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung der Samtgemeinde Gronau wird sich am kommenden Dienstag des Themas annehmen.

460 Mitglieder in der Einsatzabteilung zählt Gronaus Feuerwehr. Die Prognose aber ist düster: „Es ist zu erwarten, dass altersbedingt und mangels Interesse an der Feuerwehr bis 2018 mehr als 120 Mitglieder verloren gehen“, heißt es in den Erläuterungen der Verwaltung: „Die Jugendabteilungen können diese Verluste wahrscheinlich nicht ausgleichen.“ Einige Ortsfeuerwehren soll es den Prognosen zufolge besonders hart treffen. Sie würden dann nämlich die geforderte Mindeststärke nicht mehr erfüllen.

Von den Mitgliedern der Einsatzabteilung in Gronau sind rund zwei Drittel tagsüber nicht in der Lage, im Notfall auszurücken – diese Erkenntnis zeigt der Feuerwehrbedarfsplan auf. Gründe hierfür sind zum einen, dass die Arbeitsstätten der Einsatzkräfte außerhalb der Samtgemeinde liegen, zum anderen, dass sie diese während der Arbeitszeit nicht verlassen dürfen. „Nach Auswertung der Datenerfassungsbögen sind aber noch 167 Kräfte tagsüber für Einsätze erreichbar“, heißt es in der Verwaltungsvorlage, die der Politik für ihre Sitzung am Dienstag, 22. Oktober, um 18 Uhr im Gronauer Feuerwehrhaus statt eines Beschlussvorschlags Maßnahmen an die Hand gibt, die sich aus dem Feuerwehrbedarfsplan ergeben.

Das mit der Erarbeitung des Bedarfsplans beauftragte Planungsbüro schlägt vor, Ressourcen zu bündeln, um weiterhin leistungsfähige Feuerwehren vorhalten zu können: „Der Gutachter hat festgestellt, dass die Anzahl der Feuerwehrhäuser nicht bedarfsgerecht ist und der Brandschutz auch mit weniger Standorten organisiert werden kann.“ Demnach könnten sich die Feuerwehren Barfelde, Eitzum und Nienstedt in der Gemeinde Despetal am Standort in Eitzum zusammenschließen. Hier wird der Neubau eines Gerätehauses empfohlen. Für die Gemeinde Rheden wäre ebenso ein Zusammenschluss der Wehren Wallenstedt und Heinum denkbar, alternativ auch die Zusammenlegung von Rheden, Wallenstedt und Heinum. In beiden Fällen müsste ein Feuerwehrhaus entweder erweitert oder sogar neugebaut werden.

Vorstellbar sei weiterhin, dass sich die Ortswehren in Brüggen und Rheden in Brüggen zusammentun. Auch dies wäre mit dem Neubau eines Gerätehauses verbunden. Die Alternative: Brüggen bleibt allein. Die Brandschützer erhalten einen Neubau oder sollten eine Sanierung ihres Domizils zugestanden bekommen. Auch die Feuerwehren Deilmissen und Dunsen könnten sich zusammenschließen, benötigten dann aber einen Neubau oder zumindest eine Erweiterung des Gerätehauses. Für die Stützpunktwehren Gronau, Banteln und Eime (mit Dunsen) besteht kein Handlungsbedarf, wohl aber empfiehlt das Planungsbüro, das Feuerwehrhaus in Banteln in Angriff zu nehmen. Auch in der Gemeinde Betheln, in der sich das Modell der drei Wehren unter einem Dach bewährt hat, kann alles bleiben wie zuvor, so sieht es das beauftragte Büro. Gleiches gilt für die Feuerwehr in Deinsen.

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