Wehr Eitzum diskutiert neues Modell

Feuerwehr als Verein?!

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Tobias Klingebiel, der stellvertretende Gemeindebrandmeister Ulrich Gohl ( v.r.) und Ortsbrandmeister Sven Grebe (4. v.l.) ehren die langjährigen Mitglieder.

EITZUM Zusammenarbeit auch über gewohnte Grenzen hinweg, dieser Gedanke zog sich als roter Faden durch die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eitzum. Ortsbrandmeister Sven Grebe sprach sich deutlich für ein Zusammenwachsen der Ortswehren im Despetal aus und begrüßte in diesem Sinne Kommandomitglieder der Nachbardörfer Barfelde und Nienstedt als Gäste.

Anschaulich und ansprechend riefen der stellvertretende Ortsbrandmeister Tobias Klingebiel und Gruppenführer Jürgen Niemeyer mit Wort und Bild das abgelaufene Jahr in Erinnerung. Bei 54 Zusammenkünften mit jeweils zehn Aktiven wurden 1 430 Stunden Dienst geleistet. Erster Alarm 2012 war ein Garagenbrand, bei dem die Explosion dort gelagerter Gasflaschen verhindert werden konnte. Neben weiteren Brandeinsätzen, der größte darunter in Betheln, wurden zweimal Ölspuren abgestreut. Unter dem Leitwort „Übung macht den Brand-Meister“ bereiteten sich die Eitzumer gründlich auf den Ernstfall vor. Gleich ob Windböen, vermisste Personen oder nervöse Rinder am Einsatzort, alle denkbaren Situationen wurden durchgespielt, und die Kameraden auch einmal außerhalb ihrer gewohnten Hauptaufgaben eingesetzt. Durch anschließende Auswertung des Geschehens wird Professionalität angestrebt. Mit der stolzen Zahl von elf PA-Trägern ist fast die Hälfte der Aktiven unter Atemschutz einsetzbar. Teils durch Spenden, konnten mittlerweile fast alle Aktiven mit Alarmempfängern ausgestattet werden. Die Personalstärke bei Einsätzen hat dadurch zugenommen, stellte der Ortsbrandmeister fest. Bürgermeister Andreas Zastrow („Ihr seid immer da, wenn man Euch braucht“) stellte heraus, dass die Feuerwehr neben dem eigentlichen Dienst auch ihren Beitrag zur örtlichen Gemeinschaft leistet, so am Volkstrauertag.

1 430 Stunden Dienst

Das Thema „Feuerwehrverein“ wurde nur kurz angerissen, doch Ortsbrandmeister Sven Grebe richtete deutliche Worte an die Politik: In Feiertagsreden werde das Ehrenamt hochgelobt, aber mit der angestrebten „Legalisierung“ der (eigentlich privaten) Kameradschaftskassen bürde man den ehrenamtlich Tätigen nicht nur Mehrarbeit auf, sondern auch Kosten etwa für Eintragungen beim Gericht. Unter Mitwirkung von Armin Arand als Steuerfachmann wird derzeit eine Satzung erarbeitet. Aus den Reihen des Ortskommandos und der Musikzugspitze heraus wird der „Feuerwehrverein Despetal“ gegründet, dem später alle Feuerwehrleute und Förderer beitreten sollen. In der Sache, vor allem bei der Höhe der Beiträge, wird es für die Mitglieder keine Änderungen geben.

Über die Arbeit der Jugendabteilung berichtete Steven Lüdtke vom Einsammeln der Weihnachtsbäume, vom Unterricht in Unfallverhütungsvorschriften, Erster Hilfe oder Gerätekunde, aber auch von Freizeitunternehmungen wie einer Fahrt zur Erlebniseisenbahn Ratzeburg. Wieder aufgenommen wurde die Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Barfelde. Nachdem drei Mitglieder in die aktive Gruppe aufgerückt sind, besteht der Nachwuchs noch aus vier Jungen und einem Mädchen. bs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare