Gronauer Oberärztin Silke Marquardt empfiehlt Grippe-Schutzimpfung

Fast acht Millionen Arztbesuche

Silke Marquardt, Fachärztin für Lungenheilkunde und Oberärztin in der Abteilung für Innere Medizin am Johanniter-Krankenhaus Gronau: „Eine Grippe-Impfung kann eine Influenza-Erkrankung verhindern.“

Gronau Der Blick aus dem Fenster lässt keinen Zweifel zu: Der Herbst ist längst da. Damit steht auch die nächste Grippe-Saison ins Haus. Im Rahmen der vergangenen Grippewelle gab es fast acht Millionen influenzabedingte Arztbesuche, und die Zahl der Krankschreibungen erreichte mit weit mehr als drei Millionen Personen den Höchststand des vergangenen Jahrzehnts. Dass es sich um ein ernstes Problem handelt, liegt auf der Hand. Dennoch sind viele Menschen verunsichert und fragen sich, ob sie sich tatsächlich impfen lassen sollten.

Silke Marquardt, Fachärztin für Lungenheilkunde und Oberärztin in der Abteilung für Innere Medizin am Johanniter-Krankenhaus Gronau, erklärt: „Eine Grippe-Impfung kann eine Influenza-Erkrankung vorbeugen. Die Influenza-Impfung verhindert bei jungen und immunkompetenten Personen zu etwa 90 Prozent Infektionen und Erkrankungen.“ Die Fachärztin verweist allerdings darauf, dass grippale Infekte und Erkältungen, die von anderen Erregern hervorgerufen werden, bei Geimpften wie Nichtgeimpften gleich oft auftreten. Manche Menschen glaubten deshalb, dass eine Impfung letztlich nicht viel bringe oder dass Infekte durch die Impfung verursacht werden. „Der Impfstoff selbst kann weder Influenza noch andere Erkrankungen auslösen“, betont die Gronauer Ärztin.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät zur jährlichen Impfung mit der aktuellen Antigenkombination für Personen ab dem 60. Lebensjahr und für Menschen mit Risikofaktoren wie chronischen Leiden und geschwächter Immunabwehr. Sie empfiehlt diese für Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Schwangere und Menschen mit erhöhter Gefährdung durch viele Kontakte. Letzteres trifft zum Beispiel auf medizini-sches Personal zu. Silke Marquardt fügt hinzu: „Falls die Impfung bei diesen Men-schen vor der Erkrankung nicht schützt, so bewahrt sie doch vor einem schweren, langem Verlauf und größeren Komplikationen.“

Zu Nebenwirkungen erläutert die Oberärztin, dass sie selten auftreten, nämlich in 13 Prozent der Fälle, und sich meist auf leichte Reaktionen wie Rötungen oder Schwellungen der Injektionsstelle oder Allgemeinreaktionen wie Abgeschlagenheit oder Un-wohlsein beschränken. „Diese Reaktionen treten innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung auf und sind schnell rückläufig.“

Menschen mit einer nachgewiesenen schweren Allergie gegen Hühnereiweiß sollten sich mit dem auf Zellkulturen hergestellten Impfstoff impfen lassen und den herkömmlichen, auf Basis bebrüteter Hühnereier hergestellten Impfstoff meiden. Bei schweren, akuten Infekten solle man mit der Impfung warten, bis der Virus abge-klungen ist. Ein „banaler“ Infekt spreche allerdings nicht gegen die Impfung, genauso wenig wie eine Behandlung mit Antibiotika oder niedrig dosiertem Kortison. Auch Hauterkrankungen oder ein möglicher Kontakt zu Personen mit ansteckenden Krankheiten spreche nicht dagegen.

Eine Impfung im Frühherbst ist laut der Gronauer Expertin empfehlenswert – je eher desto besser. „Aber auch später ist sie sinnvoll, da der Schutz bereits nach ein bis zwei Wochen seine volle Wirkung entfaltet hat“, rät die Medizinerin.

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