Erstmals keine Leistungsprämie: Belegschaft zeigt Unmut

Stiller Protest bei Funke

Teile der Funke-Belegschaft in Gronau sind unzufrieden mit der Geschäftsführung und zeigen dies durch stillen Protest.
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Teile der Funke-Belegschaft sind unzufrieden mit der Geschäftsführung und zeigen dies durch stillen Protest in ihrer Mittagspause.

Gronau – In ihrer Mittagspause kamen rund 70 Mitarbeiter der Firma Funke Wärmetauscher unter dem Fenster des Geschäftsführers zusammen. Sie standen in lockerer Runde, Rufe waren nicht zu vernehmen. Doch mit dem kleinen Aufmarsch wollten die Mitarbeiter ein Zeichen setzen. „Der Unmut in der Belegschaft wächst, hier läuft viel schief“, war aus den Reihen der Mitarbeiter zu hören. Ausgelöst wurde der stille Protest durch einen Aushang. Hierin kündigte Geschäftsführer Peter Streit an, dass zum Jahresende keine Leistungsprämie gezahlt werden kann.

 „Das ist das erste Mal. In den vergangenen Jahren sahen die Zahlen schlechter aus, aber die Prämie wurde trotzdem ausgezahlt“, herrscht großes Unverständnis in der Belegschaft. Zwar sei die Prämie die vergangenen Jahre in Höhe von rund 900 Euro geringer ausgefallen als zuvor, doch immerhin wurde die Leistung der Mitarbeiter anerkannt. „Nach Aussage der Geschäftsführung läuft alles gut, auch wenn wir keine schwarzen Zahlen mehr schreiben. In die Hallen, Projekte und den Umbau wird investiert – in uns nicht“, so die Vorwürfe. 

„Eure Aktion hat mich überrascht, aber ich befürworte sie“, wandte sich Betriebsratsvorsitzender Ergün Cankur an seine Kollegen. „Es hat sich eine Eigendynamik entwickelt. Es ist das erste Mal, dass sich die Belegschaft bereichsübergreifend organisiert“, sagte Ergün Cankur.

Funke-Geschäftsführer Peter Streit betonte, dass er nicht auszahlen könne, was er nicht habe. „Ich habe damit gerechnet, dass die Mitarbeiter unzufrieden sind, wenn wir das erste Mal die Prämie nicht zahlen können. Es war unverantwortliches unternehmerisches Handeln, in den vergangenen Jahren Gelder auszuzahlen, die nicht eingenommen wurden“, sagte er mit Blick auf seine Vorgänger. Zwar laufe das Geschäftsjahr besser als in den vergangenen Jahren und das Minus falle geringer aus, Gewinne würden jedoch nicht erzielt. – kim

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