Evangelischer Kindergarten feiert 50. Geburtstag / Im Wandel der Zeit: Gesellschaftliche Veränderungen

„Fröhlich, neugierig und lebhaft“

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Alle Beteiligten freuen sich auf das große Sommerfest des evangelischen Kindergartens. Vor allem dem Nachwuchs werden viele Aktionen geboten.

GRONAU - Ein besonderes Ereignis für den evangelischen Kindergarten in Gronau: „Wir feiern Geburtstag“, heißt es in der Einladung für das große Sommerfest der Einrichtung, die vor 50 Jahren eröffnet wurde. Und damals wie heute gibt es bestimmte Strukturen im Kindergarten, wie Leiterin Marianne Möller informiert – wohl aber die Gesellschaft hat sich merklich verändert.

Im Jahr 1965 ist der evangelische Kindergarten eröffnet worden: 40 Jungen und Mädchen zählte die Einrichtung vor 50 Jahren. „Wir hatten zwischenzeitlich sogar mal 125 Kinder“, erinnert sich Elisabeth Breves. Im Jahr 1973 übernahm sie die Leitung des Kindergartens – für insgesamt 26 Jahre. Noch immer fühlt sie sich mit der Einrichtung eng verbunden: Die heute 75-Jährige, die zum Kirchenvorstand gehört, ist gern zu Gast im Kindergarten, in dem nun der Nachwuchs der Eltern betreut wird, die einst zu ihren Schützlingen zählten. Vieles ist ihren Erzählungen zufolge gleich geblieben. Beispielsweise gibt es seit jeher einen Morgenkreis, der mit einem Lied und Gebet beginnt. „Dies spiegelt unser evangelisches Profil“, teilt Marianne Möller mit.
Aus ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie: „Kinder sind fröhlich, neugierig, wissbegierig, lebhaft und durchaus auch mal laut“, lächelt sie. Doch angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen werde es immer wichtiger, ihnen auch soziale Kompetenzen mit auf den Weg zu geben. „Rahmenbedingungen haben sich somit einfach verändert“, informiert Marianne Möller über die Auswirkungen einer sich wandelnden Bevölkerung, die so manches Mal auch als „Ellenbogen-Geselschaft“ bezeichnet wird. Um dem Nachwuchs eine ganzheitliche Betreuung bieten zu können, stehen Fortbildungen der Mitarbeiter regelmäßig auf der Tagesordnung. „Man muss immer am Puls der Zeit leben“, betont die Einrichtungsleiterin. Das zeigt auch der Blick auf das Kindergarten-Gebäude, das nach und nach den Bedürfnissen angepasst wurde.
14 Mitarbeiter gehören zum Kindergarten-Team. 90 Jungen und Mädchen im Alter von einem Jahr bis sechs Jahren zählt die Einrichtung heute. Darunter sind auch die 15 Kinder der Krippe, die im Jahr 2012 eröffnet wurde. Der Kindergarten befindet sich in kirchlicher Trägerschaft: Daher bringt der Träger zwar eigene Mittel ein, einen großen Beitrag der Kosten „wuppt“ aber die Samtgemeinde Gronau. „Das ist eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit“, wie Pastor Wolfgang Richter hervorhebt. In seinen Augen bereichere der Kindergarten das Gemeindeleben: „Es wird hier so viel Energie und Kreativität freigesetzt“, betont er. Beispielsweise werden gemeinsam Einschulungsgottesdienste oder Familienandachten zum Erntedankfest vorbereitet. „Ich bin immer wieder beeindruckt von den Ideen, die eingebracht werden“, freut sich auch Vikar Stephan Dreytza über das Miteinander von St. Matthäi-Gemeinde und Kindergarten.
Da die Einrichtung fest im Ort integriert ist, soll mit der Bevölkerung gefeiert werden. Das große Sommerfest ist für Sonnabend, 18. Juli, auf dem Kindergarten-Gelände vorgesehen. „Es wäre schön, wenn viele ehemalige Kindergartenkinder uns besuchen würden“, lädt Marianne Möller ein. Um 13 Uhr beginnt die Veranstaltung für geladene Gäste, um 14 Uhr das Sommefest. In diesem Rahmen werden die künftigen Schulkinder nicht nur verabschiedet, sie werden auch eine Aufführung mit dem Motto „Gronau ist ‘ne schöne Stadt“ bieten. Anschließend eröffnet sich vor allem für den Nachwuchs eine Spielwelt mit unterschiedlichen Aktionen. Wer seine Stempelkarte an allen Stationen abzeichnen lässt, hat zudem im Rahmen der Tobola die Chance, attraktive Preise zu gewinnen.
Weiterhin werden beim Sommerfest viele Angebote zu entdecken sein: Beispielsweise sollen gemeinsam mit einem Bäcker Brötchen gebacken werden, bei der Friseurin geht es ums Färben von Haaren und die Feuerwehr lädt ein, das Einsatzfahrzeug kennenzulernen.

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