Marschbefehl der Feuerwehr: „Tierkadaverbeseitigung“ / Doch: Mastschweine leben noch

Erst über eine Stunde später alarmiert

50 Mastschweine haben überlebt, 30 sind verendet oder mussten angesichts ihrer Verletzungen getötet werden. Foto: Heuer

BANTELN Der umgestürzte Tiertransporter bei Banteln hatte einen größeren Einsatz für die Feuerwehren Eime und Banteln zur Folge: Zwar lautete ihr Marschbefehl zunächst „Tierkadaverbeseitigung“ – den sie wohlgemerkt erst fast eineinhalb Stunden nach dem Verkehrsunfall erhielten – doch vor Ort stellte sich die Arbeit der 37 ehrenamtlichen Einsatzkräfte als weitaus umfangreicher dar.

Der Verkehrsunfall ereignete sich am Mittwoch um 17.10 Uhr auf der Landesstraße 481 nahe Banteln: Der 38-jährige Fahrer des Tiertransportes war aus Alfeld kommend in Richtung Eime unterwegs. Beim Abbiegen von der Bundes- auf die Landesstraße verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug. Ein Anhänger, beladen mit 80 Schweinen, kippte in den Graben (die LDZ berichtete). Polizeiangaben zufolge aber scheiterten die Rettungsversuche der zum Teil eingeklemmten Tiere ebenso wie das Aufrichten des Anhängers. Erst um 18.39 Uhr aber wurden die Feuerwehren aus Eime und Banteln alarmiert – ihr Auftrag sah die Beseitigung von Tierkadavern vor. Als sich Gemeindebrandmeister Frank Kirchner vor Ort selbst ein Bild machte, entdeckte er im Anhänger jedoch noch lebende Schweine. Für ihn sei somit klar gewesen, wenn die Feuerwehr den Einsatz übernimmt, dann müsse auch die Leitung in ihrer Hand liegen. Letztlich aber musste die Polizei die Einsatzübernahme anordnen. Schilderungen von Frank Kirchner zufolge wurde der Anhänger schließlich entsprechend gesichert und mit Hilfe des Rüstwagens stabil gehalten, um die eingeklemmten Mastschweine befreien zu können.

Laut des Kreisveterinäramtes, das ebenso vor Ort war wie ein Tierarzt, haben etwa 50 Tiere den Verkehrsunfall überlebt. 30 Mastschweine aber sind verendet, darunter waren rund zehn, die angesichts ihrer Verletzungen vor Ort getötet werden mussten. Tierschutzrechtliche Konsequenzen soll dieser Vorfall aber nicht haben, wie das Kreisveterinäramt auf Nachfrage der LDZ mitteilt: Der Vorfall sei als Unfall zu bezeichnen, der Vorgang damit abgeschlossen. Gegen 22.30 Uhr war die Bergung der Tiere abgeschlossen. Ein Spezialkran konnte dann beginnen, den umgekippten Anhänger aufzurichten. Die Arbeiten dauerten bis 1.45 Uhr an, bis dahin musste die L 481 vollgesperrt werden. Polizeiangaben zufolge entstand ein Schaden von rund 45 000 Euro.

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