Brüggener wollen Bürgerstiftung ins Leben rufen / Erste Informationsveranstaltung für kommenden Dienstag geplant

50 000 Euro gefordert – erst dann Gründung

Brüggens Bürgermeister Eduard Plachta: „Die Stiftung ist ja nicht für einen elitären Kreis gedacht, vielmehr soll jeder Bürger die Möglichkeit erhalten, sich zu beteiligen.“

BRÜGGEN Was lange währt, wird endlich gut – das allseits bekannte Sprichwort könnte den Prozess in Brüggen wohl kaum treffender beschreiben. Im Juli vergangenen Jahres ist der Arbeitskreis, der die Idee, eine Bürgerstiftung unter dem Motto „Miteinander – Füreinander“ zu gründen, entwickelt hat, erstmals an die Öffentlichkeit getreten – nun wird es konkreter. Das elfköpfige Team um Bürgermeister Eduard Plachta lädt zur öffentlichen Informationsveranstaltung ein, um möglichst viele Menschen für die Idee zu begeistern.

Wie können dörfliche Strukturen künftig erhalten werden, auch wenn die Gelder der Kommunen stets knapper werden? Mit dieser Frage haben sich einige Brüggener beschäftigt – bis die Idee, eine Bürgerstiftung zu gründen, geboren war. „Die Abstimmung mit dem Innenministerium und dem Finanzamt hat länger gedauert als wir erwartet haben“, begründet Eduard Plachta, weshalb es so lange ruhig um die geplante Gründung der gemeinnützigen Stiftung gewesen ist. Denn „bevor wir in die Offensive gehen, wollten wir alles in trockenen Tüchern haben“, sagt Brüggens Bürgermeister, der zum elfköpfigen Vorbereitungs-Team gehört. Im Nu eine Stiftung ins Leben zu rufen, so leicht ist es nämlich nicht: Voraussetzung hierfür ist ein Stiftungskapital von 50 000 Euro. Erst wenn das engagierte Team dieses Geld von Stiftern zusammen hat, folgt die Gründungsversammlung. Dann werden alle Unterlagen dem Ministerium vorgelegt. Erhalten die Brüggener grünes Licht, führte der nächste Schritt zum Finanzamt, um die Anerkennung zur Gemeinnützigkeit zu bekommen. Eduard Plachta ist optimistisch: „Fast die Hälfte des geforderten Stiftungskapitals haben wir zusammen.“ Nach Möglichkeit aber erhoffe man sich, mehr als 50 000 Euro zusammenzubekommen, um mehr Erträge erwirtschaften und somit eben auch den Handlungsspielraum vergrößern zu können. Ideen für am Gemeinwohl orientierte Projekte gebe es bereits, verrät Eduard Plachta. Diese sollen im Rahmen der Informationsveranstaltung am Dienstag, 16. April, der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Wer noch Zweifel hat, ob er sich beteiligen soll, ist dort ebenso gut aufgehoben. Auch über die Form einer Stiftung sollen Interessierte an diesem Abend nämlich umfangreiche Informationen an die Hand bekommen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Leine-Café Heydenreich in Brüggen.

Einladungen sind bereits an jeden Haushalt verteilt worden. Immerhin möchte das Vorbereitungs-Team möglichst viele Menschen der Gemeinde ansprechen, die das Vorhaben unterstützen sollen. Und aus diesem Grund wirken auch elf Brüggener im Arbeitskreis mit: Wilfried Bachstein, Holde Vollbrecht, Willi Schmitt-Roolfs, Frank Remmert, Melanie Wohlfahrt-Strohschein, Norbert Eyselee, Dr. Berndt Rathmer, Oliver von Cramm, Volker Strohschein, Otto Steinborn und Eduard Plachta. „Der Kreis ist bewusst so groß gewählt, um im Schneeballsystem möglichst viele Menschen erreichen zu können“, begründet der Bürgermeister, der die Hoffnung hat, im Juli, August die Unterlagen beim Ministerium einreichen zu können.

Doch dieses Ziel steht und fällt mit den Stiftern: Wer das Vorhaben unterstützen möchte, kann sein Interesse entweder bei der Informationsveranstaltung bekunden oder auch eine Verpflichtungserklärung im Internet unter www.brueggen-leine.com herunterladen. Welcher Betrag gestiftet wird, steht jedem Einwohner frei. „Die Stiftung ist ja nicht für einen elitären Kreis gedacht, vielmehr soll jeder Bürger die Möglichkeit erhalten, sich zu beteiligen“, hofft Eduard Plachta auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Auch wer nicht aus Brüggen kommt, sich aber mit dem knapp 940-Seelen-Ort verbunden fühlt, kann stiften.

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